Der revolutionären Erkenntnis, dass jeder doch hören soll, was er will, wird hier wohl kaum einer widersprechen. Lobenswert wer einen musikalisch weiten Horizont hat, ich hab den auch. Und daran ein verpflichtendes subkulturelles Verhalten oder Weltbild zu haften, sollte mit Erreichen etwa der vollen Strafmündigkeit auch hinter sich gelassen werden.
Fakt ist aber auch, dass Bands Musik machen, die sich von der Musik anderer unterscheidet (toll, ne?

). Andere gehen eine ähnliche Richtung oder bauen auf Vorhandenem auf und das bildet so etwas wie Musikrichtungen, die zwar wie von den Hundertprozentigen gefordert, nicht durch Sicherheitszäune voneinander getrennt sind, sondern sich auch gegenseitig befruchten, aber doch eine eigene Substanz/Körper haben, eine eigene Aura, ein eigenes Bouquet, mit dem man selber was verbindet, das man liebt, toll findet oder nur ok, oder eben nicht mag. Man kann es meistens benennen. Unter
irgendeinem Himmel fliegt nun mal jeder Vogel (Hauptsache er fliegt auch). Das soll ja nichts Endgültiges sein.
Es gibt reichlich Bands, die wirklich direkt etwas Neues kreieren. Aber beim Großteil ist diese Behauptung einfach nur heiße Luft und Heuchelei, vermutlich aus Angst, den kreativen Flow zu bremsen oder sich dem Verdacht auszusetzen. Wer (als Musiker, wohlbemerkt) eine organisch gewachsene grobe Richtung als enge Schublade empfindet, ist selber schuld.
Dass das für ein tolerantes Hörvergnügen nicht unbedingt eine Rolle spielt, steht auf nem anderen Blatt.
