Author Topic: wann sterben?  (Read 5495 times)

Simia

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Re: wann sterben?
« Reply #345 on: 27 November 2011, 16:39:45 »
So sehr wir uns bei den Geschlechterklischees etc. einig zu sein scheinen ...

Der Artikel gefällt mir, zumal der Autor mit dem Thema Sterbehilfe bei mir offene Türen einrennt. Das Ding war von meiner Seite aus aber die ganze Zeit, dass es einfach keinen "Todeswunsch ex nihilio" gibt, den Du auf oder zwischen den Zeilen "ermöglichst", unterstellst, behauptest. Selbst der Autor spricht in einer Passage von Gründen wie Demenz etc. Und auch dieser Jemand aus Sapor Vitaes Beispiel, der einfach in der falschen Zeit lebt etc. unterliegt äußeren Umständen. Selbstbestimmtes Ableben ja, aber nicht *schlabopps*, ich bring mich jetzt um (Jaa, so hast Du das nie gemeint ;)). Der Knackpunkt liegt einen Schritt davor.

Von daher finde ich das, was Designer sagte, recht passend.

Quote from: Designer
"Ich will nicht mehr leben" klingt für mich einfach schon von Haus aus depressiv und niemals wie eine nüchterne sachliche Entscheidung. Ich glaube nicht, dass mich jemand davon überzeugen kann, dass er das Leben eigentlich ganz toll findet, aber keinen Sinn in einer Fortsetzung sähe und dem Quatsch deshalb jetzt ein Ende bereitet. Tut mir leid, aber ich glaube nicht, dass es das gibt. Wer das behauptet macht sich glaube ich selbst etwas vor und leugnet den eigenen Schmerz.

Auf Deinen Einwand auf diese Aussage hin zitiere ich am Besten einfach nochmal mich selber:

Quote from: simia
Das Bewusstsein, dass es jederzeit zuendegehen kann, hindert mich persönlich nicht daran, mein Leben zu gestalten – ganz ohne mir Gedanken über einen selbstbestimmten Abgang zu machen. Ich "gestalte" im Bewusstsein, dass ich möglicherweise morgen oder in einigen Minuten nicht mehr weitermachen kann. Anscheinend sind wir da einfach unterschiedlicher Herangehensweise?

Und ich bin ausdrücklich nicht religiös und stimme Dir auch hinsichtlich des "Sprungs" im Wesentlichen zu. Und das Leben ist für mich gerade kein (göttliches etc.) Geschenk, wir sind unser Leben. Aber gerade deshalb versuche ich, alles rauszuholen.

Aus zeitlichen Gründen erstmal genug, später noch mehr zu Camus (was mir schon seit Woooochen unter den Nägeln kokelt 8)).
« Last Edit: 27 November 2011, 21:39:57 by Simia »
Wenn du feststellst, dass das Pferd das du reitest tot ist, steig ab.

Kallisti

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Re: wann sterben?
« Reply #346 on: 27 November 2011, 23:58:49 »
Ja, da wart ich auch drauf (seit Wochen  :P  :D ) ---> zu Camus. ;)


Naja, wie ich ja vorne irgendwo auch schon mal schrieb: klar, es gibt natürlich "Gründe" und Ursachen. Man entscheidet es ja (hoffentlich) bewusst, also hat man darüber nachgedacht, also hat man auch Gründe.

Aber naja ... ich finde, da is man mit "gestalten" dann ja so ziemlich am Ende. Man entscheidet dann doch nur noch - und gestaltet nix mehr. Oder? Also den eigenen Tod gestaltet man eher nicht oder? Gibt sicher Leute, die den inszenieren (wollen), ja ok - dann is das auch eine Art Gestalten. ?

Naja. Also jedenfalls freue ich mich immer wirklich wie ein kleines Kind und hopse fast im Kreis dabei, dass/wenn ich Leute lese, höre, sehe/erlebe/kenne(n) (lerne), die ähnlicher Ansicht sind (wie ich) (auf dieses "Thema" bezogen). :)

Warte dann jez also mal noch bisschen weiter (auf deine Ausführungen zu Camus - da fällt mir ein: den hab ich an anderer Stelle im Forum ganz vergessen zu erwähnen  8)  :D  - gleich mal nachholen.  ::)  ;D ).
Die einzige Art, gegen DIE PEST zu kämpfen, ist die Ehrlichkeit." Albert Camus

"Die Leute, die ich gerne habe, die müssen nicht wie ich denken, aber irgendwie müssen sie verstört sein, nicht unbedingt stark, aber bis zu einem gewissen Grad... Die Leute, die ich gerne habe, das waren immer Leute, die irgendwie ihr Leben verfehlt haben..., die irgendwie misslungen sind als Wesen." E.M. Cioran