Ich habe vor einigen Tagen in der Berliner Morgenpost gelesen, daß 1/4 der Berliner Bevölkerung ausländische Wurzeln hat.
Unter den Jugendlichen ist es sogar die Hälfte.
Ja, und?
Die Jugendlichen werden ja wohl kaum im Ausland geboren worden sein. Sie sind
hier geboren worden. Also sind sie Deutsche. Mehr deutsch als man vielen nachsagt.
Eine sehr gute Bekannte von mir kommt aus Lateinamerika. Sie kam "erst" mit 15 nach Deutschland. Und, was ist nun, ein halbes Leben später? Das Temperament blieb, der Rest weniger: Sie liebt die deutsche Kultur, ist pünktlich, mag Schwarzbrot über alles, ist gläubige Christin und hat einen deutschen Wortschatz, da könnte sich so manch Studierender eine Scheibe von abschneiden.
So können ausländische Wurzeln eben auch aussehen!
Ich tue mir deswegen mit einer Allgemeinverteufelung der "Ausländer" schwer. Meines Erachtens ist die deutsche Sprache für die Integration sehr, sehr wichtig, aber alles darüber Hinausgehende ist reine Spekulation. Integrationsunwillen und ein Sozialschmarotzertum gibt es, aber ist das wirklich "typisch ausländisch"? Ich mag mich da nicht sehr aus dem Fenster lehnen wollen.
Zum Zweiten, "Kollabieren der Sozialsysteme": "Schuld" ist da vor allem die deutsche Einheit! Die Krankenkassen mussten von heute auf morgen Unsummen an Leistungen ausschütten, für die sie noch kaum bis keine Beiträge der Neuzahler gesehen haben, mussten eine Infrastruktur schaffen (Fillialen, etc. pp.), die vom kleinen Volumen der Ost-Einzahler nur teilweise abgedeckt wurde.
Wie es mit den Renten aussieht, weiß ich gar nicht: Was erhielt ein 65jähriger Ostdeutscher kurz nach der Einheit? Nix? Oder doch etwas? -> Selbst wenn nix, er erhielt dann eben Sozialhilfe. Geld, das eigentlich gar nicht zur Verfügung steht, da derjenige ja nix einzahlte.
Und so weiter, und so fort ...
Also, wenn schon kollabierende Sozialsysteme, dann schimpft mal schön auf die Ossis,
die sind schuld
