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Wie schätzt du dein Essverhalten ein?

Ich esse ganz normal, mein Gewicht interessiert mich nicht
26 (56.5%)
weiss nicht
5 (10.9%)
ich bin/war magersüchtig
1 (2.2%)
ich bin/war bulemisch
4 (8.7%)
ich bin/war bulemisch und anorektisch (=magersüchtig)
2 (4.3%)
ich bin/war adipös
8 (17.4%)

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Author Topic: (Ess-)Süchtig?  (Read 8219 times)

Thomas

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Re: (Ess-)Süchtig?
« Reply #30 on: 18 June 2007, 14:15:14 »
Quote from: DeLaguerre
Weil Männer wie Frauen immer noch an diesem bescheuerten Bild festhalten, dass insbesondere Frauen nicht bloß gemeinhin hübsch aussehen sollen, sondern irgendwie anders, als es normal wäre
Kenn' ich so eher nicht."Hübsch" reicht den meisten Männern völlig aus."Hübsch" heißt zwar in der Regel auch "schlank", aber nicht klapperdürr.Natürlich gibt es immer welche, die den Hals nicht voll kriegen, aber nach denen sollte man sich dann eben nicht richten.

Und Frauen sind den Männern doch psychisch nicht unterlegen. Warum solltet Ihr also anfälliger dafür sein?

Weil unsere Sexualpartner vor Bildern mit Frauen onanieren, die komplett anders aussehen als wir? Und weil Männer nunmal die ungenügende sexuelle Attraktion an erster Stelle als Argument benutzen, um dauerhafte Beziehungen zu beenden?
Warum sucht ihr euch dann solche Partner ? Gerade du (als ein Beispiel) stehst ja nun den Werbefrauen in puncto Attraktivität nicht wirklich nach, warum solltest du dich also auf einen Mann einlassen, dem das noch nicht genug ist ? Hast du das nötig ?
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Jinx

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Re: (Ess-)Süchtig?
« Reply #31 on: 18 June 2007, 14:42:25 »
Quote
Ich kann insofern die "Emanzipation" der Frauen in der Werbung nicht gutheißen, die da plötzlich auch nur noch unnatürlich gestylte und retuschierte Männer zeigen soll, "damit die Frauen auch auf ihre Kosten kommen". Dadurch wird das Leid fair auf alle verteilt...

Nur das das den Frauen ziemlich wurscht ist, wie der Horst auf dem Plakat aussieht. Den meisten Frauen kommt der Gedanke nicht: "Das will ich auch" (ich schreibe bewusst "das", nicht "den". Das entspricht ziemlich genau den Verkaufszahlen für erotische Filme und Magazine, die "auf Frauen" zugeschnitten sind, sie bleiben weit hinter denen zurück, die für Zielgruppe Mann gemacht wurden.
Das Leben sollte keine Reise mit dem Ziel sein, attraktiv und mit einem guterhaltenen Körper unter die Erde zu kommen. Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand, Absinth in der anderen, unser Körper total verbraucht und dabei schreiend "Wow, was für eine Fahrt!"
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Re: (Ess-)Süchtig?
« Reply #32 on: 18 June 2007, 15:01:44 »
Quote
Natürlich muss AUCH auf der individuellen Ebene etwas passieren, denn einer/m bereits Süchtigen ist kaum mit einem politischen Beschluss geholfen, wenn sich die Spirale schon eingestellt hat. Dennoch ödet mich das Psychogelaber an: die Individualisierung das Problems.

Die Individualisierung ist ebenso anödend wie dieses ewige "A ist schuld, B auch, C sowieso und D hat auch seinen Anteil, und ich bin der Spielball böser Mächte, der diesen nichts entgegenzusetzen hat". Damit delegiert man seine eigene Verantwortung ganz wunderbar. Natürlich hat die Werbung ihren Anteil, aber in wesentlich höherem Maße wäre nach dem Bild zu fragen, dass das Umfeld vermittelt. Welches Frauenbild haben wir von unseren Müttern und Großmüttern bekommen? Welchem entsprechen sie selbst? Das ist doch wesentlich prägender. Ich denke, die Faktoren, warum eine essgestört wird und die andere nicht, lässt sich kaum ausschließlich an äußerlichen Faktoren festmachen. Die Biografien von Menschen unter sehr ähnlichen Lebensbedingungen sind trotzdem oft sehr unterschiedlich. Und eins ist sicher: Jeder trägt in erster Linie die Verantwortung für sich selbst, nicht jeden Mode- und Diätblödsinn mitzumachen, sich vernünftige Rollenvorbilder zu suchen, sobald man dazu in der Lage ist, bei der Partnerwahl die Typen links liegen zu lassen, die von ihrer Partnerin in erster Linie erwarten, so auszusehen "wie die auf dem Foto in der Zeitschrift" etc. Natürlich bin ich nicht der Meinung, dass die Betroffenen "selbst Schuld" haben, da Schuldhaftigkeit in dieser Sache überhaupt nicht die Frage ist. Wer in eine psychische Krankheit, die nicht erblich oder genetisch disponiert ist, hat keine "Schuld". Aber er hatte irgendwelchen Lebensumständen zu einem bestimmten Zeitpunkt vielleicht nichts entgegenzusetzen, wo ein anderer in der gleichen Lage die Situation noch meistern kann. Die Betroffenen müssen den eigenständigen Beschluss fassen, sich helfen zu lassen bzw. die Krankheit zu überwinden. Wenn hier die Einsicht für die Notwendigkeit bzw. der Entschluss fehlt, gibt es keine wirkliche Hilfe.
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Re: (Ess-)Süchtig?
« Reply #33 on: 18 June 2007, 15:19:28 »
Quote from: Jinx
Und eins ist sicher: Jeder trägt in erster Linie die Verantwortung für sich selbst, nicht jeden Mode- und Diätblödsinn mitzumachen, sich vernünftige Rollenvorbilder zu suchen,...
Eben.Ich werde doch auch täglich in der Werbung, im Fernsehen, etc. mit irgendwelchen erfolgreichen, mercedesfahrenden, jungdynamischen Management-Yuppies konfrontiert, und trotzdem hatte ich noch nie das Gefühl mein relativ bequemes Leben, in dem die Gelderwerbstätigkeit auch nicht ausartet, in besagte Richtung verändern zu müssen.
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Black Russian

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Re: (Ess-)Süchtig?
« Reply #34 on: 18 June 2007, 15:57:10 »
Ich war bulimisch (übrigens heisst das bulimisch und nicht bulemisch), da ich nach der Ende von einer Beziehung sehr stark zugenommen habe. Meine Eltern sind beide übergewichtig, und wenn es bei meine Mutter nur paar Kilos mehr sind, ist es bei meinem Vater schon krankhaft. Und irgendwie ist es bei mir in Genen und noch dazu bin ich Frustfresserin, also landete ich bei 77 Kilo, fühlte sich mies, trug teilweise Klamotten von meiner Mutter, da ich in meine nicht passte und mir keine neue in Grosse 46 kaufen wollte.
Dann habe ich mit Diät angefangen, habe sie 3 Tage gehalten und bin dann auf einem Geburtstag schwach geworden und viel gegessen, auch Torte. So kam es erste mal, dass ich Date mit dem Klo hatte.
Irgendwann wurde es zu Normalität, paar Tage diszipliniert essen, dann Fressattake und Kotzorgie, ich nahm sehr gut ab, alle lobten mich. "Mensch Sandra, du hast ja so toll abgenommen!" Wenn sie nur wussten :(

So ging es gute 3 Jahre, heimlich esse, kotzen, versuchen es von anderen zu verstecken, sogar auf die Arbeit, igrendwann war ich 47 Kilo, die Junkies am Hauptbahnhof fragten mich ganz locker: "Brauchst du h?", eigentlich ein Alarmzeichen, hallo Sandra, du siehst wie eine Junkiebraut aus..aber ich merkte es nicht.

Und nein, dass kam bei mir nicht durch dürre Models, ich hatte damals nicht mal TV zu Hause, ich fand dicke Körper einfach ekelig, ich hatte das Gefühl, dass meine wahre "ich" in einem fetten Körper gefangen ist..ich wollte es befreien

Meine Haare wurden dünner, ich fror ständig, irgendwann war ich aufgrund von einer Erkältung zum Arzt und der hat mich zuerst durchgescheckt, sogar HIV-Test (warscheinlich sah ich wie AIDS-Kranke aus, ich war schon bei 45 Kilo) und danach, wo er organische Schaden ausschloss, fragte er mich, ob ich ES habe.
Lange Rede, kurze Sinn - ich habe mit Hilfe von Selbsthilfegruppe mich wieder gefangen, weiss aber, dass Rückfallgefahr immer bleibt, gerade dann, wenn ich ein bißchen molliger bin und eine Diät mache.

Aber mittlereweile fühle ich mich eigentlich wohl mit meinem Gewicht, solange es nicht über 65 Kilo geht: ich bin viel stärker körperlich, friere viel weniger, bin viel seltener krank.
Wenn nicht die alte Klamotten wären, in die Grosse 34, sie liegen immer noch im Schrank, ich qucke sie manchmal an und seufze. "Ach, damals war ich sooo schlank"

Und nein, das kam nicht durch dürre Models, ich habe damals nicht mal TV, ich fand dicke Körper einfach ekelhaft, der Bauch, die Beine, alles..ich hatte den Gefühl, dass meine wahre "ich" in einer Fettschicht gefangen ist..ich wollte diese Fettschicht vernichten.
 Das ich mich dabei auch selbst vernichtete, kam mir nicht in Sinn
« Last Edit: 18 June 2007, 16:13:48 by Black Russian »
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Re: (Ess-)Süchtig?
« Reply #35 on: 18 June 2007, 16:22:23 »
Hmm - ich bin jetzt mal so frech und behaupte, dass die Annahme des Schlankheitswahn bei Frau zur Hälfte Erziehung und zur Hälfte biologisch bedingt ist.

Man sehe sich doch mal die Werbung genauer an: Da kommen "normal gebaute" Frauen und Männer zu kurz.
Wenn es danach ginge, müsste sich eine Horde an Männern für ihr Bäuchlein zu Tode schämen. Tun sie aber merkwürdigerweise nicht oder zumindest sehr selten.

Nun wird aber -egal in welchen Lebensbereichen- eben hauptsächlich von der schönen Frau geredet. Selbst bei den Griechen wird ja die Schönheit des weiblichen Körpers besungen, und ich kann mich an so manch Plastik in Rom erinnern, die genau das zum Thema hat.
Aber ist das ein Wunder? Das entspricht doch genau dem Bild, das seit Urzeiten in uns von Geburt an verwurzelt ist: Frau verführt Mann durch ihre Schönheit, und Mann durch Kraft oder ein Aussehen, das Ausdauer verheißt.

Das heißt dann eben: Frau möchte von sich aus bereits schön sein. Und verwechselt generelle Schönheit dann auch mal mit "schlank muss sein".
Die Werbung jedenfalls propagiert das nicht ausschließlich. Sie sagt nicht: "Du mußt schlank sein!" Sie sagt nur: "Du musst schön sein."
Denn z.B. in der Werbung für Gesichtscreme etc. sieht man ja oftmals nicht einmal den weiblichen Körper.

Kurz gesagt: Der Werbung die Schuld zu geben, dass sie triggern würde, macht die Dinge umgekehrt auch viel zu einfach.


Es gibt eine einzige Kleinigkeit, wo politische Forderungen angebracht sind, nämlich in der Tat in der Modelszene.
Aber nicht, was die Frauen allgemein angeht. Lediglich für diesen Beruf selbst.
Wie war das? Es darf mittlerweile keine Frau mehr auf den Laufsteg, wenn sie unter 45kg wiegt? Was für ein Fortschritt ...  ::)
Da ist der Einwand höchst berechtigt. Weil er jede Frau, die modeln möchte, dazu zwingt, ein Gewicht halten zu müssen, das Essstörungen sehr fördert.

Ansonsten aber sehe ich die Medien als verschwindend geringe Ursache für Essstörungen an.

Ach, und, @jinx: sehr schöner Beitrag.  :)
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Re: (Ess-)Süchtig?
« Reply #36 on: 18 June 2007, 16:29:19 »
Ich denke auch nicht, dass es ausschliesslich an Medein und Gesellschaft liegt, die Anzahl von Magersüchtigen in Iran ist genauso hoch wie im Westen, obwohl dort keine halbnackte und halbverhugerte Models rumlaufen und Frauen sich verhüllen müssen.

Für meine Tail, also bei mir, lag Grund für meine Esstörung auch im Leistungssport, ich habeEiskunst gemacht und musste schlank sein, der Trainer schrie manchmal, wenn der Sprung nicht klappte. "Du fette Kuh, du krigt dein Arsch nicht hoch" Ich war zu diesem Zeitpunk so 12 Jahre alt ungefähr. Schon damals hatte ich einige bulimische Episoden, ohne zu wissen, dass es Bulimie ist (Esstörungen gab es in Sowjetunion nicht, genauso wie Drogensucht ;) )
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Re: (Ess-)Süchtig?
« Reply #37 on: 18 June 2007, 16:41:30 »
Gerade du (als ein Beispiel) stehst ja nun den Werbefrauen in puncto Attraktivität nicht wirklich nach, warum solltest du dich also auf einen Mann einlassen, dem das noch nicht genug ist ? Hast du das nötig ?

Hey Moment, ich steh hier überhaupt nicht zur Debatte, und mein Partner ebenfalls nicht!! Nicht mal als Beispiel.

Jinx

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Re: (Ess-)Süchtig?
« Reply #38 on: 18 June 2007, 16:45:01 »
Ich denke auch nicht, dass es ausschliesslich an Medein und Gesellschaft liegt, die Anzahl von Magersüchtigen in Iran ist genauso hoch wie im Westen, obwohl dort keine halbnackte und halbverhugerte Models rumlaufen und Frauen sich verhüllen müssen.


Ich denke, es ist auch ein Problem der Überflussgesellschaft. Man wird dauernd mit Werbung für irgendwelche Fressalien bombardiert, und man kann sie sich meist auch leisten. In Gesellschaften, in denen der Lebensunterhalt für das tägliche Auskommen reicht, aber nicht für Extras, wird es so etwas wie Essstörungen weniger geben (Gebiete, in denen Hunger herrscht, lassen wir mal außen vor). Ich denke z. B. auch an Mitteleuropa zur Jahrhundertwende (19./20. Jahrhundert). Jemand, der normal für seinen Lebensunterhalt arbeiten musste, konnte sich nicht viel leisten, es reichte einfach nicht. Fleisch gab es ein Mal die Woche (wenn überhaupt), und die "Leerlaufzeiten" im Alltag waren kürzer (längere Arbeitszeiten, aufwändigere Hausarbeit). Da ist wenig Raum für Essstörungen. Bei den Arbeitern sah es so aus, dass der Lohn für den täglichen Bedarf nicht reichte, weswegen Unterernährung und Mangelkrankheiten an der Tagesordnung waren.

Wenn man sich Modefotos aus den fünfziger Jahren ansieht, dann würde keines der damaligen Models heute auch nur einen Job für einen Versandhauskatalog kriegen, da sie zwar schlank, aber eher weiblich geformt waren. In der Wirtschaftswunderzeit, als es auf einmal alles gab und man es sich auch leisten konnte, nahmen die Leute in Mitteleuropa und vor allem Deutschland sehr stark zu. Mir ist nicht bekannt, dass Frauen besonders unter Essstörungen litten, auch wenn es das sicher gegeben hat: Niemand konnte mehr Unterernährte sehen, man hatte die Kriegs- und Nachkriegszeit hinter sich, und man war froh, dass man nicht mehr so zwangsdürr war. Menschen, die diese Zeit erlebt haben, finden Unterernährte oft abstoßend, da es sie an ihre eigenen Erfahrungen erinnert, sie bevorzugen in optischer Hinsicht Menschen, die eher "normal" proportioniert sind. Es ist eben auch eine Frage der Sichtweise - nur ist unsere eine andere. Ich glaube übrigens nicht, dass Menschen, die in einem Umfeld des dauernden Mangels leben müssen und unter Unterernährung leiden, unsere Models so sonderlich schön finden. Da wird man eine normal proportionierte Figur eher mit Wohlstand und Wohlergehen assoziieren.
Das Wohlergehen ist übrigens ein wichtiger Punkt: Niemandem, der unter einer Essstörung leidet, wird man unterstellen, dass es ihm gut geht. Aber Wohlergehen ist nunmal eine Voraussetzung für Schönheit. Schönheit ist mehr als Titten, Ärsche und Kleidergröße XXXS. Das ist Fassade. Schon mal die Gesichter von Essgestörten genau betrachtet? Es fehlt an Ausstrahlung, bzw. ist das, was ausgestrahlt wird, nicht sonderlich anziehend und erstrebenswert.
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Re: (Ess-)Süchtig?
« Reply #39 on: 18 June 2007, 17:00:35 »

Das Wohlergehen ist übrigens ein wichtiger Punkt: Niemandem, der unter einer Essstörung leidet, wird man unterstellen, dass es ihm gut geht. Aber Wohlergehen ist nunmal eine Voraussetzung für Schönheit. Schönheit ist mehr als Titten, Ärsche und Kleidergröße XXXS. Das ist Fassade. Schon mal die Gesichter von Essgestörten genau betrachtet? Es fehlt an Ausstrahlung, bzw. ist das, was ausgestrahlt wird, nicht sonderlich anziehend und erstrebenswert.

Esstörung macht einsam, innerlich einsam. Mit keinem darüber reden können, weil man sich dafür schämt, dass man kotzt. Zahnpasta in die Tasche tragen, damit man nicht nach Erbrochenen riecht. Treffen absagen, weil man dort auf engem Raum essen muss und nicht unbemerkt auf die Klo verschwinden kann. Wenn man doch mit Freunden im Lokal sitzt, erstmals abschecken, wo sich das Klo befindet.
« Last Edit: 18 June 2007, 17:28:31 by Black Russian »
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Succubus

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Re: (Ess-)Süchtig?
« Reply #40 on: 18 June 2007, 17:33:04 »
Also ich kann frank und frei von mir behaupten keine Eßprobleme zu haben, geschweige denn gehabt zu haben.
Ich bin wie ich bin und fühle mich zum größten Teil wohl so. Und darauf bin ich auch verdammt stolz!
Selbst wenn sich mal das eine oder andere Bauchröllchen zeigt geht davon nicht die Welt unter.
Ist ja irgendwie auch weiblich und der Lauf der Dinge daß Frauen oft mit zunehmendem Alter ein paar Pölsterchen an gewissen Stellen haben *find*
Dennoch merk auch ich immer mehr, wie einem Dinge von Außen immer mehr versuchen einen Stempel aufzudrücken und einem ein schlechtes Gewissen einreden wollen.
Sei es dadurch daß alle behaupten sie wögen ja nur sooo wenig Minikilos obwohl sie ebenso gebaut aussehen wie ich (da denkt man manchmal schon überhaupt über das Thema Gewicht nach), daß ich auf einmal Buxen in L-XL kaufen muß damit sie mir überhaupt passen wo ich früher mit selber Figur in S-M paßte und daß man überhaupt überall immer mit dem Thema konfrontiert wird.
Ebenso hat man wirklich heutzutage mehr Zeit sich grübelnderweise über solch Themen Gedanken zu machen und alles was es da so leckeres gibt in sich reinzustopfen als früher.


Three swiss witch-bitches, which wished to be switched swiss witch-bitches, wish to watch swiss Swatch watch switches. Which swiss witch-bitch which wishes to be a switches swiss witch-bitch, wishes to watch which swiss Swatch watch switch?

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Re: (Ess-)Süchtig?
« Reply #41 on: 18 June 2007, 17:49:15 »
Ich kann da nichts ankreuzen.

Ich esse ganz normal, was aber nicht bedeutet, das mein Gewicht mich nicht interessiert.
Es würde mir schon was ausmachen, wenn ich innerhalb von 3 Monaten 20 kg zunehmen würde ;).

Ich bin ein "Klappergestell" von Natur aus, das war ich schon als Kind und das werde ich wohl auch immer bleiben. Ich kann grosse Mengen essen, bei denen andere dick und rund werden würden... Bin halt ein schlechter Futterverwerter, was solls.

Man sagt mir öfter mal nach, ich sei zu dünn, naja, vom BMI her bin ich noch so gerade an der Grenze des unteren normalen Bereichs.
Aber aus welchem Grund sollte ich zunehmen wollen (was mit täglichen Massen an Süssigkeiten -vermutlich- möglich wäre)? Damit würde ich mir Speckrollen anfressen, die ungesund sind und nicht schön aussehen... Macht für mich keinen Sinn. Daher bleibe ich wie ich bin, esse normal und gut ist.

Killerqueen

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Re: (Ess-)Süchtig?
« Reply #42 on: 18 June 2007, 18:14:56 »
Was meinst du mit einem "Erziehungsfehler"?
Puh, das ist verdammt komplex und es müssen schon mehrere Faktoren zusammenkommen, aber ich picke mal ein relativ typisches Beispiel heraus:

Anorektiker müssen/mussten sich in ihrer Jugend sehr häufig ihre Autonomie, Identität, Selbst-Respekt und Selbstkontrolle hart erkämpfen. Die Familien dieser Patienten sind häufig überprotektiv, streng, unfähig Konflikte zu lösen, sprechen dem Betroffenen jegliche Entscheidungsfähigkeit ab und belasten ihn/sie mit einem unglaublichen Leistungs- und Erfolgsdruck.

Dazu kommt oft noch die Angst vor dem Erwachsenwerden.
Die kann beispielsweise daraus resultieren, dass die Eltern jüngeren Geschwistern nach deren Geburt alle Aufmerksamkeit widmen, während das ältere Geschwisterteil lediglich zum Leistungserbringer verkommt. Aufmerksamkeit gibt es nur noch gegen Leistung. Ein Lob ist selten, denn es hätte immer noch ein bißchen besser sein können.  Das (bis dahin noch) Kind "lernt", dass man nur geliebt wird, wenn man ein kleines Kind ist (wie die Geschwister), also sträubt es sich innerlich dagegen, erwachsen zu werden.

Das ist ein relativ typisches Fallbeispiel. Deshalb ist extremer Ehrgeiz auch eines dieser "Erkennungszeichen", die man zur Diagnose von Essstörungen nutzt.

"My apologies, my pet cricket has restless leg syndrome." Mayor West (Family Guy)

I am green today
I chirp with joy like a cricket song. (Kira Willey)

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Re: (Ess-)Süchtig?
« Reply #43 on: 18 June 2007, 18:32:17 »
Nicht zu unterschätzen ist die Rolle von Mobbing, viele Kinder, die aufgrund von ihre Fülle gemobbt wurden, entwickeln eine Esstörung: entweder fressen sie den Frust und Hänseleien in sich hinein und werden Adipös, oder sie werden Magersuchtig oder Bulimisch.

Ich habe zum Beispiel so eine junge Frau kennengelernt, die hatte panische Angst davon, zuzunehmen, obwohl ihre BMI bei 16,5 lag, sie sagte: "Wenn ich zunehme, werden sie mich wieder fertig machen"
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Re: (Ess-)Süchtig?
« Reply #44 on: 18 June 2007, 20:17:50 »
Und Frauen sind den Männern doch psychisch nicht unterlegen. Warum solltet Ihr also anfälliger dafür sein?

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Ich jedenfalls schlaf mehr als 100 mal lieber mit meiner Freundin, als mir vor irgendwelchen Fotos einen runterzuholen. Und die Bilder würde ich auch nicht nach dem Bauchumfang aussuchen.
Solange Kakaobohnen auf Bäumen wachsen, gilt Schokolade als Obst!