Manchmal hilft der Sprung ins kalte Wasser sehr gut; das ist meine Erfahrung. Ich hab meinen Freund schon nach nur einer Woche Beziehung mitten reingeworfen in ein großes Event meiner Szene; er musste auf engstem Raum ein Wochenende lang mit hemmungslos "happening" betreibenden Leuten auskommen. Er bekam kaum Extrawürste gebraten, sondern musste einfach durch, hat auch etwas gelitten :wink:, aber wir haben hinterher ausführlich drüber gesprochen, damit klar wird, wie die Szeneleute das Event erlebt haben und warum er es (bis heute) anders erlebt. Ich hab dadurch akzeptieren können, dass ich ihn nicht "konvertieren" kann, weil ihm das nicht fehlt, was die Szeneleute suchen.
Umgekehrt kann er nun wenigstens mental nachvollziehen, was mir daran gefällt, auch wenn er es emotional nicht kann. Er versteht, was ICH darin suche. Insgesamt hat uns das sehr viel näher gebracht; wir fühlen uns beide mit unserer Art nicht nur "akzeptiert".
Ich denke, wenn ich ihm (und er umgekehrt mir) die Gelegenheit gegeben hätte, vor dem Frontalzusammenstoß mit der Szene auszuweichen, hätte ich immer das Gefühl gehabt, er lehne mich in dem Punkt eigentlich ab. Allein die Bereitschaft, sich der stressigsten Situation auszusetzen, hat mir gezeigt, dass ihm an mir liegt - auch wenn er nie meiner Szene angehören wird!