Witzigerweise ist genau das auch der Grund, warum es den muslimischen Zeitungen nicht gelingen wird, "uns" hier im Westen an einem vergleichbaren Nerv zu treffen: wir verfügen nämlich über schlichtweg gar nichts mehr, was einen vergleichbaren Status einnähme. Holocaust-Witze berühren zwar ein gesellschaftliches und moralisches Tabu, das ist in seiner Explosivkraft einem religiösen Tabu jedoch überhaupt nicht vergleichbar.
Dazu hätte ich noch einmal eine konkrete Frage: Ist es so?
Ich stand bis vor kurzem auch auf dem Standpunkt, dass diese "Gegenkarikaturen" lediglich ein Mittel sind um ihren Frust rauszulassen und gut ist. Aber nach einigen Diskussionen darüber im RL scheinen die Dinge wohl doch komplizierter zu liegen, dass damit ein anderer Glauben nun mit Füßen getreten wird, nämlich der jüdische und das eine weitere Eskalation zum Ziel hat, nicht nur ein "ihr habt solche Karikaturen gemacht, dann zeigen wir mal wie verletztend das sein kann, indem wir ein ähnlich brisantes Thema ins Lächerliche ziehen."
Und das Thema scheint mir
doch recht brisant zu sein: Zweimal nun wurde ich beim Äußern dieser Ansicht (dem Satz in Anführungsstrichen über diesem) fassungslos angestarrt und für bestenfalls naiv, schlimmstenfalls dumm erklärt, und das von wohlgemerkt sehr gebildeten Leuten. Mit der Begründung, dass nun neben der Gegnerschaft gegenüber dem Westen auch versucht wird, offen den Antisemitismus herauszuholen und damit die eigenen Bevölkerungsmassen zu mobilisieren und auf dem Boden genau diesen Antisemitismus' die Eskalation weiter voranzutreiben und auf diesem Wege womöglich wirklich einen "heiligen Krieg" vorzubereiten.
Also keine Karikaturen im Sinne von "quid pro quo" (so wie ich es -naiverweise?- vermute), sondern bewußtes Freilegen und Schüren von Hass, der dann weiter kanalisiert wird und im Endeffekt zur offenen Gewalt aufrufen.. :?: