ich mag gruppen prinzipiell nicht. ich war z.b. zu meinen studiumszeiten froh, sämtliche meiner freunde und bekannte nicht an der uni zu haben, dort kamen mir die leute trivial vor (biologen halt

). vielmehr gab es für mich eine art clique oder wie man das nennen kann, voller kaputter leute, die alle einen an der waffel hatten bzw. nach außen hin wie "gescheiterte existenzen" wirkten. unser haupttreffpunkt war ne sehr spezielle kneipe in berlin: alkoholiker, der koksende theker, heroinabhöngige, eine domina mit bwl-abschluß, einer lebte auf der straße, zwei transen kamen ab und zu vorbei, ein depessiver metaler, der nie seine lederjacke auszog und comics malte, meine manisch-depressive freundin, meine andere irre freundin, ein paar weitere lebensunlustige gestalten, ein dicker frauengeifernder linker punk, bleichgesichtige schüchterne computerfreaks... und wir sahen uns fast jeden tag dort und machten auch so sehr viel miteinander, baden gehen, geburtstage feiern, grillen, festivals fahren, konzerte gucken, umzug helfen, mutti besuchen :-D ... was freunde/freundinnen halt so miteinander treiben. das waren alles leute, die eigentlich in absolut keine gruppe passen und ebensowenig reinwollten, nur unter uns haben wir uns zuhause gefühlt.
dann 4-5 jahre später hat die kneipe dichtgemacht, unser hauptsitz war plötzlich weg. viele haben gejammert, es wurde eine ersatzkneipe gesucht, aber die zeit war eben vorbei und jeder ging seinem ding nach bzw. viele waren psychisch nicht in der lage, auch mal eigeninitiativ den kontakt zu den anderen nun vereinzelten individuen in berlin zu suchen. sicher änderten sich zu dem zeitpunkt auch die lebenswege von vielen und man mußte sich einem seriöserem tagesablauf hingeben (meine diss. begann)...
zusammengefaßt, es gibt auch "gruppen" die komplett aus individuen bestehen, die außer ihrem anderssein keinen konsens finden.