Ja, wie fang ich das jetzt wieder möglichst unverfänglich - unmissverständlich an?
Mir stellt sich die Frage: Wann hat man (lange) "genug gelebt"?
Angenommen, du könntest selbst bestimmen, wann du sterben wirst (vlt. also auch wie und wo):
Wann wäre das? - Nein, ich möchte keine genauen Daten wissen, sondern eher: welches Alter wäre deiner Ansicht nach eines, in dem man gehen kann?
Sicher spielen da auch Lebensumstände eine große Rolle. Aber ich beziehe mich nun auch nicht auf Depression oder Suizidalität.
Ich frage mich nur: Wann ist es für wen so, dass er sagt: Für mich ist/war es nun Lebenszeit genug, ich kann/möchte gehen. ?
Daran schließen sich natürlich Fragen an wie:
Warum hängen (manche, einige, die meisten?) Menschen sehr an ihrem Leben - was also bringt diese Menschen dazu, gerne noch lange oder länger leben zu wollen? - Was in ihrem Leben ist das (vom rein biologischen Lebenstrieb, Überlebenstrieb abgesehen)?
Was ist es, das ihnen Lebensfreude gibt, was ist es, das sie an ihrem Leben "hängen", festhalten lässt? - Wenn man das vlt. mal zu verallgemeinern versucht.
Ist es die Gegenwart und/oder Vergangenheit, die sie als "glücklich" empfinden oder ist es eher die Neugier auf die Zukunft (die eigene, aber auch die der Zeit, in der man lebt, Neugier auf Veränderungen, Entwicklungen, Menschen, Tätigkeiten ...)?
Leben diese Menschen also stark zukunftsorientiert - auf die Zukunft hin? (Machen wir das nicht - unbewusst - alle mehr oder weniger?)
Oder wovon hängt es ab, dass man vlt. gerade wegen eines bisher "zufriedenen", vlt. "glücklichen", "erfüllten" (ja, leider alles Phrasen, sorry) Lebens sagen kann: jetzt ist es (mir) (trotzdem!) genug?
Wenn man natürlich sehr krank ist oder in schlimmen Umständen lebt usw., ist es klar, dass man eher "lebensmüde" ist - aber sowas meine ich grade gar nicht.
Auch wenn man sehr alt ist, kann man "müde" sein und gehen, sterben wollen. Aber das meine ich auch nicht.
Sondern eher jetzt - "wir so" - wenn man also wüsste, man würde innerhalb einer Woche oder eines Monats oder weniger Monate sterben (müssen - in diesem Fall), würdest du sagen: Ja, es ist ok, es war "genug" (Lebenszeit, Erlebtes ...) oder würdest du eher sagen: Nein, reicht noch längst nicht? - Warum jeweils (wenn es nicht zu privat ist)?
Und klar, wenn man in großer Verantwortung steht (z.B. wegen Kindern oder Job oder weil andere Menschen einen "überlebenswichtig brauchen" ...) ist das auch noch eine andere Sache, aber ich bitte darum, es von solchen Dingen mal losgelöst zu betrachten - letztlich ist ja doch jeder Mensch entbehrlich! Und letztlich stirbt auch jeder (irgendwann) - und ob das nun heute (z.B. durch Unfall ...) oder erst in 20, 30 oder 40 ... Jahren ist, ändert an der Tatsache, dass jeder Mensch eines Tages "weg ist" nichts.
Also könntest du "heute" sagen: ja, ich habe ("eigentlich") (lange) genug gelebt oder würdest du eher sagen nein, hab ich (noch) nicht - ich hätte gerne noch mindestens soundsoviele Jahre oder soundsoviel Zeit (um ...)?