Ja. Schade.
Es gab mal ein paar Leute - "früher" ... mit denen konnte man sich auch in diesem Forum über "solche Themen" austauschen.
Allerdings finde ich, dass gerade die Gedanken über
die eigene Identität, Person, Persönlichkeit absolut keine nur für "Philosophen" sind, sondern sich darüber doch eigentlich jeder (halbwegs erwachsene Mensch) Gedanken machen sollte! ?!
Mag sein, dass diese Fragen auch besonders heikel oder schwer zu beantworten sind (auch vlt. unangenehm ..). Aber dass man es deshalb einfach so total wegschiebt, ignoriert, verdrängt - ja, das is halt wieder das "Lustprinzip" - es soll alles möglichst viel und lange "Spaß bringen".
Ich habe tatsächlich den Anspruch, dass man aber mit um die 30 aufwärts doch ein bisschen bewusster, selbst-bewusster bzw. auch selbst-kritischer durchs Leben geht, dass man sich nicht nur für aktuelles Tagesgeschehen und eigene Lustbefriedigung interessiert ...
Andererseits - ja: vielleicht ist das wieder genau das Thema (siehe "wann sterben"-thread) - dass es wohl doch nur (relativ) wenige Menschen gibt, die so "ticken". Dass die Mehrheit wohl doch einfach ihren Alltag lebt, praktisch, pragmatisch - dabei möglichst viel "Genuss" rausholt oder "Spaß". Und dass für Gedanken "über die Welt", das Sein, die Verhältnisse kaum bis kein Raum ist, man sich dafür keine Zeit nimmt, sich nicht interessiert.
Politisch, ja, das muss/möchte man natürlich sein - dafür soll man sich dann doch ein bisschen interessieren, damit man "informiert" ist, mitreden kann, nicht als Idiot dasteht.
Aber das hat ja auch "Hand und Fuß" - da hat man eher was "zum Anfassen" bzw. vor Augen - ja, das ist wohl "konkreter".
Gedanken über das Selbst und das Sein, über Gerechtigkeit/Ungerechtigkeit, Freiheit/Freisein, über Wille, Identität, Leben und Sterben, über Fragen, Zweifel, Unsicherheiten, Ungewissheiten, Ambivalenzen ... die will man sich nicht (so gerne, wenn überhaupt) machen. - Genau: was "bringt" einem das auch?! Davon kann man sich nichts kaufen und Anderes bringt dann doch eher "Spaß". (Jedenfalls kurzfristigen, zeitlich befristeten, vorübergehenden. Und dann ist man wieder auf der Jagd nach dem nächsten Spaß-Erlebnis ...)

Ich finde, es hat etwas mit Menschsein zu tun, dass man über das Nützliche, Pragmatische hinaus geht, dass man sich für die "größeren" Zusammenhänge interessiert, dass man sich gerade selbst hinterfragen kann, dass man reflektiert - dass man nicht alles nur auf Funktionaliät und Nützlichkeit ausrichtet.