...weil das Gefühl nicht mehr da ist, alles sei nur eine temporäre Erscheinung, und irgendwo würde der Ernst des Lebens dann auf einen warten.
nein, nicht der ernst des lebens. sondern der sinn oder etwas übermächtiges...
Einspruch, Euer Ehren.
Der Sinn des Lebens hält einen davon ab, zu tun was man gerne möchte?
Was für ein Sinn soll das sein, der dazu führt, dass das Leben nicht mehr tobt, dass man eben nicht mehr macht, was man möchte? Gewinnt man am Ende einen Preis, wenn man der Vernunft den Vorzug vor dem Leben gab?
So ein Typ namens Kahmüh oder so *bischen sinnlos kallististichel* schrieb dazu etwas sehr lesenswertes und stellte die Frage, ob nicht angesichts der offensichtlichen Absurdität der Existenz und des Todes als unausweichlicher Fatalität nicht die permanente Revolte, das tägliche Ringen des sinnsuchenden Menschen gegen die aus der Absurdität resultierende Sinnentlehrtheit, nicht die einzige Möglichkeit sei, eben dieser Absurdität ihren Schrecken zu nehmen.
Frag mal die anwesenden (teilweise auch temporären) Midlife-Crisler, ob sie vielleicht etwas ausgelassen haben, was der Sinn hätte sein können und sie haben ihn eben bloß verpasst. Hier mein öffentliches Outing als Zugehöriger dieser Gruppe, und ich fange mal an:
Anständige Ausbildung genossen? Haken.
Eine eigene Existenz mit materieller Abgesichertheit aufgebaut? Haken.
Familie gegündet? Haken.
Karrierepfad eingeschlagen? Haken.
Aber dennoch, der Wunsch, das Leben zu schmecken, blieb. Ihn (zeitweise) zu verbuddeln ging ganz fatal schief.
Und übermächtig ist (ich kann hier niemanden zitieren außer mir selbst, und ich habe nicht nur in jüngster Zeit meine Erfahrungen damit gesammelt) nur eines im eigenen Leben: Man selbst.
Daher freue ich mich des Urlaubs und bin im Duncker heute Abend. Einfach, weil es geht.
Party on!