Hallo Dark,
ganz ehrlich: das wird mir allmählich zu mühsam, weil zu unfruchtbar.
Dein Vertrauen auf den Positivismus hat eher die Form eines Glaubensbekenntnisses, das auf Anfang des letzten Jahrhunderts dateiert werden kann...
Wie du das so gut auf Grund einiger Beiträge hier von mir einschätzen zu können glaubst, finde ich so verblüffend wie enttäuschend - nein, zum Einen hat der sogenannte und
von dir (!) permanent zitierte "Positivismus" mit Glauben halt eben gerade gar nichts zu tun - und deshalb auch nicht meine Einstellung dazu, mein "Vertrauen" darauf/dahinein (um
deine Worte zu benutzen)!
Davon abgesehen bin auch ich wohl -leider!- nicht völlig frei von "Metaphysik", aber richtig ist, dass ich versuche, bei dem zu bleiben, was so als "Tatsachen" gilt - bisher, dennoch ist eindeutig hervorgegangen (aus meinen Beiträgen), dass ich eher ein sehr skeptischer Mensch bin und schon deshalb nicht einer einzigen Theorie... blind vertraue!
Weil sie nicht einen naiven Empirizismus (Beobachtung->Wahrheitsbehauptung) vertrat und die Sache lieber in der Sphäre der Theoriebildung belassen wollte. Alles andere, nämlich das Vertreten einer Position mit dem Ziel der Durchsetzung als allgemeine Wahrheit, ist Politik und ich kann die Reaktion der Kirche darauf schon nachvollziehen.
Das ist doch sehr vereinfacht und eingefärbt von deiner ganz persönlichen Ansicht, wie ich finde.
Man kann außerdem durchaus eine "Position" vertreten und ist doch menschlich, dass man diese "verbreiten" will: dann, wenn man davon überzeugt ist, dass sie "wahr"/"richtig" ist und "die Menschen weiterbringt", ihnen "voranhelfen" könnte...!?!! Das dann gleich als "Politik" bzw. Ideologie abzustempeln, finde ich daneben. Denn: in den sogen. Naturwissenschaften ist man sich der Vorläufigkeit immer bewusst und keiner wird (heute) mehr sagen, er/sie habe die absolute Wahrheit (eine Theorie, Entdeckung - was immer...) gefunden...!! Denn: genau das gehört zur wissenschaftlichen Methode - diese Skepsis, das Überprüfen, die Falsifizierbarkeit... - ganz anders ging und geht jedoch "die Kirche" vor ...! Also: was du da behauptest, trifft eher auf "die Kirche" (welche eigentlich genau?) zu!
Das von ihm angenommene Verhältnis von Sprache und Wirklichkeit ist einfach nicht begründbar.
(Hier hattest du dich auf Wittgenstein bezogen.) Was meinst du mit "nicht begründbar"

Wie müsste es sein, wenn es "begründbar" wäre (deiner Meinung nach)?
Nur die dem zugrunde liegenden Annahmen sind m.E. nicht mehr tragfähig.
Welche Annahmen meinst du denn?? Und inwiefern/warum sind sie "nicht mehr tragfähig" ?
Popper ist ein Epiphänomen des sog. Wiener Kreises, mit dem Wittgenstein nach dem Krieg Kontakt aufnahm. Er hat versucht, die gröbsten Schnitzer des Positivismus zu korrigieren -- mit mäßigem Erfolg allerdings trotz weitgehender Eingriffe.
Hm, da fehlt mir die Vorbildung... Aber: Popper?!?: eben!: siehe Falsifikationismus!!!
Oder was meinst
du ??
(Nee, das Bisschen, das da bei Wiki steht, kannste echt vergessen...!!)
Zitat:
Nein, "ich denke..." impliziert eben viel mehr und lässt viel mehr offen (an Ungewissheiten und Spekulation und Interpretation) als "meine Neuronen zünden" (wobei es so einfach ja eben auch nicht ist: das Denken, der Denkvorgang).
Wenn wir Wittgenstein ernst nehmen würden, müssten wir also darüber schweigen.
Nein, wieso? Was hat Wittgenstein denn
damit zu tun??
Siehe mein Beitrag: was man mit Neuronen "machen" ... kann!!
Zitat:
Denn: bei den Neuronen kann ich schon genau sagen, worum es sich handelt..., aber: was genau ist "ich"?? Und was genau heißt/beinhaltet "denken" und (->"... also bin ich."): was genau heißt/ist/bedeutet (zu) "sein" 
So, kann man das? Wenn das der Fall wäre, sollte man mit diesem Wissen künstliche Neuronen konstruieren können, denen dann 'künstliches Bewusstsein' innewohnt.
Nein, auch da kann ich dir nicht folgen. Ich sprach davon, dass sich heute beobachten lässt, wann und wie Neuronen arbeiten, aber "Bewusstsein" ist ja ein Komplex aus vielen verschiedenen (Hirn-) Vorgängen: im Zusammenspiel mit dem ganzen Körper und der Umwelt (und eben auch Hormonen
... : nicht ausschließlich Neuronen, aber: das habe ich bereits gesagt!!).
Deshalb lässt sich aber eben (noch?) nichts über die Denk
inhalte sagen.
Und: da Bewusstsein (wie eben nochmal wiederholt) mehr ist als nur Neuronenaktivität, lässt sich eben auch kein "künstliches Bewusstsein" auf Basis "künstlicher Neuronen" konstruieren - dass es
so einfach nicht ist, ist uns beiden wohl klar - aber danke, dass du
mir das offenkundig nicht zutraust (das zu wissen).

Davon abgesehen impliziert "Bewusstein" eben Verschiedenes, ist ein weitgefasster, schwammiger Begriff, denn: es gibt ja eben verschiedene Arten und Zustände von Bewusstsein!!
(z.B. Hintergrundbewusstsein, Körperbewusstsein, Bewusstsein der eigenen Identität ... - siehe: Gerhard Roth, "Die neurobiologischen Grundlagen von Geist und Bewusstsein" (2001) in: M. Pauen & G. Roth: "Neurowissenschaften und Philosophie".)
Und über einige kann man eben durchaus
etwas (wenn auch noch nicht "alles" !!) sagen!! Aber: seit etwa den 1980er Jahren mehr als in der Zeit davor!