Nachdem sich hier doch noch eine vernünftige Frau (danke Kaffebohne) und ein paar vernünftige Männer zur Diskussion eingefunden haben, will ich nochmal was aus meiner Perspektive dazu sagen.
Mich persönlich hat es eben in meiner letzten Beziehung betroffen. Vielleicht mache ich damit jetzt schon wieder zu viel öffentlich, aber ich werde einfach keine Rücksicht mehr nehmen, denn es wurde auch keine Rücksicht auf meine Gefühle, Privatsphäre oder Wünsche genommen. (ich wurde in den Schützengraben geschubst)
Die Rollenverteilung war mitunter nicht sehr klar. Als emanzipierter, moderner, aufgeschlossener Mann, für den ich mich halte, stellte das kein Problem dar. Ich finde den Gedanken das die Frau das Geld verdient und ich mich um die Kinder und den Haushalt kümmern würde, sogar recht verlockend. Und das sicher nicht, weil ich faul bin

Ich stehe auch ansonsten gerne dazu, öfters mal eigenschaften zu zeigen, die eher dem Frauenklischee entsprechen dürften. Das brachte mir schon den Beinamen die bärtuge Lady ein. Diesen trage ich aber mit stolz. Denn ich stehe zu dem wie ich bin. Von daher sehe ich mich auch nicht auf dem Weg in irgendein vordefiniertes Rollenbild. Sondern ich versuche eben möglichst einfach ich selbst zu sein. Nicht zuletzt, habe ich ihr eben auch zugestanden, sich mitunter sehr stark dem männlichen Klischeebild entsprechend zu verhalten.
Nun war ich mit einer hochintellektuellen, modernen Frau zusammen. Sie selbst interessiert sich eben auch für das Gebiet Gender Studies unter anderem. Und jetzt, nachdem sie mit mir auf sehr unschöne weise gebrochen hat, ihr neuer, meinem Eindruck nach, eher dem männlichen Macho Klischeebild entspricht (was ich hoffentlich nicht tue) und was besagte Frau auch angeblich nie wollte... Da durfte ich mir dann Vorwürfe anhören, das ich nicht ausreichend die Rolle des Mannes übernommen habe. Einerseits soll Mann also möglichst er selbst sein. Andererseits wird er dann sogar von einer eigentlich maximalst gebildeten, modernen Partnerin dann doch wieder in das Klischeebild gezwängt und an längst vollkommen überholten Werten gemessen.
Das hat mein Ego dann schon ein wenig gespalten. Auch dem Weg wieder zurück zu mir selbst, habe ich eben begonnen mich mit der Persönlichkeitsentwicklung in die verschiedenen Richtungen zu beschäftigen. Der forderung besagter Frau nachgehend, habe ich mich erst einmal auf die Entwicklung hin zum Frauen aufreißenden, manipulierenden Macho Arschloch begeben. Ich wollte einfach mal sehen was da so dran ist und habe wirklich ERSCHRECKEND! viel Material dazu gefunden. Es hat mich erstmal vom Hocker gehauen. Zumal es da einige wirklich interessante und extrem vielversprechende Konzepte gibt, womit Mann wohl bei Frauen wirklich alles erreichen kann.
Letztendlich musste ich aber feststellen, das das einfach absolut nicht meine Welt ist. Das bin nicht ich. Dann werde ich lieber 1000 mal abserviert und als Weichei beschimpft, denn als Macho der ich nicht bin, dann erfolgreich zu sein. Ich stehe zu meiner Emotionalen Seite und will/ werde sie auch weiter ausbauen und erleben.
Gerade da kam mir dann die Männerbewegung in den Sinn. Ich hatte damit bisher eher keine Berührungspunkte, weil ich dafür in unserer wunderbaren modernen, emanzipierten Welt eigentlich keinen Sinn gesehen habe. Aber gerade wenn wir in unserer Gesellschaft starke Frauen akzeptieren wollen, dann müssen wir auch Männern genauso schwächen zugestehen.
Und da finde ich es sehr sinnvoll die Männerbewegung von der Frauenbewegung klar abzuspalten. Das wir in unserer Gesellschaft jeden Mensch als Individuum unabhängig vom Geschlecht betrachten können, sehe ich noch lange nicht. Und da das Geschlecht eben eines der Hauptunterscheidungsmerkmale ist, halte ich es für sehr sinnvoll, hier auch bei der befreiung von Klischeerollen und dem finden eines eigenen weges, diese Trennung vorerst beizubehalten. Man sollte sich natürlich weiter aufeinander zu bewegen und zusammen arbeiten. Aber die emazipation der Frau unterscheidet sich doch wesentlich von der des Mannes.
Edit: Ich muss hier gestehen, das ich momentan noch nicht wirklich wieder im vollbesitz meiner Kräfte bin. Ich habe immernoch starke psychische Probleme und die äußern sich bei mir auch noch körperlich. Unter anderem dadurch das ich inzwischen fast 10kg abgenommen habe, wegen Magenproblemen. Und, wie sich hier leider... wie ich eben eingestehen muss... doch zu deutlich auf meine fähigkeiten der Artikulation auswirkt. Ich habe die letzten 3 Monate keine Nacht mehr als 4 Stunden geschlafen und das auch nur selten am Stück. Trotzdem klammere ich mich an meinen Tagesablauf vom normalen 8h Arbeitstag, über die Abendschule bis hin zum regelmäßigen Sport. Mein Körper macht zum Glück so einiges mit. Aber mein Geist verabschiedet sich dabei momentan leider immer mehr. Ich bitte daher nun doch um entschuldigung und hoffe das meine Texte einigermaßen lesbar und verständlich sind.