Ich war auch auf einer Orientierungsstufe. In Schleswig-Holstein war und ist dies aber einfach die 5.-6. Klasse der weiterführenden Schulen, d.h. man ist auf dem Gymnasium, macht da so gymnasiale Sachen und die, die zu doof sind (z.B. weil sie entgegen der Realschulempfehlung da hingeschickt wurden und es in den zwei Jahren doch nicht schaffen), orientieren sich dann rüber auf die Realschule/Hauptschule oder umgekehrt. Richtige Vollspacken gab es da eigentlich keine. Diejenigen, die dann zu Recht am Realschulabschluß (Klasse 10. erfolgreich) gescheitert sind, haben sich von ihren Eltern auf eine Schule in Hamburg oder eine gewisse Einrichtung in Norderstedt schicken lassen um dort ihr Abitur zu machen. Pessimistisch betrachtet habe ich daher eine schlechte Meinung über die Qualität des Hamburger Abiturs. Optimistisch betrachtet sind das gute Gegenbeispiele gegen längeres gemeinsames Lernen, die Leute wurden von ihrem gewohnten schulischen Umfeld getrennt und waren plötzlich wieder leistungsfähig.
Meine Güte...was habe ich bei der Abschiedsfeier in der Grundschule geheult - das werde ich nie vergessen!
Wir haben unseren Klassenlehrer abgöttisch geliebt. 
Was werden die Kinder erst heulen, wenn sie nach 6 jahren ihre geliebten Lehrer verlieren. Voll gemein.
Ich denke, dass man nach 4 Jahren 'Einführung' in die Schule (für mich ist es Einführung, man lernt erst mal grundlegende Sachen und alles ist meistens noch Friede-Freude-Eierkuchen-mäßig) nicht entscheiden kann, wer für welche Schule geeignet ist.
Und weil man das evtl. nach 4 Jahren nicht entscheiden kann, besteht ja nun auch ein Elternwahlrecht um die Kinder nicht durch den Nasenfaktor der Lehrer auszugrenzen.
Die kleinen Kinder werden da richtig ins kalte Wasser geschmissen.
Ja, ich hatte es echt ein wenig schwer anfänglich auf dem Gymnasium, weil ich zum ersten Mal gefordert wurde. Hätte ich 6 Jahre lang so ein Grundschul-Pillepalle-für-alle gemacht, hätte ich den Absprung wohl nie geschafft.
Ganz viele schlimme Einzelfälle für beide Möglichkeiten, aber dennoch kein Grund solche Experimente ohne Erfolgsnachweis zu bringen, anstatt das verschwendete Geld in das bestehende Schulsystem zu pumpen oder sich mal bundeseinheitlich was gescheites neues auszudenken.

Und wie soll denn bitte der (Leistungs-)Druck da erst werden?
Mhh, also ich habe auch viel "Druck" bekommen, zu Hause(!). Viel gemecker, manchmal Hausaufgabenkontrolle, spannende Übungsaufgaben, wenn es irgendwo mal nicht so richtig lief, aber auch Lob. Meine Eltern haben halt versucht mich zu fördern, wo es ihnen möglich war. Es hat mir letztendlich nicht geschadet und das Verhältnis zu meinen Eltern ist weiterhin bestens. Aus der Schule kam der Druck jedenfalls nicht, die Lehrer haben sich stets bemüht und begegneten nur den Schülern respektlos, die dies auch ihnen gegenüber taten. Wer nicht aufpasst, hat Pech gehabt.
Dieser Druck wird doch zu meist von Eltern auf ihre Kinder projiziert, weil die irgendwelche Probleme sehen, wo keine sind und die eigentlichen Probleme dabei übersehen. Die Schule kann die Mißverhältnisse im Elternhaus nicht ausgleichen, auch nicht wenn die Eltern auf Elternabenden wegen jedem Unsinn besonders laut werden.

Selbst bei mir (13 Jahre Schule) war der Lieblingsspuch der Lehrer: "Schaffen wir nicht!" (MOTIVATION pur!!
)
Ich fand gut: "In diesem Bundesland besteht keine Gymnasialpflicht, ich helfe Ihnen also gerne die nötigen Formulare für den Schulwechsel auszufüllen." Danach war dann Ruhe auf den hinteren Bänken.
