Author Topic: Erdichtetes  (Read 15261 times)

Erdichtetes
« Reply #210 on: 13 November 2006, 16:49:28 »
Narrendieb

Des Narrens Spiel
Der Namen Lügen zierend
Im Gewand des Narrentods

Im engsten Raume
Geschichten singend
Drückt dem Kinde Lügen auf

Nun mehr
Stirb den Narrentod
Der dir Maßgeschneidert

Zieh ihn an und wälz dich drin
Und lenke ab die Schuld von dir

Nichts gelinget
Dein Name betrügt
Der Name deines Verstandes

Dringet ein in unser Hirn
Verlanget unsren Lügendrang

Den Schleier vor den Augen unsrer
Du willst uns täuschen
Narr der Zeit

Auch wir merken dein betrügen
Trauer Dingen unsres Leibs

Unsre Dinge
Lieb und heilig
Nimmst uns fort
Du alter Narr

Wir vermissen auch die Zeit der Dinge
Die uns einmal wichtig warn!!!!!
oth is a lovestory and death-rock is a porno............ so don'tbe afraid.......fuck someone tonight!!!!!

Doomguard

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Erdichtetes
« Reply #211 on: 13 November 2006, 22:49:55 »
Ich nehm dann auch mal eines von mir. ist schon bisschen was älter (gut 2 jahre).

falls es gefällt, stell ich gerne noch1-2 hinein. wie man sieht, mag ich keine  reime:


Ein reinigender Tot

Schwer ins Herz getroffen
Stolz ist längst verloren
Die Hoffnung nur ein Schimmer
Am Horizont des Lebens

So Taumel ich, das sichere Lager suchend
Dort liege ich nun, Gnade erhoffend
Das Blut fließt, und endet nicht.
Die Barmherzigkeit bleibt aus.

Eine letzte Träne rinnt herrunter
Sie verharrt, die Zeit steht still
Augenblicke oder Stunden
Der Sinn der Zeit verfällt

Ein endloser Moment
Das Blut versiegt
Vollkommene leere
Das Herz ist tot
Einsamkeit, Stille

Dann eine Regung
Der Wille kehrt zurück
Er treibt voran die Seele
Er peitscht voran den Körper
Er schafft ein neues Herz

Überzeugung kehrt zurück
Stolz erblüht, im Licht des Bewusstseins
Wiedergeboren aus der Asche
Erstarkt gegen Angst und Verzweifelung
Mein Herz wird größer sein, als je zuvor.

Ich erhebe mich wieder
Und solange ich lebe,
Werde ich mich jedesmal erheben.
Der Hass wird niemals siegen!


stilistische kritik wird auch gerne genommen, jetzt mit abstand gefällt mir die vorletzte strophe nicht mehr so gut, wer da verbesserungsvorschläge hat, gerne her damit.
igerkralle und samtpfote

Aenima-constructa

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Ein Blatt
« Reply #212 on: 21 December 2006, 16:21:25 »
Ein Blatt das flog vom Eichenbaum,
es hatte nur den einen Traum:

im Feuer zu verbrennen,
man soll´t es auch beim Namen nennen.

Der Name war "Das Eichenblatt", das
auf dem Kartenspiele,

statt im Walde auf der Flur,

dem Feuer diente nur.
chön ist eigentlich alles, was wir nicht zu Gesicht bekommen.

Kallisti

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Re: Erdichtetes
« Reply #213 on: 06 September 2010, 23:06:45 »
Das aber kann ich nicht ertragen

Theodor Storm


Das aber kann ich nicht ertragen,
Daß so wie sonst die Sonne lacht,
Daß wie in deinen Lebenstagen
Die Uhren gehen, Glocken schlagen,
Einförmig wechseln Tag und Nacht;
Daß, wenn des Tages Lichter schwanden,
Wie sonst der Abend uns vereint;


Und daß, wo sonst dein Stuhl gestanden,
Schon andre ihre Plätze fanden
Und nichts dich zu vermissen scheint.
Indessen von den Gitterstäben
Die Mondesstreifen schmal und karg
In deine Gruft hinunterweben
Und mit gespenstig trübem Leben
hinwandeln über deinen Sarg.
Die einzige Art, gegen DIE PEST zu kämpfen, ist die Ehrlichkeit." Albert Camus

"Die Leute, die ich gerne habe, die müssen nicht wie ich denken, aber irgendwie müssen sie verstört sein, nicht unbedingt stark, aber bis zu einem gewissen Grad... Die Leute, die ich gerne habe, das waren immer Leute, die irgendwie ihr Leben verfehlt haben..., die irgendwie misslungen sind als Wesen." E.M. Cioran

Multivac

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Re: Erdichtetes
« Reply #214 on: 30 July 2011, 20:12:50 »
Bertold Brecht - Der Choral vom großen Baal

Als im weißen Mutterschoße aufwuchs Baal
War der Himmel schon so groß und still und fahl
Jung und nackt und ungeheuer wundersam
Wie ihn Baal dann liebte, als Baal kam.

Und der Himmel blieb in Lust und Kummer da
Auch wenn Baal schlief, selig war und ihn nicht sah:
Nachts er violett und trunken Baal
Baal früh fromm, er aprikosenfahl.

Und durch Schnapsbudike, Dom, Spital
Trottet Baal mit Gleichmut und gewöhnt sich´s ab.
Mag Baal müd sein, Kinder, nie sinkt Baal:
Baal nimmt seinen Himmel mit hinab.

In der Sünder schamvollem Gewimmel
Lag Baal nackt und wälzte sich voll Ruh´:
Nur der Himmel, aber immer Himmel
Deckte mächtig seine Blöße zu.

Und das große Weib Welt, das sich lachend gibt
Dem, der sich zermalmen läßt von ihren Knien
Gab ihm einige Ekstase, die er liebt
Aber Baal starb nicht, er sah nur hin.

Und wenn Baal nur Leichen um sich sah
War die Wollust immer doppelt groß
Man hat Platz, sagt Baal, es sind nicht viele da
Man hat Platz, sagt Baal, in dieses Weibes Schoß.

Gibt ein Weib, sagt Baal, euch alles her
Laßt es fahren, denn sie hat nicht mehr!
Fürchtet Männer nicht beim Weib, die sind egal:
Aber Kinder fürchtet sogar Baal.

Alle Laster sind zu etwas gut
Und der Mann auch, sagt Baal, der sie tut.
Laster sind was, weiß man, was man will.
Sucht euch zwei aus; Eines ist zuviel !

Seid nur nicht so faul und verweicht
Denn Genießen ist bei Gott nicht leicht.
Starke Glieder braucht man und Erfahrung auch:
Und mitunter stört ein dicker Bauch.

Zu den feisten Geiern blinzelt Baal hinauf
Die im Sternenhimmel warten auf den Leichnahm Baal
Manchmal stellt sich Baal tot. Stürzt ein Geier drauf
Speist Baal einen Geier, stumm, zum Abendmahl.

Unter düstren Sternen in dem Jammertal
Grast Baal weite weite Felder schmatzend ab.
Sind sie leer, dann trottet singend Baal
In den ewigen Wald zum Schlaf hinab.

Und wenn Baal der dunkle Schoß hinunterzieht:
Was ist Welt für Baal noch? Baal ist satt.
Soviel Himmel hat Baal unterm Lid
Daß er tot noch grad g´nug Himmel hat.

Als im dunklen Erdgeschoße faulte Baal
War der Himmel noch so groß und still und fahl
Jung und nackt und ungeheuer wunderbar
Wie ihn Baal einst liebte, als Baal war.
« Last Edit: 30 July 2011, 20:14:22 by Multivac »
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Re: Erdichtetes
« Reply #215 on: 31 July 2011, 14:20:31 »
Von wem ist das noch mal?:

Flatt
flatt flatt
der Vogel
flattgedrückt
flatt

Ist das von Joachim Ringelnatz?
"Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden."

Multivac

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Re: Erdichtetes
« Reply #216 on: 31 July 2011, 19:31:51 »
lol  ;D
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voll pöse

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Re: Erdichtetes
« Reply #217 on: 31 July 2011, 20:01:04 »
Hier mal die Kurzversion eines sehr bekannten Gedichtes, mal schauen wer drauf kommt von welchem ;)

Loch in Erde
Bronze rin
Glocke fertig
bim, bim, bim
Ich habe die Macht von Grayskull

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Re: Erdichtetes
« Reply #218 on: 31 July 2011, 20:02:38 »
lol ich glaub das war mal ein seriöser thread  ;D
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Lucas de Vil

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Re: Erdichtetes
« Reply #219 on: 31 July 2011, 20:07:57 »
Hier mal die Kurzversion eines sehr bekannten Gedichtes, mal schauen wer drauf kommt von welchem ;)

Loch in Erde
Bronze rin
Glocke fertig
bim, bim, bim
+gröhl+ Schiller in 10 Worten. +kicher+

Erinnert mich an den Lieblingsspruch meines Vaters:
Der Taucher.
Gluggglugg
Weg war er.
".de Elite"

You want some? Come get some!
You don't like me? Well, bite me.

"Halts Maul, deine Brüste sind mir scheißegal!"

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Re: Erdichtetes
« Reply #220 on: 31 July 2011, 20:10:59 »
haha  ::)


Hugo Ball - Legende

Vor einem hellen Marienbild
Spielte ein Bettler die Geige.
Die Vögel sangen im Herbstgefild,
Der Tag ging schon zur Neige.

Er spielte der Reben süße Last,
Die hingen ihm bis zur Stirne,
Er spielte den reifen Apfelast
Und der Berge schneeige Firne.

Er spielte der blauen Seen Licht,
Die leuchteten ihm aus den Augen.
Er sang zu der Geige und immer noch nicht
Wollte das Lied ihm taugen.

Da sang er den Mond und die Sterne dazu
Die konnte er alle verschenken
und weinte des Waldes einsame Ruh,
Die tät seine Geige tränken.

Er spielte und sang und merkte kaum
Wie Maria sich leise bewegte
Und ihm beim Spiel ihrer Hände Schaum
Auf die wehenden Locken legte.

Er drehte beim Spiele sich hin und her,
Das tönende Holz unterm Kinne.
Er wollte, daß seine süße Mär
In alle vier Winde zerrinne.

Da stieg die Madonna vom Sockel herab
Und folgte ihm auf seine Wege.
Die gingen bergauf und gingen bergab
Durch Gestrüpp und Dornengehege.

Er spielte noch, als schon der Hahn gekräht
Und manche Saite zersprungen.
Auf Dreien spielt er die Trinität
Auf zweien die Engelszungen.

Zuletzt war es nur noch das heimliche Lied
Vom eingeborenen Sohne.
Maria deckte den Mantel auf ihn
Darin schläft er zum ewigen Lohne.
« Last Edit: 01 August 2011, 12:46:06 by Multivac »
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sYntiq

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Re: Erdichtetes
« Reply #221 on: 01 August 2011, 11:48:37 »
edit: ist aber nicht von mir *zugeb*

Ganz aktuell möchte ich dich dann doch gleich mal hierrauf hinweisen: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kein-Witz-Websites-abkassiert-wegen-Heinz-Erhardt-1288923.html
So rein bevor neben der IMG-Funktion auch noch das Gedichteschreiben von sober kassiert wird.
Dat ist ´n riesen Teddybär. Leg' dich bloß net mit dem an, sonst kommt mein Monsterfrosch.


XBL: sYntiq

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Re: Erdichtetes
« Reply #222 on: 01 August 2011, 12:46:23 »
okischnoki  ::)

(wie ist das mit dem nutzungsrecht ? kennt sich da wer aus ?
das urheberrecht jedenfalls erlischt 70 jahre nach dem tod.)
« Last Edit: 01 August 2011, 12:57:32 by Multivac »
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Re: Erdichtetes
« Reply #223 on: 01 August 2011, 14:55:53 »
So weit ich weiß ist das, was du hier mit Urheberrecht meint, das eigentliche Nutzungsrecht.
Das Urheberrecht verlischt nicht und kann auch zu Lebzeiten nicht übertragen werden.
Es ist das Nutzungsrecht, das nach 70 Jahren endet, welches aber oft für das Urheberrecht gehalten wird.
Das ist auch manchmal ein Kommunikationsproblem zwischen den Sprachen. Z.B. wird Urheberrecht ins Englische meist mit "Copyright" übersetzt, doch für das Copyright gelten teilweise andere Regeln, als für das deutsche Urheberrecht.
Aber genau kenne ich mich da auch nicht aus.
Muss mal meinen Vater fragen, der ist Patentanwalt.
"Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden."

Anthalus

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Re: Erdichtetes
« Reply #224 on: 07 August 2011, 05:19:39 »
Tief verwurzelt Schmerz,
starke Leere tief in mir.
Beginn des Neuanfangs.

Hmm... passt zwar nicht ganz mit der 5-7-5 Regel aber denke mal das geht noch durch als Haiku ^^

Edith: Rechtschreibung
« Last Edit: 07 August 2011, 06:42:35 by Anthalus »
Es gibt keine UNSCHULD, nur verschiedene grade der Schuld.