Kein Stück. Um so mehr hat mich gewundert, dass Du einen solchen Artikel verlinkst.
Ich wollte gestern noch etwas Allgemeines dazu sagen, hatte aber keine Zeit mehr:
Generell, wenn ich eine Ansicht zu einem Thema habe oder bilde, schaue ich nicht im Vorwege danach, ob sie "links" oder "rechts" sein soll. Ich schau also nicht zuerst danach, was schreibt der Spiegel denn dazu, was die Faz, und ersteres ist gut, letzteres ist böse. Wenn mich ein Artikel interessiert, anspricht oder sonstwie an- oder aufregt, ist es mir weitgehend egal, ob er bei faz, taz, spon oder beim lokalen Angelclub steht. (Ok, nicht
völlig egal...

) Aber ich
versuche zumindest, alle möglichen Aspekte mit einzubeziehen.^^
Dass meine Meinung danach höchstwahrscheinlich - im Nachhinein - sehr bis eher "links" einzuordnen ist, kann ich nicht verhehlen.

Es ist auch schon vorgekommen, dass meine Ansicht eher konservativ anzusiedeln war, allerdings eher selten. Es kommt auch relativ häufig vor, dass ich aufgrund neuer Information meine Meinung ändere. Das liegt daran, dass ich es nicht schätze, wenn Menschen bestimmte widersprechende Fakten nicht anerkennen, weil sie nicht in ihr (linkes oder rechtes oder wie auch immer geartetes) Weltbild passen.
Ich halte das nämlich keinesfalls für Charakterstärke, sondern für Unbelehrbarkeit, Rechthaberei und Starrsinn und somit für ziemlich unangenehme Charaktereigenschaften. Dinge, die ich bei mir selbst auch nicht gerne sehe und deswegen versuche abzustellen. Also, ich versuche es zumindest...

Und ich schätze es auch als sehr problematisch ein, wenn jemand einen anderen Menschen, der anderer Meinung ist als er selbst, aus diesem Grund als verblödet oder uninformiert darstellt. Es ist durchaus möglich, informiert zu sein und trotzdem zu ganz anderen Schlussfolgerungen zu kommen. Es ist übrigens ebenfalls legitim, eine Entscheidung rein
intuitiv zu treffen. Ich finde jedenfalls, man sollte immer versuchen, ein anderes Weltbild zumindest als theoretische Alternative zum eigenen anzuerkennen.