Ich finde 10 € im Quartal (!) für evtl. Arztbesuche auch machbar.
Sind's aber nicht. Es sind 7,92€ im Quartal. Damit lässt sich keine Praxisgebühr finanzieren

also monatlich für Telefon/Internet 31,96 Euro find ich machbar.
Hab ich mir nun auch nochmal angesehen: "
Nachrichtenübermittlung" heißt das also.
Das wiederum ist in Ordnung (und damit mein Internetargument da oben hinfällig).
Dann noch mal weiter aufgedröselt:22,78€ für
Verkehr ... dafür gibt's im Monat nicht mal ne CC-Karte für 1 (!) Zone im Abo (günstigster Tarif). Für Großstädte, insbesondere Hamburg, München oder Frankfurt, ist da der Bedarf definitiv zu niedrig. 40,40€ (CC-Karte im Abo für den Großbereich) wären da realistischer.
Bildung, 1,39€ -

- also 1x/Jahr ein Fachbuch kaufen?
Energie- und Wohnungsinstandshaltung ist mit 30,74 recht knapp bemessen: Damit muss schließlich die Stromrechnung bezahlt werden, da bleibt i.d.R. für den Rest nix mehr. Geht mal eine Glühbirne kaputt, wird eine neue Energiesparlampe das Budget bereits übersteigen.
Gesundheitspflege: 15,55 Euro. Hmm, ok, das könnte hinkommen. Auch wenn
richtig gut riechen so natürlich nicht klappt, aber übertreiben wir's mal nicht.
Freizeit, Unterhaltung, Kultur: 39,96 Euro. Durchaus realistisch, von einer "sozialen Vereinsamung" kann hier nun nicht geredet werden ... logischerweise auf niedrigem Niveau (Theater etc. sind tabu), aber wer ein hohes einfordert ist da nicht Realist.
Bekleidung und Schuhe: 30,40 Euro - im Second-Hand-Bereich klappt's. Würde man die Sachen neu brauchen, nicht. Bei Kindern allerdings klappt's definitiv nicht, die wachsen bekanntlich in nullkommanix aus ihren Klamotten 'raus. Erwachsene müssen ihre Sachen halt abtragen oder eben schon Getragenes an haben.
Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen: 7,16 Euro - also 1x/Monat inne Kneipe, 2-3 Getränke (2 Cola, 1 Wasser) trinken, das war's. Da dürfte man wohl vom "Freizeit"-Pool 'was rüberschieben müssen ...
Innenausstattung, Haushaltsgeräte und -gegenstände: 27,41 Euro - Spannender Posten! Wie oft gehen solche Geräte kaputt? Ich vermute, dass da einiges abgewohnt werden muss, damit dieser Betrag dauerhaft ausreicht. Aber gut, dafür müssen die Leute auch nicht arbeiten, um es sich dann später leisten zu können.
Andere Waren und Dienstleistungen: 26,50 Euro - damit sind vermutlich der Friseur und jene Rücklagen gemeint die man bilden soll, wenn mal was Größeres kaputtgeht. Darüber lässt sich jetzt nun trefflich streiten: 1 PC kostet 300 Euro (niedrig gerechnet), eine Waschmaschine nicht viel weniger. Also soll das Geld gespart werden, um Geräte wuppen zu können, wenn sie kaputt gehen ...? Ich sage es mal so: Gewagte These, dass man damit hinkommt.
Nahrungsmittel, alkoholfreie Getränke: 128,46 Euro - dazu sagte ich weiter oben schon etwas: Es ist gar nicht mal unrealistisch gerechnet, das. Wirklich gesund kochen lässt sich damit nun nicht über den ganzen Monat (dazu ist Obst+Gemüse einfach verdammt teuer), aber wenn man an Organisationen wie die Hamburger Tafel denkt, könnte das selbst dann hinkommen.
Nur: Ist es wirklich Sinn der Sache, einen Warenkorb auszurechnen, der Leute entweder nicht besonders gesund leben lässt oder auf Almosen angewiesen sein lässt ...? Auch das ist eine offene Frage.
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Nachdem ich mir das jetzt mal genauer angesehen habe, muss ich sagen:
Die Empörung (auch meine eigene) bezüglich Internet lässt sich nicht halten. Mit Telefon zusammengezogen reicht das Geld dafür aus.
Lebensmittel betreffend ist es nicht üppig, aber machbar. Kein Warenkorb, der zum Hungern einlädt.
Viele Posten sind perspektivabhängig, da kann man drüber streiten, muss man aber nicht.
Wo es m.E. definitiv hakt, sind die Posten "Verkehr" und "Bildung". Ersteres betreffend sind Städter eindeutig benachteiligt, Letzteres betreffend hat jemand, der sich weiterbilden möchte oder muss, keine Chance. Nicht alles lässt sich im Internet machen. Selbst, wer nur einen Bibliotheksausweis beantragt um sich Fachbücher ausleihen zu können, zahlt bei der geringen Summe monatlich bereits drauf.
Ebenso halte ich die Wohnungs/Energiekosten sowie vor allem für Hamburg die Verkehrskosten zu niedrig. Mobilität ist wichtig, man denke nur an Vorstellungsgespräche und Bewerbungen, die besser persönlich abgegeben werden wollen, und wenn "Gaststättendienstleistungen" drin sind, muss man zur Gaststätte ja auch erstmal hinkommen ...
Selbst wenn ich kleinkariert rechne, komme ich auf einen Mehrbedarf für Hamburg von mindestens:
17,22€ Verkehr
3,61€ für Bildung (1 Fachbuch a´15 Euro alle 3 Monate)
4,76€ Energie (konservativ geschätzt angesichts dessen, dass jene die viel zuhause sind, auch mehr Strom im Monat verbrauchen)
0,69€ Praxisgebühr,
also 26,28€, abgerundet 26€, bzw. 31€ im Vergleich zu jetzt.
Es versteht sich aber von selbst, dass eine derartige Erhöhung
nur in Kombination mit Mindestlöhnen machbar ist. Es sind derzeit viel zu viele Jobs viel zu dicht am ALGII-Niveau dran, als dass sich eine so starke Erhöhung rechtfertigen ließe, da dann tatsächlich so einige Menschen auf einmal Aufstocker wären, weil sie weniger verdienen.
*edit* Quelle vergessen:
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:wasser-statt-bier-das-ist-drin-im-neuen-hartz-iv-satz/50174893.html