Um doch mal wieder einen kleinen Schlenker zum Thema zurückzumachen - interessante Sendung im Deutschlandfunk/Deutschlandradio heute
http://www.dradio.de/rss/podcast/sendungen/lebenszeit/(bitte auf "Direkter Link zur Audiodatei" klicken und vom Anfang nicht abschrecken/langweilen lassen)
Da ging es bpsw. wieder mal um Pornographie - es wurde gesagt, sie sei reaktionär (wegen der Macht-/Unterwerfungsgeschichte), schwierig vor allem für Kinder bzw. Jugendliche/Heranwachsende - weil sie bei diesen doch viel Unsicherheit und Druck erzeugte und falsche Vorstellungen von "realistischer, gelebter" Sexualität (zwischen "normalen" Menschen - also: Nicht-Pornodarstellern).
Auch "Porno-Rap" wurde wieder mal angesprochen - er befördere das eigentlich längst überkommene Denken/Einstellung eine Frau sei Hure oder Heilige (je nachdem, welche bzw. wieviel "sexuelle Erfahrungen" sie ab/in welchem Alter gemacht hat oder auch nicht ...) und auch hier werde vermittelt, Sex habe eigentlich mit Schmerz und Gewalt einherzugehen (wenn er "normal", "gut", "richtig", "geil" ... ist bzw. sein soll).
Einerseits wüssten die heutigen Jugendlichen durchaus, wo Grenzen seien, was sie nicht wollen ..., sie würden nach wie vor Romantik und Zärtlichkeit ... mögen, wollen ... - andererseits gebe es aber auch viele, die sich mit/an Pornoinhalten und -darstellern messen bzw. orientieren, sich damit vergleichen und dadurch also massiv verunsichert würden bzw. ein sehr verzerrtes Bild von "realer" Sexualität bekämen ...
Auch youporn (? sorry: das kannte ich bis dato nicht - muss man das? Is das ne Bildungslücke?

) sei eben nicht nur Erwachsenen, sondern auch Kindern frei zugänglich und Kinder würden mit den dort gezeigten Praktiken, mit vor allem der Gewalt im Zusammenhang mit Sex (auch: Sex mit Tieren

etc.) überfordert und "verletzt", wovor es also keinen wirklichen Schutz gebe - Eltern haben da nur relativ begrenzte Möglichkeiten und totales Verbot is ja auch immer schwierig (grade bei Pubertierenden ... ... ...).
Es müsse also mehr Schutz für die Kinder und Jugendlichen geben - was die Zugänglichkeit und Konfrontation mit Porno angeht.
Gut - hier gibt´s ja kaum bis gar keine Leute, die Kinder im Alter zwischen etwa 10 und 18 Jahren haben (außer mir

) - aber vielleicht kann man das trotzdem mal diskutieren?
Angesprochen wurde auch, dass Heranwachsende sich durch Pornos besser aufgeklärt fühlen als durch Eltern oder auch Schule und viele würden immer noch durch die Bravo "aufgeklärt"/informiert.
Klar, ich mein - da könnte man vlt. aber doch ganz leicht was dran ändern oder? Nicht nur die Eltern selbst, sondern auch die Schule (Bio-Unterricht bspw.).
Warum nicht sexuelle Praktiken ansprechen? (Je nach Alter und Interesse der Kinder/Jugendlichen und in gewissem "Rahmen".)
Warum muss es so dröge und öde sein? Es wird da doch eigentlich nichts vermittelt, das die meisten Kids in dem Alter ohnehin schon wissen.
Sie wollen aber wissen, "
wie etwas geht" ... Warum also nicht auch mal über Fellatio und Cunnilingus sprechen? Ohne (Leistungs-) Druck zu erzeugen, is schon klar. Warum nicht über Zungenküsse sprechen? Und angeblich ist im heutigen Aufklärungsunterricht auch
nicht die Rede von Homosexualität, Bisexualität und Masturbation.
?Aber sie wollen es doch wissen - also holen sie sich ihre Info woanders ...

Klar, da muss man sich keine Pornos für angucken, um sich zu informieren. Und klar sollen Elfjährige auch nicht schon alles selber ausprobieren. Aber: es gibt Bücher ... es gibt die Möglichkeit zum Gespräch - jedenfalls sollte es die geben: zu Hause (Eltern) und in der Schule.
Nein? -- Was is daran so schwer (wenn man selber erwachsen ist!)??
Ach ja - gesagt wurde auch, dass die Heranwachsenden oft keine Begriffe, Ausdrücke hätten - bpsw. für die Geschlechtsorgane. Sie übernähmen daher auch oft die "Porno-Rap"-Ausdrücke. Weil anscheinend "Penis", "Scheide" ... so uncool oder zu steif (<-nein, das is jez keinen Lacher wert

) sind, schwerer über die Lippen gehen als Schwanz oder Votze - schreibt man das eigentlich mit "F" oder mit "V"?

...
Is doch irgendwie auch arm oder? Dass man da entweder nur "klinische" oder vulgäre, "abwertende" Ausdrücke für hat.