Ich möchte mich mit diesem Thread an ein verdammt heikles Thema heranwagen und hoffe inständig, dass ich meine Empfindungen halbswegs so rüberbringen kann, wie sie auch tatsächlich sind, und nicht vollkommen missverstanden werde.

Wie sicherlich einige hier bereits mitbekommen haben, hat in der Innenstadt ein Klamottenladen namens Brevik eröffnet, der unter anderem auch Thor Steinar-Klamotten anbietet (und bereits Ende Oktober wieder dicht macht).
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,583206,00.htmlSeitdem ist die Stadt belagert von linken "Aufklärern" und Bereitschaftspolizisten, die aufpassen, dass nichts passiert.
Irgendwie sehe ich das Ganze mit gemischten Gefühlen. Ich kann verstehen, dass die Linken aufklären wollen, wer hinter der Marke TS steht und dass durch die Klamottenverkäufe erwirtschafteter Gewinn möglicherweise teils der NPD zugute kommt, was natürlich nicht belegbar ist (zumindest ich konnte außer Spekulationen darüber nichts finden). Ich finde das insofern gut, als dass auf diese Weise in der breiten Bevölkerung für eventuelle Machenschaften sensibilisiert wird und jeder in die Lage versetzt wird, sich weiter zu informieren und seine eigene Meinung dazu zu bilden.
Andererseits bin ich auch der Meinung, dass jeder Mensch die Einstellung haben kann, die er persönlich bevorzugt und die Partei unterstützen kann, die er unterstützen möchte, solange er dabei im legalen Rahmen bleibt und nichts und niemanden gefährdet. Ob man dies letztendlich selbst durch den Kauf eines entsprechenden Kleidungsstückes unterstützen möchte, muss jeder mit seinem Gewissen vereinbaren. Aber die Demokratie sieht nunmal vor, dass Einstellungen in beide Richtungen möglich sind.
Ich habe mich aufgrund des ganzen Aufruhrs in dem Laden umgesehen und finde manche Sachen nicht mal schlecht, habe aber für mich entschieden, dass ich dort aus Prinzip nichts kaufen werde (da ich nicht weiß, was nun wirklich Sache ist).
Was mir aber irgendwie trotz meiner Naziphobie immer wieder bitter aufstößt bei den Aktionen, die jetzt von den Linken dort gestartet werden, ist dieses Kauft-nicht-beim-Juden-Gefühl, das ich leider nicht abschütteln kann. Fängt die ganze Scheiße jetzt von vorne an - nur umgekehrt?
Die Nazi-Hexenjagd, wo mittlerweile schon Menschen tätlich angegriffen werden, weil sie ein VNV-Nation-Tshirt tragen, nimmt allmählich echt beunruhigende Ausmaße an. Wäre es nicht möglich mal wieder auf ein gesundes Maß zurückzuschrauben?
Wie ich schon öfter hier im Forum verlauten ließ, halte ich von Extremen beider Richtungen nicht viel. Ich möchte also genausowenig wie einen NPD-philen Laden einen Laden unterstützten, der den völlig durchgedrehten und aus dem Ruder laufenden Extremlinksblock unterstützt. Wird dagegen auch protestiert und der Laden zum Schließen gezwungen? (Gibt es solchen Läden überhaupt? Warum klärt keiner darüber auf?)
Was haltet ihr davon? Ist es gerecht, einen Laden in den Ruin zu treiben, weil er Klamotten eines vermutlich rechtsorientierten Herstellers vertreibt, "linke" Läden aber unkommentiert zuzulassen? Geht hier die Panik vor dem "rechten Feind" nicht schon zu weit?