Einerseits fühlt man sich so überlegen und erhaben, andererseits wird mit 'das dürfen wir bei denen auch nicht!' argumentiert. Ich möchte in einer Mischkultur leben, deswegen bin ich vom schon recht gut vermischten Land in die noch gemischtere Stadt (nicht HH, wie es dort ist, weiß ich nicht) gezogen. Und es ist mir egal, ob dort Tempel, Synagogen, Moscheen (mit und ohne Minarett), Kirchen oder Kloaken gebaut werden. Wer den Baugrund kauft, sollte grundsätzlich auch entscheiden dürfen, was darauf entsteht - natürlich innerhalb geltender Gesetze und Menschenrechte. Hakenkreuzform sollte es vielleicht auch nicht unbedingt haben...
Ich sehe das Minarett als solches innerhalb der Diskussion eher als Stellvertreter für die grundsätzlichen Vorbehalte und Feindschaften. Und auch da - ob Christinnen und Christen in muslimischen Ländern genauso behandelt werden ist für mich nicht in erster Linie entscheidend, sondern ob die Menschen, mit denen ich hier zu tun habe, mich mit dem nötigen Respekt behandeln und akzeptieren. Fände ich es anderswo besser, könnte ich dort hinziehen. Ich will mich aber hier wohlfühlen, ganz egoistisch. Und am wohlsten fühle ich mich, wenn etwas wie Religionsfreiheit, die ja in unserem Grundgesetz verankert ist, gelebt werden kann - insofern die religiöse Gemeinde sich, wie bereits gesagt, ebenfalls an die Menschenrechte hält.