« Reply #26 on: 06 January 2012, 15:19:23 »
K-Ninchen
... bin ich auch für - wie macht man das am einfachsten? Soll/darf ich alle themenbezogenen Beiträge (die bisher hier drin sind) in einen neuen thread rüberkopieren?
Oder gibt es da noch eine andere Möglichkeit?
Kann man die sonst hier alle rauslöschen und in neuen thread übertragen?
Als Titel würde ich mir sowas wünschen wie
"(Neue) vaterlose Gesellschaft - Ursachen, Hintergründe, Folgen" oder so. 
oder
"(Warum) Wollen Frauen Mütter (?!), Männer aber (oft) keine Väter werden?"
(Also mehrere einzelne Fragen da in einer zusammengefasst.)
Bis dahin erlaube ich mir nochmal, messie zu antworten.

messie
... dass es diese von dir genannten "üperrumpelten", "hintergangenen" ... "Väter" (Kindeserzeuger) auch gibt, hatte ich längst zugestanden, nicht abgestritten, nicht totgeschwiegen!
Nur läuft das so in einer Demokratie nicht - oder? Man orientiert sich nicht an (diversen) Minderheiten.
Man könnte dann für diese allerdings "Einzel- und Härtefallregelungen" L O L treffen ...

Und mir geht es nun mal aber um die Mehrheit - eben weil durch diese so viele Kinder betroffen sind: ohne (leiblichen, biologischen oder eben dann oft: überhaupt einen) Vater aufwachsen müssen!
Dann finde ich deinen Vergleich zwischen überrumpeltem oder sogar hintergangenem/reingelegten/"missbrauchten" Mann (in Bezug auf Schwangerschaft der/einer Frau) und vergewaltigter Frau doch sehr unangemessen. Denn:
Dem Mann wird körperlich (und gesundheitlich!) keine (körperliche und psychische) GEWALT (durch die Frau) angetan: im Moment des GVs! Der Mann hat auch schon mal KÖRPERLICH keine negativen Folgen vom "Beischlaf" mit der Frau, den er in so ziemlich den allermeisten Fällen doch freiwillig vollzogen hat (wenn auch nicht freiwillig dabei ein Kind zeugend, aber der Akt an sich war für ihn nicht mit Zwang und aufgezwungener körperlicher Gewalt und ungewolltem Schmerz sowie psychischer Demütigung ... verbunden - alles dies aber trifft bei Vergewaltigung von Frauen durch Männer zu)!
Also da bestehen dann doch Unterschiede, die nicht vergleichbar bzw. so ohne Weiteres gleichsetzbar sind (wie von dir so aber vorgenommen).
Was die Folgen betrifft, so ist es auch hier so, dass die Frau die gleichen Folgen zu tragen hat wie der Mann - auch dies ist bei Vergewaltigung von Frauen (durch Männer) nicht der Fall!
Die Folgen einer vom Manne nicht gewollten Schwangerschaft der Frau sind für beide (eigentlich/normalerweise):
dass sie sich beide um das Kind kümmern, für es sorgen, Verantwortung tragen müss(t)en, dass sie Unterhalt für das Kind leisten bzw. für dessen Unterhalt aufkommen müssen (die Frauen ja auch: sie geben ja für die Kinder, die bei ihnen leben, auch "Geld aus" ... ... ...!), dass sie also dann (dadurch) - eigentlich - auch (beide!) Umgang mit ihm haben (müssten).
Bei einer Vergewaltigung ist es hingegen so, dass die negativen Folgen (derer es mehrere geben kann und zumeist ja gibt) davon zumeist die vergewaltigten Frauen alleine und vor allem oft sehr lange Zeit (alleine) zu tragen haben - also: "ohne" den Mann (Vergewaltiger), soll heißen: nur die Frauen haben dadurch negative "Konsequenzen" zu tragen, die Männer oft nicht (nur dann, wenn sie gefasst ... werden (können)).
Also deshalb hinkt der Vergleich schon mal auf allen vier Läufen, wie mir scheint.
Dies hier ist nicht viel anders. Es betrifft hier lediglich die Männer. Denn, wie gesagt: Männer können nicht abtreiben. Es gibt welche, die würden es liebend gerne tun weil sie wissen dass sie aufgrund der erlebten Umstände niemals fähig sein werden dieses Kind zu lieben, sie es vielmehr hassen von Grund auf - aber sie können es nun einmal nicht. Es kommt trotzdem auf die Welt, obwohl die Mama genau weiß, dass Papa das Kind wie sie selbst hasst.
Da ist es besser für das Kind, diesen Vater niemals kennen zu lernen.
Viel besser.
(messie)
Das sehe ich anders:
Aufgrund welcher "erlebten Umstände" wird ein (solcher) Mann sein (ungewolltes) Kind hassen bzw. niemals (! ?!?!??? !!) fähig sein, es zu lieben? Und: woher kann er das so genau wissen??: Dass bzw. ob er es wirklich dauerhaft/"für immer" garantiert hassen wird! ?!?! ??
Und: Nur weil man(n) (evtl.!) die Mutter (tatsächlich und wirklich:) hasst, muss man deshalb nicht zwangsläufig das Kind (auch) hassen oder ablehnen! Wie auch umgekehrt Frauen nicht unbedingt oder zwangsläufig die/ihre (ungewollten) Kinder hassen oder auch "nur" ablehnen, wenn/obwohl sie aber deren Vater oder Erzeuger durchaus "hassen", ablehnen, verachten ... (können)!
Auch hier denke ich allerdings, dass es sich oft nicht um wirklichen HASS (großes, schwergewichtiges Wort und starkes/intensives/"außerordentliches"! Gefühl ... ! - bitte nicht vergessen und daher vlt. doch mit Vorsicht/Zurückhaltung behandeln, Danke) handelt, sondern um andere Gefühle (Angst/Ängste, auch: Versagensängste, Wut/Zorn, Trotz, Respektlosigkeit, evtl. Verachtung, Gleichgültigkeit, Verbitterung, Rache ...).
Quote
Ich weiß gar nicht, was schlimmer (zu erleben, zu verkraften, zu erkennen ...) ist: ein hassender oder ein völlig gleichgültiger "Vater" ?
Was ist schlimmer, blind oder taub? 
Natürlich ist beides grausam! Und genau deswegen bin ich gegen deine -sorry- Schnapsidee von pauschaler Umgangspflicht. Ein Kind das das eine oder das andere oder beides mitbekommt vom eigenen Vater, ist, davon bin ich überzeugt, tausendmal gestrafter als ein Kind, das diesen Vater nie kennen lernt.
Hier ist ein Widerspruch vorhanden (mehrere sogar) - denn: die Kinder, die ihren Vater nie kennen(lernen) (können), erleben genau eines "davon" (deinem "das Eine oder das andere oder beides"): nämlich Gleichgültigkeit! (Das Eine war ja von dir erwähnter "Hass", das Andere von mir angeführte "Gleichgültigkeit" - beides kann es da im Übrigen nicht zugleicher Zeit geben -> wer hasst, ist nicht "gleichgültig" (in seinen Gefühlen jemand anderem gegenüber), das schließt sich gegenseitig aus - das nur nebenbei.
Und dann messie, weichst du meinen anderen vielen Fragen, die aber den eigentlichen Kern, vielleicht die Ursache der Problematik treffen, einfach aus, ignorierst sie:
Wenn wir also mal davon ausgehen, dass es angeblich so viele Frauen gibt, die Männer heimlich und heimtückisch zum "Vater" bzw. Kindeserzeuger machen (was, wie ich oben schon erläuterte, so einfach sowieso schon mal überhaupt nicht geht/möglich ist!! - Frau wird nicht sofort und "automatisch" schwanger, wenn sie in den fruchtbaren Tagen "ungeschützten" GV hat.), oder anders: nehmen wir an, dass es tatsächlich viel mehr Frauen als Männer gibt, die sich zumindest Kinder wünschen (in bestimmtem Alter - zwischen also z.B. Anfang/Mitte 20 und etwa bis Mitte/Ende 30) und in dieser ihrer "fruchtbaren Zeit" (Alter) also oft (!?!) keinen "passenden" (??) Mann/Partner finden, mit dem sie Kinder bekommen/haben wollen oder können, dann sollten wir das doch mal genau so in aller Deutlichkeit thematisieren - wie ich oben/vorne schon vorschlug.
Es scheint ja genau das der Fall zu sein: Dass also Frauen in bestimmtem Alter selten Männer/Mann/Partner finden oder "haben" (!), mit dem sie "freiwillig" und "geplant"/gewünscht Kinder zusammen bekommen und "haben" (großziehen...) können.
Weil - wie ich schon zweimal (?) anmerkte - es nicht nur meiner Beobachtung nach also offenbar viele Männer gibt, die in genau diesem Alter "noch" keine Kinder bzw. VERANTWORTUNG für Kinder, also: für einen anderen Menschen tragen wollen. Sondern das bei nicht wenigen Männern entweder gar nicht "vorkommt" (der Wunsch nach Kindern, "Familie gründen", mit Kindern leben ...) oder aber nicht selten erst ab um die (Anfang bis Mitte) Vierzig.
Wie soll man dieses Problem lösen? Sollen die 40-jährigen Männer also dann einfach und überwiegend mit (wesentlich) jüngeren Frauen Kinder kriegen und umgekehrt also die jungen Frauen mit diesen "älteren" Männern?
Und die Frauen um die Anfang/Mitte 30 sollen dann ganz verzichten/haben Pech gehabt ...?
Und dann ruft der Staat nach "mehr Kindern" ...

Und meint, mit sowas wie Elterngeld und mehr Krippenplätze für schon Säuglinge und Kleinkinder ist es getan.

Und überlässt ansonsten eben den Frauen ihre Misere - vor allem also die mit der alleinigen Verantwortung für Kinder (jedenfalls schon mal all die Alleinerzeihenden (siehe nochmals bitte Artikel der Süddeutschen oben), aber auch die Mütter, die mit den Vätern unter einem Dach leben und die Väter sich trotzdem der Verantwortung entziehen.
?
Wie es dort (Artikel) hieß: Nicht nur die Alleinerziehenden kennen das Problem, sondern nicht selten entziehen sich auch die anderen Väter ihrer Verantwortung ... - davon können offenbar nicht wenige Frauen ein Lied singen.
Das führt uns zu der Frage: Sind also fast alle (?!?!?) diese Väter mehrheitlich unfreiwillig Vater geworden, zum Vater werden gedrängt/manipuliert (?!?!??) worden?
Nehmen wir mal an, das sei tatsächlich genau so - WAS dann? Was folgt daraus - für Frauen, für Männer, für die (überalternde) Gesellschaft (von morgen)?
Was folgt aber vor allem für die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen Frauen und Männern daraus?
Und warum bringt das so niemand auf den Tisch? Warum bezieht niemand Stellung? Warum wird das nicht mal einfach genau untersucht? Warum interessiert das niemanden?!? - Stattdessen wird also weiter spekuliert, gemunkelt und geheuchelt, sich durchgewurschtelt ... ! ? ? ?
Mit der Folge, dass diese Situation/Umstände dann also im Grunde immer auf den Rücken/zu Lasten vor allem der/von Kindern ausgetragen werden! (Aber auch der allein für diese Kinder Verantwortlichen, die also augenscheinlich mehrheitlich Frauen sind.)
(mich selbst zitierend)
Vergessen habe ich vor allem die Frage:
WARUM wollen (vermeintlich? tatsächlich? ??) so viele (??) Männer keine oder erst relativ spät (und für gleichaltrige Frauen dann oft zu spät) Kinder?
?
Seit wann ist das so (wenn) - und: warum hat es sich so "entwickelt"?
Oder: war es vielleicht schon immer so? ? ? Und dann auch: warum, woran liegt das, könnte das liegen, was sind die Gründe bzw. Ursachen dafür?
Und wie soll man (die Gesellschaft, "der Staat", aber auch die einzelnen betroffenen Menschen) damit umgehen?

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Die einzige Art, gegen DIE PEST zu kämpfen, ist die Ehrlichkeit." Albert Camus
"Die Leute, die ich gerne habe, die müssen nicht wie ich denken, aber irgendwie müssen sie verstört sein, nicht unbedingt stark, aber bis zu einem gewissen Grad... Die Leute, die ich gerne habe, das waren immer Leute, die irgendwie ihr Leben verfehlt haben..., die irgendwie misslungen sind als Wesen." E.M. Cioran