Mensch, Menschlichkeit und Toleranz hin oder her...Es gibt einfach gewissen Unterschede, kann ich mir eine Situation ausuchen, oder kann ich es eben nicht. Und ich denke genau da liegt auch der Hund begraben.
Kleines Beispiel: (Auch wenn es nichts mit der oben genannten Thematik zu tun hat)
Ich habe insgeamt 5 Jahre in Internaten verbracht. Wir hatten damals einen Kerl auf der Gruppe, der gedealt hat. Das war bei uns Schülern ein offenes Geheimnis. Ich hatte keinerlei Probleme mit dem Kerl, wir haben eben auf einer Gruppe gewohnt, und so mehr oder weniger im Zwischenmenschlichenbereich mit einander zu tun gehabt. Jedoch habe ich ich aus seinen Drogenkram so gut es ging rausgehalten. Meine damalige Zimmermitbewohnerin (und recht enge Freundin) hat regelmäßig sich von dem Typen alles mögliche an Drogen besorgt.
So bekam ich notgedrungen einiges mit. Meine Freundin wusste, was ich von Drogen hielt, und ich habe es irgendwann aufgegeben mit ihr darüber zu sprechen, sie wusste was se tat. Bis zu jenem Tag, als die gute Dame sich wärend eines Trips aus dem Fenster stürzen wollte, weil sie dachte, unten ist der Himmel und oben die Erde. Nach dem dann ein ERzieher zu mir meinte, ich solle doch ein wenig auf sie aufpassen, habe ich mit dem Gedanken gespielt, ob ich sage woher das Zeug kommt. Bin dann aber zu dem Schluss gekommen, das es nichts bringen wird, denn seine Drogen kann man sich auch wo anders besorgen. Ich habe darauf hin dann das Zimmer gewechselt. Einige Monate später kam dann alles raus, und wir hatten die Polizei auf dem Gelände. Als ich dann befragt wurde habe ich natürlich die Wahrheit gesagt, und niemanden gedeckt, denn ich wollte mich nicht durch eine Falschausage strafbar machen. Habe das den Beteiligten auch so gesagt, und sie konnten mich verstehen. Und es gab keinerlei Ärger.
Ich will damit nur sagen, das es einfach einen riesen Unterschied macht, ob man sich seine Situation selber ausucht oder nicht. Wenn ich beispielsweisen Drogen nehme, dann weiß ich (meistens) was ich tue. Und bin dafür selber verantwortlich, wenn ich mein Leben kaputt mache. Bei einer Vergewaltigung, oder anderen Gewalteinwirkung, habe ich keinerlei Chancen mir diese Situation auszusuchen, und ich glaube daher kommt auch der Hass auf solche Menschen. Denn sie fragen nicht ihre Opfer ob es ihnen recht wäre. Wenn jemand Drogen verkauft ist das sicherlich nicht toll, aber er zwingt niemanden das Zeugs zu nehmen.
Ich hoffe jetzt ist auch das mit der Toleranzgrente geklärt, was ich vorhin ansprach :wink: