Author Topic: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...  (Read 18658 times)

l3xi

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Reply #405 on: 01 September 2011, 08:28:18 »
Gestern Abend war ein älteres Pärchen bei Markus Lanz zu Gast, um über ihre polyarmore Beziehung zu sprechen. Noch kann man die Folge in der Mediathek auswählen und anschauen, deshalb hier der Link:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/509418#/beitrag/video/1425394/Markus-Lanz-vom-31-August-2011

Kallisti

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Reply #406 on: 01 September 2011, 16:03:24 »
Ja, Danke für den link.  - Schön, dass "das" nochmal im TV zu sehen/hören war (Thema Polyamorie).

Aber ganz klar: Die Mehrheit der Leute kann sich das einfach (noch?) nicht wirklich für sich/sie selbst vorstellen.

Klar: so öffentlich im TV gibt man sich da sehr offen und tolerant, nennt es aber eine "individuelle Spielart" (einiger Weniger) usw.

Immerhin hat Lanz ja doch entsprechende Stichworte verwandt: dass diese Beziehungsform sehr von Toleranz und Respekt geprägt ist/sein muss (um zu funktionieren) usw. Dass es also nicht um Egomanie, Austauschbarkeit und Beliebigkeit geht, auch nicht um reines Triebleben ...

Sonst kam aber nix Neues bei rum - haben wir hier im thread alles schon durch und weit ausführlicher (diskutiert).  ;)


Manchmal denke ich - vielleicht sollte ich auch mal "ein Buch schreiben" - statt alles hier im Forum "verpuffen" zu lassen und "kostenfrei zugänglich zu machen".    :D

Bei Sandra Maischberger war kürzlich ja auch Charlotte Roche zu Gast und es geht ihr ja anscheinend auch darum (unter anderem), herauszufinden, wie andere (monogame) Paare über viele Jahre und Jahrzehnte mit ihrer Monogamie klarkommen ...
Da kommt man dann ganz am Rande - nur so gestreift - auch mal auf die Idee oder Frage, ob es auch anders gehen könnte (als monogam). Dazu kann ich nur sagen: da bin ich aber doch schon einen klitzekleinen Schritt weiter (gegangen) - in meiner Denke, Einstellung ... - nur verdiene ich damit kein Geld - und mache das nicht zu Geld!


Ok, anderes Thema das. Aber im Grunde ist mir das da so klar geworden - dass "good Charlotte" im Grunde echt arm ist (wenn man sie so hört: aus welchen Gründen sie ihre Bücher schreibt, warum sie sie so schreibt und welche persönlichen Dinge dafür ausschlaggebend waren/sind ...).
Da ist so viel "Fassade" (früher mehr als heute, ja) und dahinter ein so kleines Ego, so viele Unsicherheiten, Zweifel ... - aber sie ist halt "bekannt" und daher verkaufen sich ihre Bücher gut - nicht, wegen deren Inhalte (die weder revolutionär noch "aufklärend" noch sehr informativ sind, wie ich jetzt mal behaupte), sondern weil sie die Autorin ist.

Sie hat gelernt, sich zu vermarkten ... - wäre sie "die junge Frau von nebenan", würde sie kaum "auffallen", beachtet werden (schon wegen ihrer Optik nicht, dann auch die Stimme ... ... ...).

Naja, wie gesagt: anderes Thema.  ;D  (Wollt ich gar nicht lostreten, wird aber wohl ein "Nachspiel" hier haben ...  8) )
« Last Edit: 01 September 2011, 16:05:37 by Kallisti »
Die einzige Art, gegen DIE PEST zu kämpfen, ist die Ehrlichkeit." Albert Camus

"Die Leute, die ich gerne habe, die müssen nicht wie ich denken, aber irgendwie müssen sie verstört sein, nicht unbedingt stark, aber bis zu einem gewissen Grad... Die Leute, die ich gerne habe, das waren immer Leute, die irgendwie ihr Leben verfehlt haben..., die irgendwie misslungen sind als Wesen." E.M. Cioran

messie

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Reply #407 on: 01 September 2011, 16:28:35 »
Quote
Aber ganz klar: Die Mehrheit der Leute kann sich das einfach (noch?) nicht wirklich für sich/sie selbst vorstellen.

Dazu kann ich auch nur -erneut wiederholt- zu sagen: Müssen sie das denn unbedingt?
Wie gesagt, wenn ein Paar monogam lebend glücklich ist, dann stellt es sich Poly logischerweise nicht für sich selbst vor - weil es schlicht nicht not tut.

Das wird es erst, wenn es monogam nicht mehr läuft. Also nicht in dem Sinne dass es gar nicht mehr läuft (also beide sich im Schlechten trennen), sondern "nur" auf einer bestimmten Ebene (meist der sexuellen) nicht läuft, sonst aber schon.
Und hier ist's wieder Glaubenssache: Ich glaube einfach, dass das recht selten ist. Also, dass ein Paar das monogam mal glücklich war, die Beziehung wirklich retten würde wenn es auf poly umsteigt. Ich schätze es auf unter 20%.

*edit* Ich antwortete darauf, weil der zitierte Satz so klingt, als ob poly voll toll und für alle was wäre, die Leute es nur noch nicht erkannt hätten, dass es auch für sie selbst etwas ist. Hat für mich etwas von "alle Frauen sind Hetero, auch jene die behaupten sie wären lesbisch, sie wissen es nur noch nicht" ...
« Last Edit: 01 September 2011, 17:15:20 by messie »
Möglich ist, was man für möglich hält.

Kaffeebohne

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Reply #408 on: 01 September 2011, 19:32:00 »
Da ist so viel "Fassade" (früher mehr als heute, ja) und dahinter ein so kleines Ego, so viele Unsicherheiten, Zweifel ... - aber sie ist halt "bekannt" und daher verkaufen sich ihre Bücher gut - nicht, wegen deren Inhalte (die weder revolutionär noch "aufklärend" noch sehr informativ sind, wie ich jetzt mal behaupte), sondern weil sie die Autorin ist.

Sie hat gelernt, sich zu vermarkten ... - wäre sie "die junge Frau von nebenan", würde sie kaum "auffallen", beachtet werden (schon wegen ihrer Optik nicht, dann auch die Stimme ... ... ...).
Ach, im Grunde ist das doch in soo vielen Bereichen so. Die, die sich gut verkaufen können und über Dinge, die für andere selbstverständlich sind, laut gackern, kriegen die Gehaltserhöhung. Diejenigen, die einfach still ihre Arbeit erledigen, nimmt man nicht wahr.



Wie gesagt, wenn ein Paar monogam lebend glücklich ist, dann stellt es sich Poly logischerweise nicht für sich selbst vor - weil es schlicht nicht not tut.

Das wird es erst, wenn es monogam nicht mehr läuft.
Auch dann wird - zumindest für mich - eine polyamore Beziehung nicht interessant. Eher eine Trennung von dem Partner, mit dem es nicht mehr läuft, und diese Beziehung erstmal abschließen, BEVOR ich über eine neue (welcher Art auch immer) überhaupt nachdenke.

messie

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Reply #409 on: 01 September 2011, 22:05:08 »
Quote
Auch dann wird - zumindest für mich - eine polyamore Beziehung nicht interessant. Eher eine Trennung von dem Partner, mit dem es nicht mehr läuft, und diese Beziehung erstmal abschließen, BEVOR ich über eine neue (welcher Art auch immer) überhaupt nachdenke.

So ähnlich meine ich es ja auch, Kaffeebohne: Wenn überhaupt, dann wird es höchstens dann interessant, wenn es "nur" am Sexuellen scheitert. Wenn man ansonsten wie Arsch auf Eimer zusammenpasst, "nur" beim Sex nicht, dann sind -vielleicht- alternative Beziehungsmöglichkeiten (z.B. beide haben woanders eine rein sexuelle "Beziehung" mit Menschen, bei denen klar ist dass sie ansonsten nie im Leben zusammenpassen) durchaus wert, betrachtet zu werden.

Was mich an Kallistis Aussage stört ist, dass sie auf mich so wirkt, als ob Poly auf jeden Fall die bessere Alternative ist, es nur nicht die Leute wahrhaben / erkennen wollen.
Ist sie aber eben nicht. Also, nicht auf jeden Fall. Mono steht da m.E. völlig gleichberechtigt daneben, und wer monogam lebt und so glücklich ist, hat nicht irgendwas falsch verstanden oder gemacht, sondern alles richtig.
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Kaffeebohne

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Reply #410 on: 02 September 2011, 07:50:25 »
Wenn überhaupt, dann wird es höchstens dann interessant, wenn es "nur" am Sexuellen scheitert. Wenn man ansonsten wie Arsch auf Eimer zusammenpasst, "nur" beim Sex nicht, dann sind -vielleicht- alternative Beziehungsmöglichkeiten (z.B. beide haben woanders eine rein sexuelle "Beziehung" mit Menschen, bei denen klar ist dass sie ansonsten nie im Leben zusammenpassen) durchaus wert, betrachtet zu werden.
Dann braucht man aber keine polyamoren Beziehungen, dann kann man sich auch auf sexuelle Affairen "beschränken". Was dieses Beziehungsmodell doch ausmacht, ist, daß man zu allen Menschen Beziehungen pflegt und sich nicht nur auf Sex beschränkt. Oder seh ich das jetzt falsch?

messie

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Reply #411 on: 02 September 2011, 09:17:28 »
Wenn überhaupt, dann wird es höchstens dann interessant, wenn es "nur" am Sexuellen scheitert. Wenn man ansonsten wie Arsch auf Eimer zusammenpasst, "nur" beim Sex nicht, dann sind -vielleicht- alternative Beziehungsmöglichkeiten (z.B. beide haben woanders eine rein sexuelle "Beziehung" mit Menschen, bei denen klar ist dass sie ansonsten nie im Leben zusammenpassen) durchaus wert, betrachtet zu werden.
Dann braucht man aber keine polyamoren Beziehungen, dann kann man sich auch auf sexuelle Affairen "beschränken". Was dieses Beziehungsmodell doch ausmacht, ist, daß man zu allen Menschen Beziehungen pflegt und sich nicht nur auf Sex beschränkt. Oder seh ich das jetzt falsch?

Nee, das siehst du schon richtig.  :)
Mein Fall wäre dann wiederum eher polygam statt polyamor. Denn auch "Fickbeziehungen" können eheähnlich zugehen, so gaaanz ohne sonstige Gefühle geht's ja doch nicht ab.
Tja, poly ist halt nicht gleich poly ...
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Kallisti

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Reply #412 on: 02 September 2011, 19:15:01 »
Wenn überhaupt, dann wird es höchstens dann interessant, wenn es "nur" am Sexuellen scheitert. Wenn man ansonsten wie Arsch auf Eimer zusammenpasst, "nur" beim Sex nicht, dann sind -vielleicht- alternative Beziehungsmöglichkeiten (z.B. beide haben woanders eine rein sexuelle "Beziehung" mit Menschen, bei denen klar ist dass sie ansonsten nie im Leben zusammenpassen) durchaus wert, betrachtet zu werden.
Dann braucht man aber keine polyamoren Beziehungen, dann kann man sich auch auf sexuelle Affairen "beschränken". Was dieses Beziehungsmodell doch ausmacht, ist, daß man zu allen Menschen Beziehungen pflegt und sich nicht nur auf Sex beschränkt. Oder seh ich das jetzt falsch?

Nee, das siehst du schon richtig.  :)
Mein Fall wäre dann wiederum eher polygam statt polyamor. Denn auch "Fickbeziehungen" können eheähnlich zugehen, so gaaanz ohne sonstige Gefühle geht's ja doch nicht ab.
Tja, poly ist halt nicht gleich poly ...

Versteh ich nicht - wie unterscheidest du jetzt polygam und polyamor?

Eine Affäre - ja, kommt drauf an - wenn es nur ums Vögeln geht und man sonst vom Anderen (seinem Leben, seinen Interessen, seiner Wesensart ...) nix wissen will, dann ist das eine reine sexuelle Affäre - also weder polygam noch polyamor.

Sonst würde ich sagen: sind/verlaufen viele "Affären" durch aus eher polyamor (vor allem, wenn sie länger dauern - also Jahre, nicht nur ein paar Wochen) - eben: weil man doch zu den Menschen eine "Beziehung" hat, einen Bezug (nicht nur körperlich/sexuell), weil es oft doch auch eine Freundschaft (geworden) ist.

Und was meinst du mit "eheähnlich"??

Und warum nennst du es abwertend "Fickbeziehung" (= Affäre? oder was meintest du oben damit?)?


Ja, ich sehe das halt so: Ich bin der Meinung, die meisten Menschen (wenn nicht alle) sind bi und die meisten Menschen sind "polyamor veranlagt" und diese "Veranlagung" kommt auch bei den meisten im Lauf ihres Lebens mehrmals/immer wieder durch, zum Vorschein, zu Tage! Nur dass die monogamen Leute es dann halt verdrängen, unterdrücken, beiseite schieben oder heimlich ausleben oder aber: es zu Dramen kommt (weil man sich "entscheiden muss" - siehe weiter vorne schon geschrieben ...). Und das nicht erst seit 20 oder 50 Jahren  ... ... ...

Ich glaube, Monogamie wurde dem Mensch aufgezwungen - durch "Moral" bzw. Religionen. Ursprünglich waren und sind wir polyamor - aber durch die Jahrtausende und die Kulturen wurde dann monogam zur "Selbstverständlichkeit", zur eben doch oft nicht hinterfragten Normalität/NORM!

Eben: meine Sicht der Dinge.  ;)   :)
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"Die Leute, die ich gerne habe, die müssen nicht wie ich denken, aber irgendwie müssen sie verstört sein, nicht unbedingt stark, aber bis zu einem gewissen Grad... Die Leute, die ich gerne habe, das waren immer Leute, die irgendwie ihr Leben verfehlt haben..., die irgendwie misslungen sind als Wesen." E.M. Cioran

messie

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Re: Promiskuität, Treue, Fremdgehen...
« Reply #413 on: 02 September 2011, 20:52:30 »
Quote
Ja, ich sehe das halt so: Ich bin der Meinung, die meisten Menschen (wenn nicht alle) sind bi und die meisten Menschen sind "polyamor veranlagt"

Gucke. Ich sehe es halt anders. Ich glaube nach wie vor, dass es 50:50 steht.

Zur Klärung Polyamor / polygam:

Polyamor = Mehr als ein Paar liebt einander, es ist mindestens eine dritte Person dabei die auch geliebt wird.
Polygam = Mehr als nur ein Paar hat dauerhaft Sex miteinander, sondern mindestens ist eine dritte Person beteiligt.

Kurz gesagt: Eine Affäre zähle ich zu polygam, weil da nicht zwingend Liebe mit drin sein muss. Eine zweite feste Beziehung neben der ersten zählt für mich zu polyamor, weil hier die Liebe inklusive ist.
Weswegen beides nahezu austauschbar ist liegt daran, dass es sich nicht so klar trennen lässt in der Praxis: In einer "Nur-Sex-Affäre" kann schnell Liebe im Spiel sein, während die zweite Beziehung "nur" noch zu einer Affäre mutiert, und so richtig kompliziert wird's, wenn der Sidestep etwas heimlich macht (ist das dann noch Monogamie der unfairen Art oder doch schon Polygamie?) ...

Ist fürs Thema unterm Strich aber wurscht, weil eh geklärt ist, dass wir die Dinge unterschiedlich einschätzen: Ich 50:50, du 100:0 pro Poly. Wobei du mit 0% mono definitiv auf dem Holzweg bist, denn sonst müsstest du Kaffeebohne, mich u.a. Lügner schimpfen die behaupten (und fühlen!), dass sie definitiv monogam sind.

Nun, damit wäre dann auch alles gesagt.  8)
Bis auf eins:

Quote
Ich glaube, Monogamie wurde dem Mensch aufgezwungen

Manchen ja, allen nicht. Ebenfalls meine Meinung. Ausführlich bereits weiter oben ausgeführt meinerseits.
Also brauche ich dazu auch nichts mehr weiter zu sagen. :)

« Last Edit: 02 September 2011, 20:54:33 by messie »
Möglich ist, was man für möglich hält.