Ich war 2009 ein halbes Jahr in China zum Studium und könnte mir auch gut vorstellen, wieder dahin zu gehen. Nicht auf ewig, aber vielleicht für 3-5 Jahre.
Warum dorthin: Interesse an dieser komplett anderen Kultur, coole Sprache, engl. Bücher kosten nur ~ 10 cent *sabber*

, Essen, Teilhaben an diesem enormen (wirtschaftlichen, gesellschaftlichen etc ...) Aufschwung ( war 2006 das erste Mal da, es war schon unglaublich, was sich alleine in den 3 Jahren geändert hatte), berufliche Perspektiven, Weiterbildung
Vorbereitung: Durchfalltabletten kaufen

, Vokabeln pauken, herausfinden mit welchen Programmen man die Internetzensur umgehen kann
Was würde man vermissen:
brauche Möglichkeiten zum Ausgehen, brauche wenigstens ansatzweise eine vorhandene Grufti-Szene.
Außerdem kann ich mir vorstellen, dass ich mich woanders dauerhaft fremd fühlen und mich mit den Mentalitätsunterschieden nicht arrangieren könnte. Irgendwo mag ich die (Nord-)Deutsche Mentalität auch...
Definitiv. Mir hat am meisten die Musik gefehlt. Als Konzertjunkie ist es hart, 6 Monate lang auf "vernünftige" Musik zu verzichten. In Läden, Bussen, Radio etc. läuft nur dieser grausamst seichte chin. Popschrott. In den Clubs ( zumindest in meiner Stadt, in Peking ist das z.B. anders) lief NUR Techno. Ok, nachdem der DJ wusste dass wir Deutsche waren, hat er ab und zu Tictactoe und Falco (*hust*) gespielt

Aber es fehlten einfach generell Subkulturen ^^ Keine Punks, Emos, Hippies, Metaller, Goths etc. Die hab ich dann auf "der feindlichen Insel" Taiwan gefunden. Da gabs sogar Gothicläden

Und Lacrimosa auf Tour, nach 6 Monaten Entzug freut man sich sogar darüber...
Dazu kam, dass "der Durchschnittschinese" und ich nicht so ganz auf einer Wellenlinie waren. Viele hatten Angst vor mir, weil ich nicht so niedlich weiblich wie die meisten Frauen vor Ort war

Und mit den Männern konnte ich dementsprechend auch nichts anfangen!
Essen ist auch ein Punkt, den man vermissen kann. Da es in China aber unglaublich göttliches Essen gibt, kommt das eher selten vor.
Was ich nicht nachvollziehen kann, sind "Expats", die sich komplett ausgrenzen. Ein Bekannter von mir hat 3 Jahre in Shanghai gearbeitet, nach den drei Jahren konnte er max. 10 Sätze Chinesisch sprechen, nichts schreiben oder lesen, und hing in Shanghai nur mit Westlern in Westler - Läden/Clubs etc. rum. Dadurch entgeht einem meiner Meinung nach soviel, besonders in so einem vielseitigen, riesigen Land. Aber naja, jder wie ers mag...