Ich war bulimisch (übrigens heisst das bulimisch und nicht bulemisch), da ich nach der Ende von einer Beziehung sehr stark zugenommen habe. Meine Eltern sind beide übergewichtig, und wenn es bei meine Mutter nur paar Kilos mehr sind, ist es bei meinem Vater schon krankhaft. Und irgendwie ist es bei mir in Genen und noch dazu bin ich Frustfresserin, also landete ich bei 77 Kilo, fühlte sich mies, trug teilweise Klamotten von meiner Mutter, da ich in meine nicht passte und mir keine neue in Grosse 46 kaufen wollte.
Dann habe ich mit Diät angefangen, habe sie 3 Tage gehalten und bin dann auf einem Geburtstag schwach geworden und viel gegessen, auch Torte. So kam es erste mal, dass ich Date mit dem Klo hatte.
Irgendwann wurde es zu Normalität, paar Tage diszipliniert essen, dann Fressattake und Kotzorgie, ich nahm sehr gut ab, alle lobten mich. "Mensch Sandra, du hast ja so toll abgenommen!" Wenn sie nur wussten

So ging es gute 3 Jahre, heimlich esse, kotzen, versuchen es von anderen zu verstecken, sogar auf die Arbeit, igrendwann war ich 47 Kilo, die Junkies am Hauptbahnhof fragten mich ganz locker: "Brauchst du h?", eigentlich ein Alarmzeichen, hallo Sandra, du siehst wie eine Junkiebraut aus..aber ich merkte es nicht.
Und nein, dass kam bei mir nicht durch dürre Models, ich hatte damals nicht mal TV zu Hause, ich fand dicke Körper einfach ekelig, ich hatte das Gefühl, dass meine wahre "ich" in einem fetten Körper gefangen ist..ich wollte es befreien
Meine Haare wurden dünner, ich fror ständig, irgendwann war ich aufgrund von einer Erkältung zum Arzt und der hat mich zuerst durchgescheckt, sogar HIV-Test (warscheinlich sah ich wie AIDS-Kranke aus, ich war schon bei 45 Kilo) und danach, wo er organische Schaden ausschloss, fragte er mich, ob ich ES habe.
Lange Rede, kurze Sinn - ich habe mit Hilfe von Selbsthilfegruppe mich wieder gefangen, weiss aber, dass Rückfallgefahr immer bleibt, gerade dann, wenn ich ein bißchen molliger bin und eine Diät mache.
Aber mittlereweile fühle ich mich eigentlich wohl mit meinem Gewicht, solange es nicht über 65 Kilo geht: ich bin viel stärker körperlich, friere viel weniger, bin viel seltener krank.
Wenn nicht die alte Klamotten wären, in die Grosse 34, sie liegen immer noch im Schrank, ich qucke sie manchmal an und seufze. "Ach, damals war ich sooo schlank"
Und nein, das kam nicht durch dürre Models, ich habe damals nicht mal TV, ich fand dicke Körper einfach ekelhaft, der Bauch, die Beine, alles..ich hatte den Gefühl, dass meine wahre "ich" in einer Fettschicht gefangen ist..ich wollte diese Fettschicht vernichten.
Das ich mich dabei auch selbst vernichtete, kam mir nicht in Sinn