Author Topic: Familie = ?  (Read 5627 times)

messie

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Re: Familie = ?
« Reply #135 on: 26 November 2011, 01:24:51 »
Quote
omg - der letzte Satz hört sich an wie von messie.  :o  ;D

Ich nehme das mal als Beleidigung und Kompliment zugleich.  ;D

Zum Thema "Ämter": Ich denke man braucht in erster Linie Glück, an wen man da gerät. Ich habe auch schon von guten Bekannten so einiges mitbekommen, wo das Jugendamt wirklich Gold wert war. Da zu sagen "Jugendamt geht gar nicht" sinngemäß ginge da ein bisschen zu weit.

Was "grausame Eltern" & Co. angeht, lässt sich da, meine Meinung, schlecht was verallgemeinern. Kann ja sein dass da ein Papa seine Frau leidenschaftlich hasst, sein Kind aber abgöttisch liebt. Was da nun schwerer wiegt,

- dass das Kind den Hass der Eltern zueinander mitbekommt (= negativ) oder
- dass das Kind die Liebe beider Eltern zu einem selbst erlebt (= positiv),

das zu entscheiden ist nun echt ... naja, sagen wir es so, es gibt einfachere Dinge zu entscheiden. ;)

Ich persönlich habe einen Papa erlebt der mich sehr liebte, aber so gut wie nie da war und auf der anderen Seite einen, von dem ich sehr viel gelernt habe, der sich viel um mich kümmerte, der aber meiner Mutter sichtlich nicht gut tat.
Wer war von beiden nun der bessere? - Ich kann es beim besten Willen nicht sagen. Ich weiß nur sicher, dass die entspannteste Zeit meiner Kinder/Jugendzeit die ohne Papa war.
Darauf begründet sich ja auch meine Meinung (ok, nicht nur darauf, hab ja auch noch recht intensiv recherchiert dazu, logisch), dass ein Kind es durchaus besser haben kann, wenn es ohne Papa oder Mama aufwächst.
Dessen unbenommen, dass je mehr eindeutige (!) Bezugspersonen das Kind hat, umso besser. Das muss aber eben nicht zwingend der zweite Elternteil sein.
Möglich ist, was man für möglich hält.

Kallisti

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Re: Familie = ?
« Reply #136 on: 26 November 2011, 01:59:18 »
Wie ich schon schrieb: Mehrere Bezugspersonen is immer von Vorteil (wenn es eben: Bezugspersonen tatsächlich sind - eine gute, stabile Beziehung vorhanden ist, die Leute sich entsprechend den Kindern gegenüber verhalten - das impliziert der Begriff ja aber alles eigentlich).

Trotzdem halte ich es - wie ich auch schon schrieb - aus den auch bereits genannten Gründen bzw. Grund für wichtig, dass ein Kind seine leiblichen Eltern beide kennen kann - weil das was mit Identität zu tun hat - die bildet sich nicht nur durch "wie man aufwächst", sondern hat auch mit Körperlichkeit, Veranlagungen/Erbanlagen, Naturell/Wesensart zu tun. Mag sein, dass das Menschen unterschiedlich stark anspricht, beschäftigt - aber i.d.R. beschäftigt es sie doch alle (manche auch erst relativ spät): wenn sie also einen oder beide Eltern gar nicht kennen (noch nie gesehen haben ... so z.B. im Falle von Adoption - heute ja aber anders: offene Adoption möglich - anders als früher).

Ich finde einfach, ein Kind hat ein Recht darauf, zu wissen, zu erfahren, in Erfahrung bringen zu können, woher es "kommt", von wem es "abstammt". Daher halte ich die leiblichen Eltern also durchaus auch für relevant (für Entwicklung des Kindes, für Identitätsbildung).

Wenn sie dem Kind "nicht gut tun" (oder deutlicher: ihm schaden) ist das eine spezielle Sache - aber auch dann sollte ein Kind seine Eltern kennen (-lernen) dürfen/können, wenn und wann es das möchte.
Diese "Selbstauskunftspflicht" der (biologischen) Eltern gegenüber ihren (leiblichen) Kindern halte ich für unbedingt geboten bzw. erforderlich und eigentlich auch selbstverständlich.


Was dein Beispiel betrifft:

sicher ist es für Kinder oft (meistens - immer?) sehr schwer bis unerträglich, wenn es ständig elterlichen erheblichen "Stress" mitkriegen muss ...

Aber ich würde dennoch auch dann für den Kontakt plädieren: immer dann und solange die Kinder das wollen - und nicht nur deshalb nicht wollen (zu wollen behaupten oder selbst glauben): weil sie den Stress umgehen wollen.

Wie schon gesagt: ab einem bestimmten Alter (je nach Kind auch, ja) kann der Kontakt zwischen den Eltern sich auch nur auf das Nötigste (Konversation über Kind, Organisation, Abläufe) beschränken.

Alles is gut, solange beiden Eltern wirklich und tatsächlich DAS "KINDESWOHL" am Herzen liegt und sie um dieses bemüht sind (es zu gewährleisten, zu erhalten, zu fördern).

Sobald aber einem Elternteil oder gar beiden das "Kindeswohl" am Allerwertesten vorbei geht, wird es schwierig bzw. bitter: für das Kind (nicht nur seine Gegenwart, sondern auch seine Zukunft, seinen Selbstwert ... betreffend - selbstredend).


Und Jugendämter ... naja - also oft bzw. meistens geht da ganz viel mehr ums (dort nicht vorhandene, aber dringend erforderliche) Geld als um das Wohl der Kinder. Und dass das Geld da oft die letzte Entscheidung trifft (bzw. die leeren Kassen der Jugendämter - mit entsprechenden Folgen), geben einige da selbst ganz offen zu. - Was es aber für die Kinder nicht besser macht.
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"Die Leute, die ich gerne habe, die müssen nicht wie ich denken, aber irgendwie müssen sie verstört sein, nicht unbedingt stark, aber bis zu einem gewissen Grad... Die Leute, die ich gerne habe, das waren immer Leute, die irgendwie ihr Leben verfehlt haben..., die irgendwie misslungen sind als Wesen." E.M. Cioran

Multivac

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Re: Familie = ?
« Reply #137 on: 02 December 2011, 20:03:12 »
...aber in berlin gibts den sog. großelterndienst, mal sehen, was sich da demnächst tut :-)
so, der berliner großelterndienst hat sich mittlerweile gemeldet. bin mal gespannt, wie so ein artifiziell herbeigeführtes großelternverhältnis funktioniert. erstmal am montag ein beschnuppertermin mit der guten frau. vielleicht können wir uns ja nicht leiden, dann ist's eh hinfällig. wenn ja, frage ich mich, wie eine fremde frau zu meiner tochter ein inniges verhältnis aufbauen soll als wäre sie aus ihrer familie. ich muß jetzt irgendwie immer an pädophile denken... ahhh... na mal sehen, ich berichte....  :)
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Kallisti

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Re: Familie = ?
« Reply #138 on: 02 December 2011, 21:01:18 »
Hier nennt sich das "Paten-Großeltern" - da stehn wir seit 2009 auf der Warteliste. - Hier gibt es nicht viele Leute, die Paten-Großeltern sein wollen (und/oder können?).

In MA gibt´s dann noch das BigBrother/BigSister-Konzept - aber auch erst für Kinder ab 6 Jahre aufwärts. Da dürfen wir uns also nächstes Jahr dann mal anmelden und auch auf die Warteliste setzen lassen.  :)  :-\
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Re: Familie = ?
« Reply #139 on: 03 December 2011, 16:20:55 »
wenn ja, frage ich mich, wie eine fremde frau zu meiner tochter ein inniges verhältnis aufbauen soll als wäre sie aus ihrer familie.
Ich denke, Kindern geht es einfach darum, wer sie mag, und wen sie selbst mögen. "Blut ist dicker als Wasser" stimmt in meinen Augen eh nicht. Was bringen mir die Gene, wenn Verwandte einen schlecht behandeln? Ich bin der Meinung, man muß keinen "mögen", oder sich irgendwie bemühen, miteinander klarzukommen, wenn es einfach nicht funktioniert. Dafür kann man mit "Fremden" ein durchaus liebevolles Verhältnis haben, wenn es zwischenmenschlich paßt.

Kallisti

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Re: Familie = ?
« Reply #140 on: 04 December 2011, 01:44:12 »
Seh ich ähnlich.

Also dass es möglich ist, dass "Fremde" zu Kindern ein liebevolles ... Verhältnis/Beziehung haben können, die Erfahrung habe ich (und meine Kinder) erfreulicherweise schon gemacht. :)

Es geht wirklich vor allem darum, wie wer jeweils eingestellt ist (Eltern und diese "Fremden") und ob es passt (mit den Kindern und den "Fremden"). Dann läuft das wunderbar!

Aber die Frage ist, wieviele Menschen diese verantwortungsvolle Sache wirklich zu machen bereit sind. Dabei geht es gar nicht um Finanzielles, sondern eben darum, dass die Menschen langfristige, dauerhafte/beständige Beziehungen zu den Kindern aufbauen bzw. haben, erhalten sollen und: wollen "sollen".

Genau daran scheitert es offenbar oft. So sagte man mir auch: Wenn die Leute sich darüber klar werden, dass es nicht um ab und an mal Babysitten geht, sondern um eine Beziehung über (bestenfalls) einige/mehrere/viele Jahre (je nach Umständen, Alter der Beteiligten etc.) - dann springen da viele grade deswegen ab. =(
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Re: Familie = ?
« Reply #141 on: 05 December 2011, 19:16:05 »
woah, vorhin hat so ein polnischer lkw-fahrer mir fast meine neue patenomi totgefahren  >:( >:( >:(
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Re: Familie = ?
« Reply #142 on: 09 December 2011, 10:53:38 »
so, neuigkeiten: die neue patenomi war nun privat für 1,5 stündchen bei uns und es war superschön. zeitrahmen, von denen wir reden, bewegen sich mindestens um die 17 jahre  ;) ::) 8)
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Re: Familie = ?
« Reply #143 on: 09 December 2011, 12:46:24 »
so, neuigkeiten: die neue patenomi war nun privat für 1,5 stündchen bei uns und es war superschön. zeitrahmen, von denen wir reden, bewegen sich mindestens um die 17 jahre  ;) ::) 8)

Klingt ja toll!

Wie läuft das denn bei euch so mit "Aufwandsentschädigung" und Fahrgeld ... - also: welche Beträge fallen da in etwa wie oft an? Und wer vermittelt die Paten-Großeltern?
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Re: Familie = ?
« Reply #144 on: 09 December 2011, 13:12:36 »
berliner großelterndienst.

pro stunde 4€ im reinen betreuungsfall. sie aber sagte mir, daß wir das so machen. find ich auch besser. soll ja sich nicht ausschließlich auf babysitten beschränken, sondern es ging mir eher um eine zweite lnagfristige bezugsperson für häschen. und die gute frau hat ja auch was davon. ein lachendes gesicht, freude, gemeinsam spielen, oma genannt werden, babymädchenschnuffeln...
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Re: Familie = ?
« Reply #145 on: 09 December 2011, 14:18:27 »
berliner großelterndienst.

pro stunde 4€ im reinen betreuungsfall. sie aber sagte mir, daß wir das so machen. find ich auch besser. soll ja sich nicht ausschließlich auf babysitten beschränken, sondern es ging mir eher um eine zweite lnagfristige bezugsperson für häschen. und die gute frau hat ja auch was davon. ein lachendes gesicht, freude, gemeinsam spielen, oma genannt werden, babymädchenschnuffeln...

"so machen" hab ich jez nich verstanden - also für lau? Immer? Klar Bezugsperson und nich babysitten - aber wenn sie mal in den Zoo gehn oder sowas - gibst du dann Geld mit?
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Re: Familie = ?
« Reply #146 on: 14 December 2011, 21:31:33 »
soweit sind wir noch nicht, hase  :)
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Re: Familie = ?
« Reply #147 on: 15 December 2011, 01:22:31 »
soweit sind wir noch nicht, hase  :)


Dann erzähl, wenn ihr soweit seid, Mäusi.
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Re: Familie = ?
« Reply #148 on: 28 January 2012, 01:10:16 »
Wieder mal eine schöne Sendung im DLF - auch zum Thema

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/lebenszeit/1660785/

("Hotel Mama" ...) - rechte Leiste auch zum Nachhören anklickbar.


Was auch hier wieder mal genannt wurde, ist: Solidarität.

Und wieder frage ich mich:
Sind zur Solidarität (moralisch) nur die Eltern ihren Kindern gegenüber "verpflichtet" (ist Solidarität hier also "geboten"), umgekehrt die Kinder ihren Eltern gegenüber aber nicht - warum nicht?

Oder anders gefragt: Wie weit darf/soll diese Solidarität jeweils gehen - wo hat sie ihre Grenzen und wer legt die fest - immer nur die einzelne Familie (deren Mitglieder)?

Mir geht es dabei gar nicht um die Frage, ob erwachsene Kinder sich um ihre alternden ... Eltern kümmern soll(t)en oder nicht, sondern eher lange davor:

Wie steht es um den familiären Zusammenhalt, um gegenseitiges Unterstützen, um eben: Solidarität - gerade auch "in schwierigen Zeiten" ... was, "wieviel" können, dürfen Eltern da von ihren halbwüchsigen oder später volljährigen "Kindern" erwarten - oder auch nicht und dann: warum nicht?

Wieviel "Verantwortung" (nicht nur im Alltag, sondern für "das Unternehmen Familie" als solches) kann auch von "Kindern" (Jugendlichen, Adoleszenten) den Eltern gegenüber erwartet, vorausgesetzt (??) werden? - Oder: nicht -- warum nicht?

So als Orientierungshilfe: Die Ratten verlassen das sinkende Schiff.

Gesagt wurde in der Sendung bspw. auch, dass wichtig anscheinend vor allem das Alter (der Kinder) zwischen 10 und 15 Jahre sein soll - was also auch dann das spätere Verhältnis zwischen Eltern und Kindern betrifft. Dass also dann, wenn in jenem Alter (zwischen 10 und 15) Kinder und Eltern ein gutes Verhältnis zueinander hatten, sie es dann mit großer Wahrscheinlichkeit auch (oder: wieder) haben, wenn die Kinder 35 oder 40 sind ...

Könnt ihr das (Letztere) aus eurer Sicht, Erfahrung bestätigen?
« Last Edit: 28 January 2012, 01:21:04 by Kallisti »
Die einzige Art, gegen DIE PEST zu kämpfen, ist die Ehrlichkeit." Albert Camus

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