Suchtverhalten ist abtrainierbar.
@SoylentHolger - wie? Durch welche Methode(n)? - Vor allem vor dem Hintergrund, dass Sucht auch erblich bedingt sein kann bzw. ist (Dopamin-Rezeptoren...)! ?
@BlackRussian
tja, dann kannst du nur beschränkt sich mit der Thema ausseinadersetzen, weil gerade Süchte austauschbar sind.
D. h. ein Heroinabnängiger kann zum Beispiel mit dem Heroin aufhören und ein Workaholiker oder Spielsüchtiger werden, eine Bulimikerin kann zum Koks greifen u.s.w.
Sicher, möglich ist alles Mögliche. Mich interessieren aber halt ganz einfach die "harten" Drogen und Alkohol - also stoffgebundene Süchte. Und um über
diese zu sprechen, habe ich den thread eröffnet.
@Eisbär und messie
... das sehe ich anders - gerade was Zigaretten angeht. Es ist immer die Frage, welche Substanz im Gehirn welche Spuren hinterlässt, welche Veränderungen... Davon hängt auch entscheidend ab, ob man von einer Substanz loskommen kann oder nicht. Bei Zigaretten sehe ich da keine so massiven Einwirkungen/Veränderungen (im Gehirn: auf körperlicher Ebene, nicht auf psychischer wohl gemerkt - die psychische Abhängigkeit ist bei Zigaretten auch gegeben, aber die körperliche nicht so stark wie bei anderen Substanzen) wie bei Substanzen wie Alkohol oder Heroin.
Ich kann mich hier ja auch mal "persönlich" outen - ich habe selbst also einige Jahre (relativ viel und eben regelmäßig) geraucht (s.o.) und konnte es zwei Mal lassen, bin jetzt seit vielen Jahren Nichtraucherin und habe überhaupt kein Problem damit, dass/wenn andere um mich herum rauchen. Auch bin ich sonst nicht "süchtig" nach/von etwas - behaupte ich mal - trinke nie Alkohol - nur alle paar Jahre mal (wenn überhaupt) ein Glas Rotwein - Alk schmeckt mir nicht, wozu soll ich ihn dann trinken?, trinke seit Jahren auch keinen Kaffee mehr, früher auch nie mehr als maximal 2 bis 4 Tassen täglich - maximal, kann auch sonst keine Sucht bei mir erkennen - außer, dass ich gerne Schokolade esse.
Ich war aber mal magersüchtig (zwei Jahre lang) (39kg bei 1,65m Körpergröße damals). Durch massive und langfristige Veränderung meines Lebensumfeldes kam ich da raus - ohne ärztliche Hilfe oder sonstige "Therapie".
Und @messie - Essen/Nahrung ist etwas, das man GAR NICHT "lassen" oder ausblenden oder verdrängen... kann - wenn man weiterleben möchte. Also um Nahrungsmittel kann ich -
im Gegensatz zu Alkohol und Zigaretten (und anderen stofflichen Substanzen) absolut keinen Bogen machen - ich bin Nahrungsmitteln täglich "ausgesetzt". Ich
muss mich damit beschäftigen - und trotzdem dabei von meiner "Sucht" loskommen (in meinem Fall also Magersucht).
Ein Raucher kann die Ziesen einfach meiden, wenn er von seiner Sucht los ist. Ein Alkoholiker kann/muss absolut alkoholabstinent leben. Aber ein Magersüchtiger oder Esssüchtiger oder Bulimiker - der kann nicht für immer "nahrungsmittelabstinent" bleiben/leben! Und dennoch muss auch er von seiner "Sucht" (

) loskommen, wenn er nicht sterben will - gerade die Magersucht kann durchaus zum Tod führen...
Und jetzt? Bin ich jetzt eine "suchtgefährdete" Persönlichkeit - könnte ich (wodurch???) auch von anderen Dingen (welchen?) abhängig werden?
Also ich sehe es eher so,
dass es zwischen den Süchten doch große Unterschiede gibt und die sind meiner Ansicht nach vor allem im Gehirn zu suchen bzw.
zu finden. Sicher spielt die Umwelt ... eine große Rolle, aber ob überhaupt (Sucht"potential" - und wie hohes), hängt auch stark von
der individuellen Veranlagung ab und ich denke, dass es also auch große Unterschiede gibt, was die Substanzen angeht bzw.
dass man zwischen stoffgebundener und stoffungebundener Sucht unterscheiden muss.
Ich möchte hier also trennen - und eben die stoffgebundenen Süchte (insbesondere ... siehe oben) diskutieren. Bzw. möchte ich also wissen,
ob und wie man
von diesen ("harten" stofflichen) Drogen loskommen kann. ?
@messie
Ich wüsste von keiner Sucht, von der Einzelne nicht loskommen könnten oder losgekommen sind.
und genau das stelle ich in Frage. Ich kenne zumindest keinen, der von Alkohol oder Heroin losgekommen ist - und ja, ich kenne einige Leute, die danach süchtig/davon abhängig sind (über Jahre, trotz "Therapien") - einige leben auch nicht mehr.
Und wenn du dir die Abteilungen in Therapieeinrichtungen bzw. Kliniken bzw. die Rehamaßnahmen ansiehst, wirst du feststellen (können), dass da dieselben Leute oft immer und immer wieder kommen ... !
Findest du die Ursache dafür und behandelst sie, dann stehen die Chancen da rauszukommen jedenfalls höher, als wenn du nur das Symptom bekämpfst.
Ja, das klingt so schön, nicht wahr? Bei anderen Krankheiten trifft das wohl auch überwiegend zu, bei Süchten ist es doch etwas anders (s.o. Stichwort: Vererbbarkeit/Veranlagung - also: die körperliche "Hardware"/Ausstattung).
Ich weiß nur dass es möglich ist. Wie man da rauskommt, da wird es bei jeder Persönlichkeit etwas geben, das sie zum Umkehren bewegt oder zwingt. Das lässt sich aber -wieder mal- nicht pauschalisieren, weil exakt dieselbe Vorgehensweise bei Person A super funktioniert und bei Person B überhaupt nicht.
Woher genau weißt du, dass es möglich ist?? Und dann: Wenn es wirklich so unterschiedliche Vorgehensweisen gibt und alles so individuell ist (von Sucht loszukommen), dann hätten Therapien keinen Sinn bzw. keine Chance, da es dort absolut nicht möglich ist, auf jedes Individuum eine individuell zugeschnittene Therapie "anzuwenden" - wie gesagt: schau dich doch mal um in Rehamaßnahmen (und Entzugsabteilungen von Krankenhäusern - in Hamburg sind das bspw. das UKE - psychiatrische Abteilung und Ochsenzoll - entsprechende Abteilung dort).
aber erstens möchte ich nicht dass man Rückschlüsse ziehen kann um wen es geht
(messie)
Ich habe an keiner Stelle gesagt oder gefragt, um wen es geht oder dass hier Namen genannt werden sollen...! Ich fragte, ob man Leute kennt (die loskamen: dauerhaft) und wie viele! Und vor allem WIE/WODURCH genau sie - dauerhaft!!! - loskamen. Auf diese Frage habe ich bisher noch keine wirkliche/eindeutige Antwort erhalten.