Es gibt immer nur Forderungen des Westens, nie Eingestaendnisse. Damit hat er recht. Der Westen ist unfassbar arrogant, da er mit dem Iran umgeht wie mit einem dummen Jungen. Die USA hat den Irak gegen den Iran unterstuetzt. Die USA haben die Verbindungen zum Iran abgebrochen und nicht andersrum. Ahmadinedschad findet, dass die USA jetzt dran sind, sich dem Iran wieder zu naehern, nicht andersrum und auch damit hat er recht. Der Iran hat nie Beziehungen abgebrochen, warum sollte er jetzt um eine Wiederaufnahme betteln?
Die Iraner sind noch sauer, weil die Amis den Schah eingesetzt haben. Der wurde dann vertrieben und die Islamische Republik wurde ausgerufen. Ein hausgemachtes Problem. Es gab da neulich mal eine gute Doku auf Arte, wo das iranische Ablehnungsgefühl gegenüber dem Westen sehr schön gezeigt wurde. Übrigens ist mittlerweile ein erheblicher Teil der iranischen Bevölkerung unter 30. Und die Jugendlichen und Heranwachsenden haben gar keinen Bock mehr auf das Mullahgeschwafel. Die haben Lust, wie wir auf Parties zu gehen, Fußball zu spielen oder einfach nur mit ihrer Freundin öffentlich zu knutschen, etc. Mit den ganzen religiösen Führern haben die wenig am Hut. Es kann also gut sein, dass sich das Problem auch innenpolitisch löst, wenn da mal die Studenten in Aufruhr geraten.
Ansonsten sind mir (insgesamt) einfach zuviele vermutlich auf Halbwissen basierende Halbwahrheiten dabei (bei manchen mangels Gehalt nichtmal das), die maximal der (schlechten) Tagespresse entstammen können. Denn die USA haben gleichzeitig heimlich den Iran mit Waffen im Krieg gegen den Irak beliefert. Mit dem Geld haben sie dann die Contras in Nicaragua unterstützt. Und dann haben sich praktisch zwei Parteien mit amerikanischen Waffen im Stellungskrieg traktiert. Die Amis hatten die Kohle, zwei Staaten waren beschäftigt und schöne amerikanische Waffen wurden auch noch getestet.
Ahmadinedschad hat auch gesagt, dass Europa den Iran gar nicht unterstuetzen oder zumindest mit ihm diskutieren darf, weil Europa unter dem Druck der USA und Israel steht. Auch da hat er wohl recht.
Naja, Europa hat schon eigene Interessen, ist aber natürlich auch mit den USA verbündet. Zwar kann ich Unmut verstehen, aber hörig ist Europa den USA seit Bush nun wirklich nicht mehr. Und ganz sicher findet Europa den Herrn A. selbst nicht so toll und ganz ehrlich: das ist nicht verwunderlich, so wie der sich aufführt. Zwar mag man A. gewisse Punkte in seiner Kritik zugestehen, aber wer sie so dämlich verpackt, der darf sich nicht wundern, wenn das keiner hören will. Und da ist es allemal berechtigt, wenn die Delegierten den Saal verlassen! Man muss sich nicht jeden Scheiß anhören und im Übrigen schon gar nicht auf so einem Niveau diskutieren. Mal ganz abgesehen davon, ist das Verlassen des Saals auch eine Möglichkeit, seine Ablehnung kundzutun. Ok, der Westen ist arrogant, das stimmt in gewissem Maß schon, aber eigentlich steckt dahinter nur das Streben, sich einen Vorteil in der Machtposition zu sichern. Das Gleiche betreibt man auch mit Nordkorea. Glaubst Du auch, dass die nun einen Satelliten im All haben???
...aber ich bin ein Fan von Freiheit und Gleichheit und im Sinne der Gleichheit aller UN Staaten, darf der Iran die Atomenergie zivil nutzen, fertig.
Jau! So Menschenrechte oder sowas in den Staaten interessieren Dich nicht, oder was? Alle Achtung, aber vor solchen Geisteshaltungen darf man mehr Angst haben, als über Spielchen mit A-Waffen. Die Zeit der großen Bombe ist eh vorbei, wenn dann kommen noch "Mini-Nukes", schmutzige Bomben oder Uranmunition zum Einsatz. Auch nicht dufte, aber besser, als der Supergau. Und nein, ich finde das gar nicht toll.
Und mal etwas allgemeiner: Dem Misstrauen ist eigentlich immanent, dass es keine Beweise gibt oder dass man glaubt, sie seien falsch. Eine Portion gesundes Misstrauen finde ich bei dem iranischen Verhalten in Ordnung, vor allem, wenn man die Querverbindungen zur Hisbollah und zu Syrien, gepaart mit den Äußerungen aus dem Iran selbst betrachtet. So naiv, wie einige hier schreiben, das geht einfach mal gar nicht. Vor allem nicht mit so wenig Wissen, wobei das die Naivität ja z.T. ausmacht. Abwarten, abwarten, abwarten...ups, da haben sie die Bombe, und nun?
Und zum Fernbleiben: Es lag definitiv auch an anderen Gründen. Man muss sich nur mal die Kritik am geplanten Schlusspapier im Vorfeld ansehen. Wer dann da nix mehr erwartet und sich die Anreise- und Verpflegungskosten spart, den kann man ja sogar ein wenig verstehen. Gut, von mir aus hätte Deutschland jemanden hinschicken können, aber wäre der dann aus dem Saal gegangen, dann wäre das absolut berechtigt gewesen! Man hätte natürlich auch pöbeln können, oder wie in einigen Parlamenten üblich, die Fäuste schwingen lassen können. Aber mal ehrlich: Herr A. muss mal akzeptieren, dass er so nicht weit kommt. Man kann Israel auch ganz anderes kritisieren und auch die dort vorhandenen Apartheidselemente in Staatsstruktur und Rechtssystem und den dortigen Rassismus.
Und nochwas: A. hat übrigens einen Europäer getroffen, nämlich den Gastgeber und Schweizer Bundespräsidenten Merz! Nur vom Händedruck durften keine Fotos gemacht werden.
einigen wir uns darauf, dass keiner so richtig recht hat. und dass man für eine friedliche welt ALLE menschen ins meer treiben müsste 
Herr A. aus T. im I.: "Die Juden aber zuerst!"
