Mir stellt sich bei solcherlei Diskussionen immer wieder die Frage:
WIE kommt eigentlich man auf solche bescheuerten Ideen?
Es ist schon interessant, dass diverse abstruse Theorien fast ausschließlich aus reichen Industrieländern kommen, idealerweise von irgendwelchen hoch studierten Fachidioten*.
Aus der dritten Welt kommen solche Ideen nicht.
Ist es eine Art Hauptaufgabe des Gehirns, den Körper (oder egoistischerweise gar nur sich selbst) am Leben zu erhalten?
In Afrika, Südamerika und in den Polarmeeren hat es genug damit zu tun den existenten Lebensbedrohungen zu trotzen.
Hier gibt es schlicht keine akuten Lebensbedrohungen, weshalb sich das Gehirn halt andere Lebensbedrohungen sucht.
Angefangen bei Anti-Aging (was ich nicht sehe ist nicht da) über Zell- und Gewebealterung sowie Transplantationen bis hin zu Todesverzögerungen durch Klonen oder Einfrieren.
Vermutlich mag es einfach nicht einsehen, dass es nur für eine kurze Existenz konzipiert ist.
Schließlich tut sich niemand auf diesem Planeten so schwer mit dem Verkraften von Änderungen (Klimawandel, Waldsterben, Naturkatastrophen) wie der Mensch...
Bezüglich Tiger: Das denke ich auch,
messie. Und danach wird er murmeln: 'Tja, falsch gedacht. Das DEINE Art noch nicht verreckt ist wundert mich allerdings.'
Simia:
Netter Einwand. Biancas Link beinhaltet ja (dem Herren seis gedankt) nur die Erziehungsfrage.
Ich denke, das würde zu einem eindeutigen und totalen 'Systemversagen' führen. Mittlerweile geht man ja davon aus, dass etliche Hormone ohne aktive Steuerung des Gehirns direkt in den zuständigen Organen im Körper gebildet werden.
Wie soll denn jetzt ein ca. 20 Jahre in einem Mann platziertes Hirn mit einer Überflutung von Östrogen umgehen und umgekehrt?
Soweit ich informiert bin hat die Hirnforschung mittlerweile eingesehen, dass das Gehirn eben nicht für alles im Körper verantwortlich ist.
Aktive Kampfsportler wissen beispielsweise, dass das Gehirn wiederkehrende Bewegungsabläufe irgendwann direkt an das Rückenmark delegiert und damit überhaupt nicht mehr belastet werden will. So werden dann aus irgendwelchen bewusst herbeigeführten Abwehrbewegungen irgendwann Reflexe. Die Zeit- und Energieersparnis dabei ist enorm. Ich persönlich glaube auch, dass das Gehirn bei der Geburt noch keinen blassen Schimmer hat, was es eigentlich tun soll. Die ersten Bewegungen des Menschen (Greifreflex) sind afaik ein Zusammenspiel aus Rückenmark und Stammhirn und spielen sich außerhalb des Bewusstseins ab. Hält Mensch dem Wurm nen kleinen Finger an die Händchen, dann greift es danach.
Gefühl: warm, weich, Widerstand = da is was. Bild: Finger = da is was. Geruch: Mama/Papa = da ist was Gutes. Gehör: Mama/Papa = da ist was Gutes. Muskulatur: gegriffen.
An Hand dieses Reflexes, welchen der Körper seit 'Fertigstellung' hat, lernt das Gehirn dann, Dinge bewusst zu greifen.
Es klingt für mich unwahrscheinlich, dass dies nur bei Reflexen so ist. Vermutlich wird das Gehirn (genauer: das Bewusstsein) mit Körpereigenarten bombardiert und muss darauf entsprechend reagieren.
Wie zuvor erwähnt halte ich einen Organismus für eine komplette Einheit. Konzentriert man sich auf einen Aspekt verkümmert ein Anderer.
Diese Einheit auseinander zu reißen halte ich für nicht erstrebenswert.
(Lebende Haustiere gibt es schließlich auch nicht als Selbstbausatz...)
messie:
Phantomschmerzen sind ebenfalls ein sehr guter Einwand.
anyway:
Jo, defekte Bereiche austauschen, die dann neu angelernt werden, ist eine vernünftige Idee.
Was das Mobiltelefon angeht: ich kann mir mittlerweile nicht vorstellen, dass es für den Menschen überhaupt noch technische Beschränkungen gibt.
Wenn sie das Hoverboard noch nicht in Area51 erfolgreich als Fortbewegungsmittel nutzen, dann liegt das nur daran, dass die ersten drei Prototypen eklatante Schwachstellen aufwiesen.

Was die Biologie angeht bin ich weniger zuversichtlich. Technik gab es ursprünglich nicht, die wurde von 0 auf an erfunden.
Und ohne den Newton und seine bescheuerte Schwerkraft würde die Hälfte davon auch gar nicht mehr funktionieren.
Die Biologie war hingegen fertig, bevor der erste Mensch diesen Planeten betrat. Ich halte es für ausgeschlossen, dass ein kleiner Teil der Biologie imstande sein kann, das Große Ganze der Biologie zu verstehen.
Hach, wie philosophisch. Ich glaube, ich werde mal wieder Xenosaga zocken müssen.
*Ist nicht zwingend als Beleidigung gemeint. Ich teile gern in Fachidioten und Universaldilettanten.
http://www.youtube.com/watch?v=milia89yTMU