Noch eine ganz andere Anmerkung:
Ein ganzes Volk als Täter abzustempeln, ist sicher nicht die richtige Art der Vergangenheitsbewältigung.
Du solltest dir die Fage stellen wie es möglich war, dass das Dritte Reich so gut funktioniert hat? Das es 10 0000 Opfer in KZs gab ohne, dass es jemand gewusst hat, klingt irgendwie merkwürdeig. Spätesten, wenn der Wind drehte mussten die umliegenden Dörfer den Gestank vom verbranten Menschenfleich und den Geruch von Verwesung gerochen haben. Was auch einige Zeitzeugen zugaben, aber sich nichts schlimmes dabei dachten....
Wenn du mich fragst, sehen die meisten Zeitzeugen nicht ein, dass sie jemals etwas damit zu tun hatten. Das das Wählen von der NSDAP, die Mitgliedschaft in der Partei (Beitragszahlungen) kein direktes Verbrechen an den Opfern in den KZs war, aber ein indirektes, steht für mich fest.
Kommen wir zu bojkotieren von jüdischen Geschäften; wer hat den bojkotiert, nicht etwa das Volk? Gehen wir weiter zu den Nürnberger Gesetzten; auch an die diskriminierenden Gesetze haben sich alle gehalten. Es gab Schilder an den Ladentüren "Hunde und Juden müssen draußen bleiben".
Und wie kann das sein, wenn jeder einen anders denkenden, einen Schwulen, einen Juden versteckt hat, dass trotzdem 10 0000 Menschen in KZs ermordet wurden? Wie du siehst gab es eine sehr hohe direkte und indirekte Beteiligung, ansonsten wäre es nie möglich gewesen, dass so viele Opfer umgebracht werden konnten.
Ich finde, dass gerade die frage nach den Tätern eine gute Vergangenheitsbewältigung ist. Warum? Seid 1945 gab es die Aussagen seitens der Zeitzeuge, dass es die bösen Nazis gab und das deutsche Volk. Das Volk wurde immer nur gezwungen; sei es Parteimitglied zu werden, in die Wehrmacht zu gehen oder, oder, oder... Keiner wollte es und jeder war Wiederstandskämpfer.
In dem Buch "Opa war kein Nazi" ist eine Statistik, was die nachfolgende Generation über die NS Vergangenheit der Eltern/Großeltern heute wissen bzw. denkt.
Dabei kam herausAussage der Befragten in %:
1. 35% sagten; Eltern/Großeltern waren passiv
2. 26% sagten; Eltern/Großeltern haben Verfolgten geholfen
3. 14% sagten; Eltern/Großeltern haben Wiederstand geleistet
4. 4-6% sagten; Eltern/Großeltern waren antisemitisch
5. 1% sagten; Eltern/Großeltern waren Nationalsozialisten
Wie kommt es zu solchen Aussagen? Das klingt für mich nach Geschichtsrevisionismus seitens der Zeitzeugen.
Ich kann das Buch übrigens nur empfehlen =)
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(...) Es gab auch viele Helden, die nicht wie Sophie Scholl nachträglich in die Öffentlichkeit gezerrt wurden, weil nie jemand von ihnen etwas mitbekam. Viele, die bis zu ihrem Tod oder bis heute sich nicht dazu äußerten. (...)
Es gab den Staufenberg, aber selbst er war Antisemit und hatte nur persönlich was gegen Hitler.
Das musst du mir aber erklären, von wievielen Wiederstandskämpfern sprichst du?? 100? 1000? 10 0000? Wenn es soooo viele gegeben hätte, dann hätte das totalitäre System doch garnicht funktionieren können. Auch da weise ich darauf hin; wie überhaupt konnte das Dritte Reich 12 Jahre lang exestieren? Alle wurden dazu gezwungen Hitler zu wählen?
Oder ging es ihnen viel zu gut?
Die Tatsache, dass es auch Wiederstandskämpfer gab ändert nichts daran, dass 10 0000 Menschen ermordet wurden. Es ändern nichts daran, dass das Volk direkt oder indirekt dazu beigetragen hat. Indirekte Beteiligung zähle ich nicht als Wiederstand! =)
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(...) Hätten alle mitgemacht, wäre der Holocaust sicherlich noch schlimmer gewesen. (...)
Eisbär, was erzählst du da für einen Mist!!
Also sollen wir uns jetzt freuen, dass es NUR 10 0000 Menschen waren, die ermordet wurden?? Was für eine Ansicht... Ich finde, dass es kein Mensch verdient hat auf solch eine grausame Art und Weise ermordet zu werden, nur weil er anders denkt, schwul ist oder noch schlimmer jüdisch ist. Nicht einmal meinem schlimmsten Feind würde ich sowas wünschen!!!
Einer der Hintergründe ist, dass viele mitgemacht haben, weil sie davon profitiert haben. Man hat von Zwangsenteignung, von jeder neuen Arbeitsstelle, die frei wurde profitiert. Unternehmen haben von Zwangsarbeitern profitiert. Alles Hab und Gut der Menschen in den KZs wurde ins Dritte Reich geschickt und kam dem Volk zu gute.
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Die Zeitzeugen sterben aus. Man sollte das, was passiert ist sicher nicht vergessen. Aber es bringt nichts, Wunden, die heilen sollten, immer wieder aufzukratzen. Die Narbe sollte Erinnerung genug sein.
Wie du gesagt hast, die Zeitzeugen sterben aus. Es wird bald niemanden mehr geben, der diese NArben mitsich trägt. Die NArben werden bis zum Tode bei den meisten nie verheilen, weil sie nicht ehrlich zu sich selbst sind und sich nicht eingestehen direkt oder indirekt am Vernichtungskrieg beteiligt gewesen zu sein.
Albert Speer ist ein gutes Besipiel dafür um zu schauen wie ein Altnazi mit seiner Vergangenheit umging. In seinem Buch "Spandau" erzähl er vieles über seine Vergangenheit als Nazi. Er gibt zu, dass er am Vernichtungskrieg beteiligt war; auch, dass er von den KZs gewusst hat, aber warum er jetzt daran Schuld hat, wusste er bis zum seinem Tod nicht.
Allerdings sagen Biographen, dass der Speer in den Jahren für sich selber ein Rätsel wurde, desto mehr er sich in frage gestellt hat.