Ist das ein Plädoyer dafür, diesem Forum besser fernzubleiben?

Denn bei mir kommt die Message in der Form an: "Mach die Zeit, die dir zur Verfügung steht, wertvoll".
Da ist in der Tat etwas dran, wenn man sich doch mal die Phrase "ich schlage grade die Zeit tot" ansieht. Jeder der das tut oder jemals getan hat wird wissen, was damit gemeint ist: Man hat Zeit zur Verfügung, möchte aber dass diese verrinnt, weil im Anschluss daran etwas wartet, worauf man sich freut: Den Feierabend vielleicht, die Ankunft der Freundin, das Monatsende, der Pizzaservice ...

Irgendwer (vielleicht war es ja der von Sapor Vitae angesprochene Marc Levy?) warf das Begriffspaar "aktives Warten" in die Runde und stellte klar, dass dies sehr viel mehr für das eigene Wohlbefinden tut als das passive Warten. Man
tut etwas. Dabei ist beinahe schon egal was man tut, solange es nicht nur dem Zweck "Zeittotschlagen" dient: Also ist etwa das schnell mal Zusammenlegen der Wäsche sinnvoller als Moorhühnerspielen, sind ein paar Liegestütze sinnvoller als Frau Kallwass im Fernsehen anzuschmeißen.
Wer sehr viel Zeit zur Verfügung hat (Studenten in einer vorübergehenden Leerlaufphase, Arbeitslose, Millionäre ...

), der sollte, wenn ich mich recht erinnere, sogenannte "Zeitfresser" meiden. Dazu gehören vor allem der Fernseher, aber auch der Computer und das Telefon. Letzteres hat allerdings ein Gegengewicht dass die zu schnell verstreichende Zeit wieder ausgleichen kann, die soziale Komponente.
Ich kenne nun keine Studien in dieser Richtung, nehme subjektiv aber wahr, dass mir Dinge in dieser Reihenfolge unnötig viel Zeit klauen (das Schlimmste zuerst): Chat -> Fernsehen -> Forum -> Telefon.
Das hat bei mir dazu geführt, dass ich Chats so gut wie nie besuche (also auch keine Shoutbox

), inzwischen Foren immer nur vorübergehend besuche (1-2 mal am Tag), den Fernseher nur anschalte wenn ich etwas Bestimmtes sehen möchte (guter Spielfilm, Schlag den Raab

) und zum Telefon niemals aus Langeweile greife. Wenn ich jemanden anrufe, dann weil ich
genau diese Person anrufen möchte, und nicht weil ich zu irgendwem Kontakt zur Außenwelt halten möchte.
Zum Vergleich selbst bezüglich des Geldkontos ist bereits alles gesagt. Mit einer Ausnahme: Man kann es mit dem "aktiv leben" auch mal übertreiben. Wer niemals ausspannen kann oder möchte weil er oder sie glaubt, damit "Lebenszeit zu verschwenden", der sollte sich dessen bewusst sein, dass Ruhephasen ebenfalls die Zeit aktiv nutzen ist, da sie dem eigenen Körper zugute kommen. Also eben doch 8 Stunden schlafen und nicht nur 6 oder gar 5, und nach Feierabend oder einem üppigen Essen doch erst einmal langsam tun und nicht schon wieder nur auf Vollgas gehen.
Das entspräche dem genannten Beispiel, wenn es für die Person zur Manie würde, diese 86.400 Euro komplett ausgeben zu
müssen. Da artet das Geldausgeben dann auch in Stress aus, ähnlich wenn man in der Freizeit ständig nur am etwas Unternehmen ist, anstatt auch einfach mal die Füße hochzulegen. Auch Freizeitstress ist Raubbau am eigenen Körper.
Die Moral von der Geschicht'? Weniger Forum, weniger Shoutbox, weniger Fernseher, dafür mehr Faulenzen. Oder so.
