... Eben. Und wie das in diesem Land jetzt läuft, ist ja nicht erst seit Sarrazins Buch (oder einem Monat - siehe Gabriel) klar!:
Erwünscht und für wert gehalten wird nicht mehr jedes (neue) (menschliche) Leben, sondern nur das, welches aus Familien/von Eltern mit bestimmtem Einkommen, finanziellen Hintergrund/best. sozialer Schicht entstammt bzw. dort wieder hineingeboren wird - was ja leider viiiel zu selten passiert - dafür umso mehr in den unteren bildungsfernen Schichten.
Dem musste Einhalt geboten werden - war längst überfällig! Deshalb das neue Elterngeld, das zunächst nur für Besserverdienende reizvoll bzw. lukrativ war, jetzt sogar nur noch für diese, da Hartz 4-Bezieher gar keines mehr erhalten.
Genau: Die sollen sich gefälligst nicht mehr am Geld ihrer Kinder (für ihre Kinder) bereichern und deshalb so viele Bälger in die Welt setzen, um die sie sich dann nicht kümmern...
Und gleich noch eine andere Geschichte aus dieser Richtung:
Die Kleinen - am besten schon Säuglinge ab dem dritten Lebensmonat, spätestens aber ab einem Jahr - sollen ja nun bald einen "Rechtsanspruch" auf einen Krippenplatz erhalten.
Nein, nicht, damit den Familien durch "Entlastung" geholfen oder den Kindern mehr Fürsorge oder/und Bildung zuteil wird - weit gefehlt. Auch nicht, damit weniger Misshandlungen und/oder Vernachlässigungen an wehrlosen Kindern stattfinden können - wenngleich dies das Deckmäntelchen ist/die Werbeslogans sind, unter denen die Chose verkauft wird.
Dahinter steckt etwas anderes, das inzwischen auch nicht mehr als Verschwörungstheorie oder Schwarzmalerei abgetan werden kann, weil SÄMTLICHE Maßnahmen in diese Richtung allmählich einfach zu offensichtlich sind/werden!:
Zum einen haben die Mütter einfach keinen Bock, keine Nerven, mit ihren Kleinkindern täglich Stunden zu verbringen (immer weniger Mütter haben darauf Bock - auf alles was Kindererziehen/Kinder großziehen... so mit sich bringt - erfordert dies doch gewaltige Beschränkungen, Opfer, was die eigene Freiheit, Selbstbestimmung, freie Zeit und eigene Bedürfnisse angeht...) - es heißt dann: man hat ja nicht in gute (u. ggf. teure) Ausbildung (Zeit, Nerven, Geld...) investiert, damit man zu Hause nur noch Windeln wechselt oder Babysprache spricht oder auf Spielplätzen versauert oder in Krabbelgruppen geistig abbaut ... - Nein, hinzu kommt außerdem, dass dem Staat daran gelegen ist, die Frauen auch so schnell als irgend möglich wieder in den Job zu kriegen - nicht, um den Frauen oder Familien einen Gefallen zu tun oder gar den Kindern "Chancen und Türen zu ermöglichen/zu öffnen" ... (BLA!), sondern:
um insbesondere die vielen so kinderreichen Hartz4-Familien/-Frauen zur Erwerbsarbeit zwingen zu können! Denn: Kinderkriegen lohnt sich zum einen finanziell für diese Familien ja nun nicht mehr, zum anderen: Gibt es einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz bzw. hat sich (in den nächsten Jahren) erst mal eingebürgert, dass es normal ist, sein Kind nicht mehr wie bisher mit 3 (früher sogar erst mit 4 - aus guten Gründen übrigens!!), sondern bereits mit 2 bzw. dann ja mit einem Jahr in den Kiga/die Krippe zu bringen, so wird dies auch ganz schnell zur PFLICHT werden! Da heißt es dann: Leistungskürzungen, wer keinen Job annimmt - an der Kinderbetreuung liegt´s dann ja nicht mehr - die Plätze werden ja jetzt (für die Zukunft) geschaffen!
Ob das für die Familien, vor allem für die Kinder gut, angemessen, richtig ... ist - danach fragt kein Schwein! Dass es NICHT gut für sehr viele Kinder ist, habe ich zur Genüge erlebt (was sich für Dramen in Kindergärten abspielen, auch bei Tagesmüttern - Trennungs-/Verlustängste viel zu junger Kinder, die nicht nur ein paar Stunden die Woche, sondern oft bis zu 7 oder 8 Stunden täglich in Fremdbetreuung verbringen MÜSSEN - damit sind Ein- und Zweijährige definitiv überfordert - auch: Dreijährige!), aber das ist ein anderes Thema.
Was dann später mit diesen Kindern passiert, wenn sie Grundschüler sind, interessiert den Staat übrigens auch einen feuchten ...!
Es wird zwar ständig von Ganztagsschulen palavert, aber das GELD wird eben NICHT in die Ganztagesbetreuung für SCHÜLER gesteckt - wo es hingehörte, welche angemessen ist (bei berufstätigen Eltern oder Alleinerziehenden - die Schulkinder brauchen Anregungen von außen, sinnvolle Freizeitgestaltung, Zuwendung, Aufmerksamkeit, Angebote in viele Richtungen... - DAS macht auch "geistig und sozial fit"!), sondern eben: in Kinderkrippen. Genau - wie zu alten DDR-Zeiten, wo frau auch schon den Säugling acht Stunden täglich in die Krippe steckte - um arbeiten gehen zu können/müssen!
Die Schulkinder sitzen stattdessen als Schlüsselkinder alleine zu Hause vorm TV oder PC oder der Spielkonsole, dürfen sich ihr Essen (falls vorhanden) in der Mikrowelle selbst aufwärmen oder essen halt Chips und Süßigkeiten bis die Eltern (oder die alleinerziehende zumeist Mutter) abends nach Hause kommt.
Dass Sport und Kultur - Kunst, Musik, Theaterspielen ... wichtig für die kindliche Entwicklung, dass dies Bildung in der besten Weise ist - hat sich zwar längst rumgesprochen, wird aber nur an sehr wenigen Reform- oder Privatschulen umgesetzt/praktiziert - genau: an den anderen (staatlichen) Schulen ist dafür weder das Geld noch das Personal vorhanden - das wird ja immer weiter zusammengekürzt.
Wozu man sich da überhaupt noch Kinder "anschaffen" soll, wenn diese die meiste Zeit in Fremdbetreuung verbringen und man von ihrer Entwicklung kaum noch etwas mitbekommt, ist mir ein Rätsel.
... okokokok - ich bitte untertänigst um Entschuldigung für OFFTOPIC (?!?) und Polemik meinerseits. Aber es IST dies einfach die Realität!!! Und da wundert mich ein Buch wie das von Sarrazin nicht - viel eher diese heuchlerischen, verlogenen Reaktionen darauf - als wüssten alle (in der Politik mindestens) nicht SCHON LÄNGST (spätestens seit Einführung von Hartz 4), wohin die Reise geht !