Schönes Thema

Hatte zwei Mal eine Fernbeziehung.
Einmal mit 16/17, Lahr/Schwarzwald - Mainz/Frankfurt Main -> ca. 350km, wenn ich es recht erinnere. Führerschein und (eigenes) Auto also nicht verfügbar, Geld auch kaum, außerdem noch Schülerin.
Das zweite Mal mit 24/25, Heidelberg - Hamburg. Leider auch dann noch kein (eigenes) Auto und Führerschein verfügbar. Kohle auch wie oben.

Beim ersten Mal bestand die Beziehung schon vor der räumlichen Trennung/Distanz, beim zweiten Mal entstand die Beziehung erst während oder trotz der Entfernung.
Praktisch sah das so aus, dass ich beim ersten Mal in allen Schulferien und gelegentlich an den Wochenenden getrampt bin (ich zu ihm, denn wo er lebte war´s ja viel interessanter ...

).
Beim zweiten Mal war es auch so, dass überwiegend (eigentlich bis auf ein Mal nur) ich zu ihm fuhr - ebenfalls wieder per Anhalter, weil Bahnfahrten viel zu teuer und auch Geld für Mitfahrzentrale war leider nicht vorhanden. Ich fuhr so ziemlich (fast) jedes Wochenende die Strecke hin und zurück. Das hieß: Freitagabend los und Samstag meistens früh morgens in Hamburg angekommen (irgendwo, wo er mich dann meistens mit dem Auto abholte/einsammelte, da ich mich damals in Hamburg noch absolut gar nicht auskannte).
Samstag und Sonntag hatten wir dann zusammen - ich meistens relativ müde.
Sonntags musste ich dann am frühen Nachmittag wieder los, damit ich abends wieder in HD war (Montag zum Job bzw. Ausbildung damals noch), da abends mein Sohn von den Großeltern (väterlicherseits) zurückkam, bei denen er an den Wochenenden (damals noch gerne) war.
Ich fuhr also Freitag 600km hin, Sonntag 600km wieder zurück.

Ja, das war VERLIEBTSEIN ... !!

Insgesamt gibt es natürlich Auf und Ab´s. Einerseits hat man gerade in der ersten Zeit, wenn man noch sehr verliebt ist ..., meistens große, immense Sehnsucht (in jeder Hinsicht

) nach dem Anderen. Aber das hat auch was für sich, denn wenn man sich dann sah, war es jedes Mal einfach unglaublich schön, aufregend, erfüllend - schon die Vorfreude.
Ich erinnere mich zugegebenermaßen nicht ohne etwas Sentimentalität an diese Gefühle - auch auf der Autobahn, wenn ich auf den Schildern dann "Frankfut/M." oder später "Hamburg" las - jedes Mal ein totales Glücksgefühl, so dass man hätte schreien oder hüpfen können. Naja - so war das damals ...

Und es war eben auch jedes Mal (!) etwas Besonderes, wenn man sich dann sah - man hat immer was zusammen gemacht/unternommen (damals teils noch relativ verrückte Sachen, lag einerseits am Alter, andererseits aber auch an "ihm"!!

).
Ich fand es nicht wichtig, Alltag miteinander zu leben.
Mit der Zeit war es dann aber doch so (beim zweiten Mal vor allem), dass es schlichtweg zu anstrengend wurde, das dauerhaft so fortzuführen - also ich jedes WoEnde innerhalb von 3 Tagen ca. 1200km zu trampen - mit kleinem Kind (damals 4) und Ausbildung.
Außerdem war ich damals mit meiner Lebensumgebung (Wohnort) sowieso unzufrieden und wollte einfach mal "anderswo" leben. Köln hatte ich überlegt, es sollte eine Großstadt sein. Ostdeutsche Großstädte waren damals für mich irgendwie nicht interessant, reizvoll.
Blieb für mich nur Stuttgart (kam absolut gar nicht in Frage), München (auch: kein Thema, auf keinen Fall), Frankfurt/M. (aber das kannte ich ja schon und gefiel mir nicht mehr), Köln oder eben Hamburg. Berlin war mir als Landei einfach "zu groß" ... !
Deshalb zog ich dann also nach Hamburg.
Heute könnte ich mir eine Fernbeziehung auch nicht mehr für wirklich längere Zeit vorstellen. Zu stressig, da ich ja außerdem wieder mit Kind (aktuell 5 Jahre jung), nach wie vor kein Geld für teure Bahnfahrten oder Auto.
Nach wie vor habe ich nicht das Bedürfnis, mit einem Partner im selben Haushalt zu leben, aber möglichst doch in derselben Stadt oder in näherer Umgebung (bis ca. 50km).
Andererseits schlägt doch eine romantische Ader in mir, die, wenn es "große Gefühle" ... gibt, eine räumliche Distanz nicht wirklich als Grund sehen würde, eine Beziehung ausschließlich deshalb nicht zu wollen.
Eine Fernbeziehung hat für mich dennoch einfach was von "Abenteuer" (so habe ich meine beiden jedenfalls damals erlebt, soll heißen: es war eine tolle, sehr erlebnisreiche Zeit mit vielen neuen Eindrücken, Erfahrungen und intensiven Gefühlen ...).

Und wieder: PERSÖNLICHES

aus dem Nähkästchen geplaudert!
