angst
ich habe schon soviel darüber gelesen, man versucht dieses wort zu erklären, sogar zu definieren.
es ist alles so lächerlich.
wie willst du ein gefühl definieren, welches sich in verschiedenen situationen immer anders äußert?
ein gefühl, das nichtmal individuell definiert werden kann, da es sich selbst wieder aufteilt in hunderte individuelle gefühle.
es ist immer anders, und vielseitig. das weiß sicher jeder.
ich werde hier nicht versuchen, angst zu definieren.
ich erkläre einfach nur, was MEINE angst für mich bedeutet, wie sie verursacht wird und was sie zur folge hat.
ich denke, sie kennen nur die angst, als schutzmechanismus. wie die natur es vorgesehen hat.
aber angst, die tief aus der seele kommt, und im inneren bleibt, weil sie so schwach ist, die sieht man nicht.
sie zeigt sich nicht. aber das unterbewusstsein weist zeichen auf, dass sie vorhanden ist.
bestimmtes denken, und handeln, bestimmte worte - versteckte hilfeschreie.
diese bemerkt man selbst nicht! das ist das schlimme!
andere nehmen diese zeichen wahr, reagieren darauf.
aus der tatsache heraus, dass man selbst seine eigenen anzeichen der angst (erstmal) nicht bemerkt, weiß man auch nicht,
worauf der andere so fatal reagiert.
ich denke nach, hab ich was falsches gesagt? warum kam es soweit?
doch irgendwann komm ich dann zu dem, was ich nicht wahrhaben will. ich habe angst.
angst vor etwas, dass mir gerade deswegen angst macht, weil ich davor angst habe.
denn, es ist so unglaublich, dass es mich beängstigt.
nachdem ich die reaktionen der personen, die es bemerken - und man merke an: ich schätze es! -, im unterbewusstsein gedeutet
und analysiert habe, weiß ich genau, ich hatte wieder angst.
erst dann falle ich in ein loch und denke zurück, was ich gesagt oder getan habe.
und alles wird plötzlich so offensichtlich, so eindeutig. ich verstehe diese personen. ich würde genauso reagieren - wahrscheinlich.
ABER warum fragen sie nicht? warum denken sie sich ihre gedanken über mich, ohne irgendetwas anzuzweifeln,
weil es so seltsam ist? einmalig eben. sie haben es noch nie erlebt, dass jemand soetwas sagen oder tun würde.
sie fragen sich nicht, was dahinter stecken könnte. sie fragen nicht nach ursachen. es gibt immer gründe.
sie haben selbst angst. angst genauso zu werden...
dies hat zur folge, dass ich NICHT frage, was los ist, warum sie so anders mit mir reden. denn ich weiß warum.
ich finde es sehr schlimm, dass diese menschen dann nicht nachfragen, wenn sie es nicht wissen.
das macht mich traurig. vorallem wenn ich sie mag.
doch ich möchte auch betonen, es gibt menschen, die es wissen. warum und wieso. selbstverständlich, von ihnen erwarte ich kein
nachfragen, und keine rechtfertigung ihrer reaktion. denn sie reagieren anders. sie verstehen und schweigen.
sie sehen und wissen. sie kennen "mich", und meine ängste.
all das fördert die angst. genau das. denn wenn man die erfahrung macht, dass wenn man seine angst in form von bestimmten worten,
zeichen, taten, unbewusst zeigt und sie dadurch für andere deutlich werden, und man die enttäuschenden reaktionen der menschen darauf
wahrnimmt, denkt man sich irgendwann, dass man diese reaktionen der anderen verhindern kann oder muss, da sie sehr verletzen, und
dass man dieses nur dadurch ändern kann, indem man SICH SELBST ändert und seine ängste bewusst versucht zu verdrängen, indem
man beispielsweise genau überlegt, was man sagt. ich fühle mich nicht wohl dabei, weil ich merke, wie anstrengend das ist, nichts zu sagen,
anstatt etwas, was vermuten lässt, dass angst dahinter steckt. angst, die für andere unverständlich ist.
das fördert also in dem sinne von, sich selbst einschrenken. angst den anderen zu verlieren, durch worte, die nur für dich selbst eine
bedeutung haben. einfach für das eigene ich. von wegen egoismus! im gegenteil. andere menschen, scheinen enttäuscht zu sein, davon,
was sie hören oder sehen, wenn sie es nicht gedacht hätten, ohne hintergründe und ursachen zu kennen.
ich versuche diese situation zu verhindern, indem ich darauf achte, andere dadurch nicht zu verletzen oder nicht versuche ihren
erwartungen nicht gerecht zu werden. ich verstelle mich nicht. ich verstecke die angst nicht. ich versuche nur, sie nicht so primitiv zu zeigen.
auch wenn ich es will. es sind doch nur harmlose ängste und ihr seht sie nur mit geschlossenen augen.
öffnet ihr die augen, seht ihr mich. und dann versteht ihr mich. doch ihr müsst wollen. wollen... wenn der wille fehlt, seht ihr nicht die gründe.
das ist das, was einen verletzt, wenn man jemanden sehr gern mag: wenn jemand versucht, mit geschlossenen augen zu sehen.
das widerrum macht angst. ich habe angst davor, bestimmte menschen sehen zu lassen, wenn ich merke, sie wollen garnicht.
oder wenn ich fühle, dass sie angst haben.
ich habe angst, vor dem, was ich schrieb.