Ich würde im Übrigen dringend empfehlen, den von CommanderChaos verlinkten Film (http://www.kultkino.ch/kultkino/besonderes/grundeinkommen bietet Downloads als AVI oder DVD-Images an) zu gucken. Der geht auf diese ganzen wirtschaftlichen Dinge (die ich nur vereinfacht wiedergeben kann) viel genauer ein, als ich das könnte, weil das eben ein Teil ist, den ich für uninteressant finde.
Geguckt.
Ja, ist eine Meinung, sozialkritisch und wirtschafts-philosophisch betrachtet. Schön ausgewählte Bilder und arrangierte Animationen. Die Zusammensetzung der Konsumsteuer und die theoretische Finanzierung des BGE über diese wurden gut beschrieben. Interessanterweise nimmt der Film alle meine Kritikpunkte auf, beantwortet sie aber häufig nur mit Aussagen nach dem Motto: "Ihr müsst doch auch merken, wie doof alles ist, das kann nur besser sein." z.B. auf die Frage ob denn überhaupt noch jmd. mit BGE arbeiten wollen würde, wird auf eine Umfrage (mit nicht näher erläuterter Datenbasis) verwiesen, wonach der Zuschauer vorgeführt bekommt, dass er ja nur über Andere schlecht denken würde:
(sinngemäß)
Würden Sie mit BGE aufhören zu arbeiten? NEIN: 60%
Glauben Sie, dass mit BGE die Anderen aufhören würden zu arbeiten? JA: 80%

Ich weiß auch garnicht warum auf meinen Vorwurf der Utopie soviel Widerstand erfolgte. Aus dem Film geht ja hervor, dass das Thema als eine Utopie zu sehen ist, als etwas besseres aus der Sicht des Schlechten, in dem man sich gerade befindet. Schade ist dann natürlich, dass z.B. die Automatisierung/Technisierung immer nur als Folge vergangener Entwicklung, bzw. als Voraussetzung bei Wegfall der dreckigen Arbeit, die keiner mehr machen wollen würde, beschrieben wird. Wie sich z.B. in diesem kleinen Teilbereich der Übergang darstellen könnte, um vom Schlechten ins Gute zu gelangen, wird nicht behandelt.
Man weiß also wo man hin möchte und wie man das System theoretisch finanziert, aber wie man ein politisches System (Deutschland, ein einzelnes Bundesland etc.) von jetzt auf dann überführen könnte, bleibt man schuldig. Chancen werden beschrieben, Risiken werden ausgeklammert.
Da immerhin einige Grundsätzliche Annahmen und Hintergründe, die hier bisher nicht vollständig oder leicht verfälscht genannt wurden, recht sachlich klargestellt wurden, begann mein linkes Auge schon leicht an zu zucken.

Als allerdings dann der große Globalisierungshammer gegen "Sklavenarbeit" in Asien rausgeholt wurde, noch bevor man im kleinen Rahmen konkreter auf Konfliktpunkte eingegangen war, hörte das auch gleich wieder auf.

Ich merkte dennoch ein minimales Aufkeimen von Zwiespältigkeit in mir.

Randnotiz:
Das Diagramm mit dem Oil-Peak über eine Zeitachse vom Jahr 0 bis 4000 war echt mal der Höhepunkt aus der Kategorie "Interpretiere die Fakten so, wie sie Deine Argumente am Besten unterstützen.".

Da könnte ich auch eine Zeitachse von 4Mrd. Jahre v.Chr. - 4Mrd. Jahre n.Chr. malen und den Zeitabschnitt von ca. 90 Jahren eines Menschenlebens, Geburt 1970, markieren und sagen: "Warum macht Ihr Euch eigentlich einen Kopf, seht nur, wie unbedeutend Ihr alle seid."
