Die Versammlungen setzen sich dafür ein, dass Banken künftig nicht mehr "gerettet" werden müssen, sondern diese künftig sich selbst retten müssen, wenn sie Mist gebaut haben.
So sehr ich gegen Rettungen durch den Staat bin, darf man bei sowas aber auch nicht vergessen: Wenn sich die Banken dann nicht selber retten, können die Auswirkungen auf die daran beteiligte Bevölkerung auch ganz ganz böse sein...
Ja, momentan ist es so. Leider.
Darum ja auch die klare und eindeutige Forderung, dass Banken sukzessive ihr Eigenkapital so sehr erhöhen, dass sie auch große Ausfälle abfedern können.
Da sie es nicht von sich aus machen kann es nur über Gesetze laufen die festlegen, dass sie sowohl das Eigenkapital erhöhen, als auch dieses dann auch wirklich verwenden müssen, wenn sie sich verspekuliert haben.
Wenn sie dann immer noch im Eimer sind - nun ja - dann ist zumindest die Summe, die der Steuerzahler bezahlt, lange nicht mehr so groß - Geld, das dann dem Sozialwesen und den Renten zur Verfügung steht.
Im Unterschied zu den Wall Street Protesten hat heute nicht eine breite Mittelschicht demonstriert, sondern zum Großteil Altlinke und Freaks, die man gut und gerne als Verlierer der Gesellschaft ansehen kann.
Hey, du kennst doch die Mechanismen: Am Anfang sind es
immer die Linken, Altlinken und Schon-immer-Aktivisten-gewesen-Leute, die den Ton angeben. Ich wüsste keine Demonstrationsserie, die sofort mit Mittelschichtlern begonnen hätte.

Auch Stuttgart21 begann mit einigen Menschen, die mit "immer-dagegen-Leute" noch reichlich euphemistisch betitelt wären.

Was das Ganze bringen wird? - Vielleicht gar nichts, vielleicht eine Menge. Man weiß es nicht.
Es fehlt hier die Regelmäßigkeit und -da gebe ich dir recht, colourize- ein Ziel, das eindeutig und klar ist und nicht irgendeine Gruppe übervorteilt, sondern tatsächlich auch der Mittelschicht am Herzen liegt.
Stuttgart21 sowie die Anti-Atomkraft-Demos zeigen es ja auch deutlich: In B-W war mit Mappus leicht ein Unsympath gefunden, mit dem Bahnhof ein Symbol, gegen das es einfach war, dagegen zu sein und auch eins, bei dem es einfach war, für etwas zu sein - "oben bleiben" eben; die Motivation für Anti-AKW-Demos muss ich wohl mittlerweile niemandem mehr erklären.

Nun ja, mal sehn wie es weitergeht. Im Internet wird ja heiß diskutiert, bin mal gespannt was bei 'rauskommt.

Zur Anzahl der Menschen: War schwer zu schätzen. Meine eigene kam so auf um/bei 3000. Deutlich mehr als 1000 waren es jedenfalls definitiv, was ja auch nicht schwer ist: 20 Reihen à 50 Leute, da war aufm Rathausmarkt jedenfalls noch lange nicht Schluss.
Ist im Prinzip auch wurscht - vierstellig ist jedenfalls schon mal nett.
