Allerdings. Gesellschaftliche Tatsachen zu schildern ist gleichbedeutend damit, selbige zu verteidigen.
Verteidigen? Findest du?
Erstmal macht, wie so oft, der Ton die Musik, ein Text, der die Umstände wiedergibt kann also sowohl positiv als auch negativ sein.
Und selbst wenn alles "absolut neutral" formuliert ist, kann das ganze einem wunderbar vor Augen führen, in was für Verhältnissen man eigentlich lebt.
Ich finde, eine neutrale Beschreibung regt genauso zum Nachdenken an, wie eine mit Wertung.
Manchmal sogar noch mehr, weil niemand in die Lage kommt zu schreien: "Alles überzogener Blödsinn" (wie bei Schopenhauer :biglaugh:), noch bevor der Text ernsthaft betrachtet wird.
Die Schilderung gesellschaftlicher Tatsachen kann meiner Meinung nach sowohl Verteidigug, als auch Angriff sein (wenn man mal davon absieht, dass sie in der Regel nichts von beidem sein soll). Das liegt beim Leser.