ja, die von dir angegebenen Gründe sind möglich...!
Aber da kann ich immer noch fragen: warum haben die einen das Bedürfnis (nach gewisser Zeit...) Sex mit anderen Menschen (nicht nur dem festen Partner) zu haben und andere haben dieses Bedürfnis nicht (haben sie es nicht???)? Oder auch: wenn sie´s haben, warum geben sie ihm nicht nach, wenn ihnen doch klar ist, dass sie damit sich selbst und dem Partner was vormachen ...?!??
Also: was ist ehrlicher? Oder auch: was verletzt mehr oder: verletzt beides doch eher "gleichstark"?!?
Und von "älteren" Paaren abgesehen, gibt´s auch und gerade eine Menge junger Leute, die promiskuitiv (doch, das Wort gibt´s
) sind und zugleich in einer (festen) Beziehung! Wie erklärst du das dann? (Alles nur rein körperlicher Trieb?? -> Das glaube ich ganz und gar nicht...
)
Sicher gibts auch junge Paare, die so leben, aber das seh ich weniger als Ergebnis eines Entwicklungsprozesses an, sondern eher als Folge des Aufwachsens in der heutigen Zeit. Man KANN heutzutage ausleben was man will, irgendwo finden sich sicher n paar ähnlich "Gestörte"

Und wenn das jugendliche "sich die Hörner abstoßen" also insofern "folgenfrei" bleibt, dass sich niemand dran stört, gibts sicher Leute, die sich sagen "Ist doch geil, will ich so weitermachen".. Sowohl Männlein als auch Weiblein.. Die Sorte Mensch, die sich so gern auf "Ich hab halt Spaß dran, lass mich doch" rausredet(als wenn es jemanden gäbe, dems keinen Spaß macht

)..
Wenn davon zwei zusammentreffen und es eben das berühmte, unerklärliche *klick* macht, dann haben die halt ne Liebebeziehung auf der einen Seite und auf der Ebene sind sie halt auch treu, trennen das aber gleichzeitig auch von der körperlichen Ebene und toben sich halt aus mit wem sie wollen.
Aber ich denke mal, das ist der normale biologische Weg.. Man(n) verteilt seinen Samen so weit wie es geht und in Zeiten, wo man als Frau eine Schwangerschaft gezielt verhindern oder stoppen kann, da ist es genauso normal, den "zeugungsunfähigen" Mann(auch wenn es nicht an ihm als Mann liegt) auszutauschen. Gleiches Recht für alle durch die moderne Chemie, quasi

Letzten Endes macht es Spaß, das ist ja der Anreiz an der Geschichte, um die Wahrscheinlichkeit der Fortpflanzung zu erhöhen. Aber zeitgleich führt diese Strategie eben nicht mehr unbedingt zum Erfolg, da müssen sich halt andere Wege finden.. Man erhöht einfach die Häufigkeit der Geschlechtsakte.
Um Mal nen ziemlich krassen Vergleich heranzuziehen: Der Erstickungstod durch manche Gifte. Es gibt Vergiftungen, bei denen wird die Sauerstoffaufnahme durch das Blut verhindert. Die Atmung ist völlig frei, das Blut fliesst, aber der CO2-Pegel steigt stetig an, weil einfach kein neuer Sauerstoff vom Blut aufgenommen wird. Das Opfer kann Hecheln wie ein Hund im Hochsommer, erstickt aber trotzdem.
Genauso kann ich mir 500 Frauen oder Männer nehmen und komm trotzdem nicht zum genetisch vorgegebenen Ziel, dass dabei irgendwann ein Kind rauskommt.
Außerdem kommt ja mehr und mehr eine soziale Komponente zum tragen: Als alleinstehende Frau und selbst als alleinerziehende Mutter hat man heute keine ÜBERMÄSSIG großen Probleme mehr, seinen Lebensunterhalt irgendwie zu bestreiten. Man KANN sich und das Kind durchbringen. Sehr viel früher in der Geschichte war man da nicht durch diverse Sozialversicherungen versorgt, man musste sich einen Mann "halten", um das Kind betreuen zu können. Wenn ich so drüber nachdenke.. Eigentlich muss man dafür garnicht so weit in der Geschichte zurückdenken

Auf DEN Brötchenverdiener ist man also auch nicht mehr angewiesen und das setzt sich in den Köpfen der Menschen auch mehr und mehr durch.
Die ganze "Gefühlsduselei" rund um das Zusammenleben von Menschen wird in Zeiten, in denen die Individualität großgeschrieben wird, immer unwichtiger. Man will sich einfach nicht mehr von einem anderen Menschen abhängig machen.
Aber warum gibts trotzdem Leute, die eine klassische Liebesbeziehung mit Treue, Hingabe und auch Opferbereitschaft eingehen?
Gegenfrage: Warum leidet man überhaupt für irgendwas? Ist es nicht schöner, einfach alles in den Rachen geschoben zu bekommen? Ist das Schlaraffenland, wo einem das Essen direkt in den Mund fliegt, wirklich so erstrebenswert?
Welchen Wert haben Dinge, für die man nichts "zahlen" muss? Sei es monetär oder auf andere Art..
Jetzt am Wochenende ist es ja wieder soweit und viele tausend Leute quälen sich über 42km Laufstrecke und einige werden sogar doppelt so lang leiden und einen Fahrradmarathon über 200km fahren.. Warum tun Menschen das, wenn sie sich auch in den Bus setzen können?
Das hat ZUM TEIL mit einem anderen Programm in unserem Kopf zu tun, dem Wettkampfgedanken, um sich anderen als stärkerer und somit würdigerer Geschlechtspartner zu präsentieren.. Aber gerade bei solchen "Quälereien" wie Marathonveranstaltungen, gibt man ja kein sehr dynamisches und fittes Bild ab. Stattdessen geht es um WERTE, wie ich finde. Es geht nicht um die Zeit, die man läuft, es geht nicht darum, schneller als andere zu sein, man will sich etwas verdienen. Die Teilnahmeurkunde kann man sich auch einfach zuhause ausdrucken, das ist es nicht. Es geht um das gute Gefühl, etwas geleistet zu haben.Die Urkunde ist nicht nur ein bedrucktes Stück Papier, sondern Erinnerung an die Entbehrungen, die man dafür auf sich genommen hat.
Und genauso finde ich, dass eine Beziehung mehr als die Summe ihrer Einzelteile ist.
Körperliche Treue ist 90% der Zeit recht einfach, weil einfach niemand attraktiv und verfügbar ist... Aber ab und zu kommt man doch in Versuchung. In solchen Situationen "Nein" sagen zu können ist eine Leistung. Ein Hindernis, das man zum Wohle der bestehenden Beziehung überwunden hat. Man hat etwas für seine Beziehung "zahlen" müssen und damit gewinnt sie an Wert.
Das kann für Menschen ein völlig eigener Antrieb sein, denke ich.
Man sollte es halt nur nicht übertreiben, dann steckt man mehr hinein als wieder hinauskommt.
Wie so oft muss man da glaube ich für sich selbst den Mittelweg finden. Dinge, die man in Massen zu geringen Kosten haben kann, die sind uninteressant.. Man kann sie ja schließlich immer haben.
Dinge, die selten sind, die sind sehr viel wertvoller.
Gold ist immerhin wertvoll und nicht Schaum
