Olli, auch von mir Beleid...
Bei meiner Oma, die ihren 80sten Geburtstag so wie von Dir beschrieben zugebracht hat, ist es ganz genauso verlaufen: Ich hatte sie an dem Tag, an dem sie ins Krankenhaus gekommen ist, mit dem Auto abgeholt. Sie wohnte noch alleine in einer Wohnung, kam soweit noch einigermaßen klar. Wir waren bei meinem Vater zum Essen eingeladen, und an diesem Tag war meine Oma nicht so ganz toll drauf, sie wirkte etwas neben sich, aber nicht wirklich dramatisch. Bei meinem Vater angekommen war auch alles erst ganz "normal" - bis sie dann ganz plötzlich vom einen auf den anderen Moment vom Stuhl gekippt ist; ich habe sie gerade noch festhalten können, damit sie nicht auf den Boden knallt. Wir haben sie dann auf den Teppich gelegt, sie war nicht ansprechbar und hat so rumgezuckt. Da haben wir den Notarzt gerufen - was wir rückblickend betrachtet wohl besser nicht gemacht hätten, aber man ist ja erst nachher immer schlauer. Sie ist dann ins Krankenhaus gekommen, mit einem Schlaganfall der die Hälfte des Gehirns lahmgelegt hat. Tja, und dann kam genau die Nummer, die Du weiter oben beschreibst. Das Ganze hat sich ca. zwei Monate hingezogen, bis sie endlich gestorben ist. Hätten wir den Arzt vielleicht ne Viertelstunde später gerufen, wäre dieser Scheiss zu verhindern gewesen... - aber man ist ja ahnungslos was nun Sache ist und handelt einfach so, wie man das für richtig hält in dem Moment.
Trotz allem: Ich weiss nicht, wie es hätte anders laufen sollte. Wer sollte darüber entscheiden dürfen, bei wem nun noch lebenserhaltende Maßnahmen gemacht werden dürfen und bei wem nicht? Eine Altersgrenze wäre ja auch irgendwie unmenschlich... Ich sehe da wenig Chancen, in dieser Sache etwas anders zu regeln. Auch wenn ich selbst das Ganze ebenfalls total schrecklich fand..