Den Erklärungsversuch der FR fand ich dann allerdings doch recht einleuchtend. In einem Land, in dem Verantwortung für einen Großteil der Leute eher Gefahr als Nutzen darstellt, scheint die Angst vor deren Konsequenz größer zu sein als die Bereitschaft zur Hilfe.
Als ich in China war, hat unser Lehrer uns vor dem von der FR genannten Punkt gewarnt. Rentner lassen sich aus Bussen fallen und beschuldigen dann denjenigen, der ihnen hilft, dass er sie geschubst hätte. Krank sowas.
Vielleicht liegt es tatsächlich daran, daß in China das Wohl des Individuums, inklusive des Lebens eines einzelnen, einfach nicht viel wert ist.
Das ist leider der Fall, und es hat wirklich mit der Masse zu tun, aber auch mit dem kommunistischen bzw. maoistischen Hintergrund. Während des USA-Vietnam- Konflikts beispielsweise, hatte China Sorge, dass die Amis direkt nach Südchina weiterziehen. Aussage des damaligen Kriegs(oder so) - Ministers: Sollen sie nur kommen, wir haben Hunderte Millionen, die wir ihnen einfach in den Weg stellen können. Das Individuum war egal, es ging nur darum, die Revolution voran zu treiben.
Es war ein Mädchen!
In vielen Ländern (gehört(e) China nicht auch dazu?) sind/waren Mädchen nichts wert und wurden ja auch gern direkt nach der Geburt umgebracht. Nur Jungen zählten etwas. Eien Tochter? Bitte nciht. Ein Sohn? Immer her damit. Zugegeben, ich kenne mich da nicht wirklich so aus, aber: gegenüber Mädchen war und ist man in vielen Ländenr absolut gefühlslos. Ich frag mich ob man ebenso gefühllos "nicht-reagiert" hätte, wenn da ein Junge gelegen hätte...
Das Problem der Mädchen-Minderwertigkeit ist ja durch die Einkind-Politik entstanden, besonders auf dem Lande. Wenn man nur ein Kind bekommen konnte, wollte man natürlich lieber einen Jungen: der konnte die Farm / den Betrieb übernehmen, für seine Eltern sorgen etc.. Mädchen wurden "weggeheiratet" und der eigene Betrieb/Name hatte keine Zukunft. Heutzutage ist das nicht mehr soo extrem ( obwohl es - gerade auf dem Land - immer noch vorkommt). Was mich bei dem Video eher gewundert hat: Durch die Einkind-Politik sind Kinder heilig. China wird nicht umsonst als "Land der kleinen Kaiser"(Kaiser = männlich?

) bezeichnet. Kinder werden extrem verhätschelt und die ganze Familie gibt alles für die Zukunft des Kindes. Normalerweise hätte ich also erwartet, dass die Reaktionen anders ausfallen, gerade WEIL dort ein Kind, und kein Erwachsener liegt.
Ich hab in China gelebt, habe viel Chinabezug und kann mir das nicht wirklich erklären. Es ist Tatsache, dass die Chinesen in einigen Lebenslagen/Situationen im Vergleich zu den Westlern sehr abgestumpft wirken, und es auch oft sind. Aber so eine ausbleibende Reaktion ( gerade z.B. durch die Mutter, die selber mit ihrem Kind direkt daran vorbeiläuft!!!) ist defintiv NICHT Standard in China. Deshalb ist das ja auch in China selbst ein großes Thema zur Zeit... auch wenn es sehr bald unter den Tisch gekehrt werden wird.