Jeder Mensch ist entbehrlich. Mag sein, aber nicht für sich selber.
(Simia)
Auch hier würde mich die Begründung interessieren - wenn wir also doch mal versuchen, von der "biologischen Anlage" abzusehen - warum sollte der (jeder) Mensch nicht für sich selbst (auch) entbehrlich sein (können)?
Wuss?
Vielleicht bin ich jetzt geistig zu schlicht, aber für mich sieht es so aus:
Wenn es mich nicht (mehr) gäbe, dann gäbe es mich nicht (mehr), denn es gibt mich ja nur, solange es mich gibt, woraus ich irgendwie zu schließen vermeine, dass ich für mich ziemlich unentbehrlich bin.
Kurz gesagt, ich glaube, ich könnte ohne mich nicht leben.
Geht das irgendwem anders?
("ich" kann natürlich meinem Körper abhanden kommen und ihn apallisch liegenlassen, aber dann kann er auch nicht mehr viel mit sich anfangen und ist nicht mehr "ich", also same difference)
Na also dass es darum nicht geht/ging (mir), liegt ja eben auf der Hand - wie du feststelltest.

Meine Frage ist also nicht die nach der materiellen/körperlichen/biologischen Existenz, die gegeben sein muss, damit ich überhaupt denken, zweifeln, mich fragen usw. kann.
Meine Frage ist: ob man nicht "geistig" (für sich) beschließen kann, für sich selbst entbehrlich zu sein. Also das mit der "Entbehrlichkeit" hat ja Simia eingeworfen und daraufhin fragte ich ihn, warum man also für sich selbst nicht entbehrlich ist/sein kann/sein können soll. ?
Ich habe lange genug gelebt, wenn ich das Gefühl habe, dass es das war
Kurz und knapp.
(SoylentHolger)
Wann hat man genug ge- bzw.
erlebt - wovon hängt das ab - von welchen Erfahrungen, Erlebnissen, Gedanken? - Wann bzw. warum
empfindet man es ("dann" ?) als "genug"?
Irgendwann wiederholt sich doch auch sehr Vieles ... !
Oder ist es vielmehr doch so (wie Simia ansprach), dass das letztlich nie der Fall sein wird/kann, weil man so sehr diesen extrem starken biologischen Überlebenstrieb hat, der einen immer weiter am eigenen Leben, der eigenen (biologischen) Existenz festhalten lässt?
Dass wir letztlich doch (auch) (nur) Tiere sind - in dieser Hinsicht ganz extrem!? - Dass wir uns wie Hamster in unserem Rad drehen müssen!? Weil unser inneres "Programm" kaum etwas anderes zulässt - außer vlt. eben in Ausnahmesituationen (die heute nicht mehr ganz so ausnahmsweise sind

) wie bspw. psychischer Erkrankung, schwerer Depression?
Kann ich aber sonst nicht (unabhängig von solchen "Zuständen", Gegebenheiten - Krankheiten) willentlich entscheiden, bestimmen, dass, wann und warum ich "genug gelebt" habe - somit also für mich selbst durchaus dann entbehrlich (geworden!) bin (denn es ist ja ein gedanklicher Prozess, der dieser Bestimmung vorausgeht)??
Ist der Wille, der "Geist", der Verstand letztlich also doch immer der (eigenen) Materie (dem Körper, der Biologie, den eigenen Trieben ...) unterworfen (jaja, eigener thread dazu vorhanden, eigentlich schon zwei. Jaja, Wille/"Geist" ist letztlich auch rückführbar auf materielle Vorgänge im Gehirn usw. weiß ich ja ...

) ? ? ?
Oder ist es doch möglich, hier eine gewisse "Freiheit" zu haben, eine "Selbstbestimmung" und Selbstverfügbarkeit bzw. -verfügung - eben weil wir einen "Geist" bzw. Verstand haben?!?
Ist es nicht in anderen (Lebens-)Situationen auch so, dass wir mittels Verstand, Vernunft unsere Triebe "im Zaum halten" (können)?!
Und macht uns nicht auch das gerade zu Menschen, dass wir uns u.a. auch unserer Vergänglichkeit, Endlichkeit bewusst sind - UND EBEN DESHALB MIT UNSEREM TOD ANDERS UMGEHEN KÖNN(T)EN als (andere:) Tiere es können (bzw. nicht können) ? ! ?
Ich muss im Unterschied zu allen anderen Tieren als Mensch nicht auf meinen Tod, auf mein "natürliches" Ende warten. - Ich kann es selbst vorwegnehmen. (Theoretisch zumindest - wie an anderer Stelle schon gesagt, ist das in der Praxis leider doch noch immer mit recht hohen Schwierigkeiten bzw. negativen Begleitumständen verbunden ...)