Author Topic: Elektronische Gesundheitskarte Lichtbild Pflicht?  (Read 1438 times)

Multivac

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Re: Elektronische Gesundheitskarte Lichtbild Pflicht?
« Reply #30 on: 16 December 2011, 13:53:16 »
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nun messi, dein argument macht nur sinn, wenn man ärzte hat, die ihr handwerk verstehen. letzteres glaube ich jedoch nicht, wie man meinen beiträgen hier sicher schon entnehmen konnte.
Das aber ist dummerweise noch mehr ein Argument für detailliertere Daten in der Gesundheitskarte ;)
Denn wenn ein Arzt Mist baut, kann er sich dann nunmehr nicht mehr darauf berufen, er hätte von diesem oder jenem Beschwerden des Patienten nichts gewusst, weswegen eine Fehldiagnose stattfand. In der Karte steht's schließlich schwarz auf weiß drin, welche Medikamente er erhält, was bereits versucht wurde, etc. pp. Insofern hilft diese noch, Fehler des Arztes aufzudecken, es erleichtert die Beweisführung, wenn jemand beispielsweise falsch medikamentiert hat.
damit implizierst du aber, daß es eine mögliche absolute kontrollinstanz gibt. die existiert aber nicht. eine krähe hackt der anderen kein auge aus. und juristisch kommst du dagegen schon garnicht an. außerdem sind viele bereiche sehr subtil, da kannst du nicht schwarz-weiß behandeln oder eine eindeutige diagnose stellen. und desweiteren sind ja auch die kontrollinstanzen nicht fehlerfrei ;)

aber ich merk schon, diskutieren hilft da nicht viel. das muß man selbst erleben oder aus erster hand hören, wie differenziert und vielschichtig das problem ist.
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Kallisti

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Re: Elektronische Gesundheitskarte Lichtbild Pflicht?
« Reply #31 on: 16 December 2011, 13:59:25 »
messie

also davon mal abgesehen, dass es sowieso umöglich ist, dass Daten über Patienten für diese selbst nicht einsehbar, nachvollziehbar und also auch kontrollierbar sind - ist das andere Problem durchaus gegeben, denn:

Es ist ja, wie sowohl Multivac als auch ich bereits schrieben, leider so, dass vielen Ärzten das herzlich egal ist, was wer zuvor schon untersucht oder (vermeintlich) festgestellt hat - im Gegenteil: dann lässt Patient sich ja noch leichter abwimmeln:

Sehen Sie - Kollegen X und Y haben Ihnen doch schon mitgeteilt, dass ...
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Denn wenn ein Arzt Mist baut, kann er sich dann nunmehr nicht mehr darauf berufen, er hätte von diesem oder jenem Beschwerden des Patienten nichts gewusst, weswegen eine Fehldiagnose stattfand. In der Karte steht's schließlich schwarz auf weiß drin, welche Medikamente er erhält, was bereits versucht wurde, etc. pp.

Es geht doch aber nicht nur um Medikamente, die verordnet wurden, sondern erst mal und vor allem darum, dass ein Arzt bereit sein muss, über seinen Horizont zu sehen bzw. diesen - regelmäßig - zu erweitern, einzugestehen, dass/wenn er etwas gerade nicht so genau weiß, es dann aber auch wirklich selbst nachzulesen bzw. in Erfahrung zu bringen und entsprechend den Patient als "Partner" zu sehen - nicht als jemanden, über den man hinweg geht, weil er angeblich keine Ahnung hat!

Ich sehe es auch so wie Multivac, dass der Patient selbst seinen Körper am besten kennt (ok, jedenfalls dann, wenn man ein bisschen auf sich, seinen Körper achtet - Körperwahrnehmung und so). Dass man selbst dann auch vielleicht Vermutungen hat, insbesondere, wenn man selbst um bestimmte Hintergründe/Ursachen weiß, um eigene Reaktionen (auf Nahrung, Medikamente, Behandlungen, Umwelteinflüsse ... ... ...), wenn man dann auch noch selber recherchiert (also: seriöse Quellen sucht, sich nicht einfach im Internet von irgendwem mit irgendwas verrückt machen lässt - is klar) und wenn dann sowieso immer gefordert wird, erwachsene Menschen sollten mit ihrer Gesundheit und Krankheit eigenverantwortlich umgehen - dann geht sowas (solches ärztliche herablassende und oft ignorante Verhalten) gar nicht.

Durch die Karte wird aber genau das doch erst recht noch ermöglicht bzw. fortgeführt - jedenfalls nicht: zugunsten der Patienten geändert.


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Dass man sich zweite und dritte Meinungen von Ärzten bei komplizierten Krankheiten einholt, ist für mich völlig normal. Das wird eine Gesundheitskarte auch nicht verhindern ;)
Der Gesetzgeber erhofft sich, so verstehe ich es, aber eine Kostensenkung dadurch, da zahlreiche Untersuchungen nicht doppelt durchgeführt werden müssen, die Anamnese deutlich kürzer ausfallen kann (weil der Arzt eh alles nachlesen kann, lesen geht schneller als reden) und auch keine Medikamente mehr zuviel ausgegeben werden können.

Eben das denke ich nicht - dass dann Zweit- oder gar Drittmeinung so einfach noch möglich sein wird - im Gegenteil - aus oben genannten Gründen bzw. von dir selbst genannten Gründen: is doch auf der Karte alles schön dokumentiert - also wird der Arzt auch äußert sorgfältig vorgegangen sein und er muss es doch schließlich wissen - das ist doch sein Job!

Eben: Kostensenkung - wie immer --- zulasten der Patienten.

Die einzige Art, gegen DIE PEST zu kämpfen, ist die Ehrlichkeit." Albert Camus

"Die Leute, die ich gerne habe, die müssen nicht wie ich denken, aber irgendwie müssen sie verstört sein, nicht unbedingt stark, aber bis zu einem gewissen Grad... Die Leute, die ich gerne habe, das waren immer Leute, die irgendwie ihr Leben verfehlt haben..., die irgendwie misslungen sind als Wesen." E.M. Cioran

Multivac

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Re: Elektronische Gesundheitskarte Lichtbild Pflicht?
« Reply #32 on: 16 December 2011, 14:01:31 »
*applause* \o/
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Kallisti

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Re: Elektronische Gesundheitskarte Lichtbild Pflicht?
« Reply #33 on: 16 December 2011, 14:02:11 »
Hase - manchmal sind wir ja doch einer Meinung.
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Multivac

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Re: Elektronische Gesundheitskarte Lichtbild Pflicht?
« Reply #34 on: 16 December 2011, 14:04:29 »
ja, wir sollten es in goldenen lettern in eine gedenktafel eingravieren.  :-*
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messie

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Re: Elektronische Gesundheitskarte Lichtbild Pflicht?
« Reply #35 on: 16 December 2011, 14:17:11 »
Klar, dieses "ein Arzt hackt einem anderen kein Auge aus"-Prinzip ist natürlich der Haken an der Sache. Ganz klar. Und dass Ärzte meist keine Engel sind bestreite ich auch gar nicht. Ich werd den Teufel tun. ;)

Allerdings begrüße ich Transparenz, die ist dringend nötig im Gesundheitssystem! Die Gesundheitskarte ist an und für sich eine gute Idee, aber halt, wie so oft seitens der Regierung, nicht zu Ende gedacht. Ideal wäre es, wenn der Patient sie selbst selbssttätig auslesen könnte und damit selbst immer auf dem neuesten Stand ist, was da eingetragen wurde.

Am liebsten wäre mir, wenn da dann auch drinstehen würde was der Arzt dann letztlich abgerechnet hat, sodass man immer im Bilde ist! Das würde, habe ich ja schon mehrfach erwähnt, sehr viel schneller zu Kosteneinsparungen führen als irgendwas anderes, da die Kontrollinstanz dann nämlich der Patient selbst ist und er irgendwelche utopischen Abrechnungen dann auch mal anmängeln kann.

Zwar bringt das bei Ärzten mit echter krimineller Energie immer noch nix, die behaupten einfach sie hätten die Maßnahmen tatsächlich gemacht und was der Patient da denn so dreist lügen würde, aber die Hemmschwelle für Fehlabrechnungen wäre doch deutlich höher.

So wie die Gesundheitskarte momentan getestet wird, ist sie jedenfalls auch für mich nicht groß erstrebenswert. Der Nutzen ist einfach zu gering im Vergleich zu den Risiken, die daraus momentan mangels Transparenz noch sehr groß sind.
Möglich ist, was man für möglich hält.