Wie ich schon schrieb: Mehrere Bezugspersonen is immer von Vorteil (wenn es eben: Bezugspersonen tatsächlich sind - eine gute, stabile Beziehung vorhanden ist, die Leute sich entsprechend den Kindern gegenüber verhalten - das impliziert der Begriff ja aber alles eigentlich).
Trotzdem halte ich es - wie ich auch schon schrieb - aus den auch bereits genannten Gründen bzw. Grund für wichtig, dass ein Kind seine leiblichen Eltern beide kennen kann - weil das was mit Identität zu tun hat - die bildet sich nicht nur durch "wie man aufwächst", sondern hat auch mit Körperlichkeit, Veranlagungen/Erbanlagen, Naturell/Wesensart zu tun. Mag sein, dass das Menschen unterschiedlich stark anspricht, beschäftigt - aber i.d.R. beschäftigt es sie doch alle (manche auch erst relativ spät): wenn sie also einen oder beide Eltern gar nicht kennen (noch nie gesehen haben ... so z.B. im Falle von Adoption - heute ja aber anders: offene Adoption möglich - anders als früher).
Ich finde einfach, ein Kind hat ein Recht darauf, zu wissen, zu erfahren, in Erfahrung bringen zu können, woher es "kommt", von wem es "abstammt". Daher halte ich die leiblichen Eltern also durchaus auch für relevant (für Entwicklung des Kindes, für Identitätsbildung).
Wenn sie dem Kind "nicht gut tun" (oder deutlicher: ihm schaden) ist das eine spezielle Sache - aber auch dann sollte ein Kind seine Eltern kennen (-lernen) dürfen/können, wenn und wann es das möchte.
Diese "Selbstauskunftspflicht" der (biologischen) Eltern gegenüber ihren (leiblichen) Kindern halte ich für unbedingt geboten bzw. erforderlich und eigentlich auch selbstverständlich.
Was dein Beispiel betrifft:
sicher ist es für Kinder oft (meistens - immer?) sehr schwer bis unerträglich, wenn es ständig elterlichen erheblichen "Stress" mitkriegen muss ...
Aber ich würde dennoch auch dann für den Kontakt plädieren: immer dann und solange die Kinder das wollen - und nicht nur deshalb nicht wollen (zu wollen behaupten oder selbst glauben): weil sie den Stress umgehen wollen.
Wie schon gesagt: ab einem bestimmten Alter (je nach Kind auch, ja) kann der Kontakt zwischen den Eltern sich auch nur auf das Nötigste (Konversation über Kind, Organisation, Abläufe) beschränken.
Alles is gut, solange beiden Eltern wirklich und tatsächlich DAS "KINDESWOHL" am Herzen liegt und sie um dieses bemüht sind (es zu gewährleisten, zu erhalten, zu fördern).
Sobald aber einem Elternteil oder gar beiden das "Kindeswohl" am Allerwertesten vorbei geht, wird es schwierig bzw. bitter: für das Kind (nicht nur seine Gegenwart, sondern auch seine Zukunft, seinen Selbstwert ... betreffend - selbstredend).
Und Jugendämter ... naja - also oft bzw. meistens geht da ganz viel mehr ums (dort nicht vorhandene, aber dringend erforderliche) Geld als um das Wohl der Kinder. Und dass das Geld da oft die letzte Entscheidung trifft (bzw. die leeren Kassen der Jugendämter - mit entsprechenden Folgen), geben einige da selbst ganz offen zu. - Was es aber für die Kinder nicht besser macht.